Deloitte-Analyse verbreitet Optimismus  17.06.2021, 09:57 Uhr

Europäer wollen nach Corona wieder mehr Sport treiben

Nach einer Erhebung des Beratungsunternehmens Deloitte (London) haben Europäer gute Vorsätze für die Zeit nach Corona und wollen ihr eingeschränktes Sportpensum wieder erhöhen. Von dieser Entwicklung könne auch der Sportfachhandel profitieren.
(Quelle: Pixabay)
Laut der Analyse haben viele Menschen in Europa während der Pandemie ihr Trainingspensum deutlich eingeschränkt. Demnach wirken sich die Einschränkungen im Breiten- und Freizeitsport auch auf die Ausgaben für Sportkleidung und -ausrüstung aus. Vor allem Teamsportler waren weniger ausgabefreudig. Zudem hätten viele Sportbegeisterte während der Einschränkungen mehr Sport in den Medien verfolgt als vorher.
Deloitte hat im Februar und März 2021 über 11.000 Menschen in 20 europäischen Ländern zu ihrem Sportverhalten und -konsum vor, während und nach (erwartet) der Pandemie befragt: Wenig überraschend hat die Trainingshäufigkeit der Befragten während der Pandemie abgenommen. Der Anteil der Menschen, die mehrmals pro Woche trainierten, sank im Vergleich zu vor der Pandemie von 49 auf 43 Prozent. Diese Entwicklung konnte in allen europäischen Ländern beobachtet werden – mit Ausnahmen von Ländern, in denen es weniger Einschränkungen gab, wie beispielsweise Schweden.

Je weniger Training während der Pandemie, desto besser die Vorsätze

Das Aktivitätsniveau sank laut Analyse in der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen deutlich weniger als bei den anderen Altersgruppen. Junge Sportler seien während der Pandemie häufiger auf alternative Sportarten wie Joggen umgestiegen. Alters- und länderübergreifend gelte: Je stärker die Rückgänge des Trainingspensums waren, desto mehr sportliche Aktivität haben sich die Befragten für die Zeit nach der Pandemie vorgenommen.

Sportfans verbringen mehr Zeit mit Sportunterhaltung

Die Studie zeigt auch, dass manche Sportfans versucht haben, sich mit Medienkonsum über das fehlende Training hinwegzutrösten. Im Durschnitt gaben 35 Prozent der Befragten an, während der Pandemie mehr Sportunterhaltung konsumiert zu haben, die Mehrheit von ihnen habe sogar mindestens eine zusätzliche Stunde pro Woche mit Sportschauen verbracht. In Deutschland liege der Wert mit 29 Prozent etwas niedriger. Generell gelte, dass vor allem Befragte, die vorher schon viel Zeit mit Sportunterhaltung verbracht haben (mehr als sechs Stunden wöchentlich), ihr Konsumverhalten nochmal gesteigert haben. 44 Prozent der Vielnutzer hätten während der Pandemie mehr Sportunterhaltung konsumiert als vorher. 

Sportgeschäfte können optimistisch in die Zukunft blicken

Der Blick auf die Ausgaben für Sportkleidung und -ausrüstung zeige, dass geschlossene Fitnessstudios nur für wenige Konsumenten ein Anreiz waren, in einen heimischen Trainingsraum zu investieren. 30 Prozent der Befragten gaben demnach an, in den vergangenen Monaten aufgrund ihrer verringerten Aktivität weniger für Sportkleidung und -ausrüstung ausgegeben zu haben. Bei Teamsportlern sei der Wert mit 34 Prozent sogar noch etwas höher.
„Wer weniger Sport treibt, benötigt auch weniger Ausrüstung oder Sportkleidung. Die Einschränkungen im Einzelhandel sorgten außerdem dafür, dass die Konsumenten während der Pandemie auf den Online-Handel ausweichen mussten“, fasst Karsten Hollasch, Partner und Leiter des Consumer Business bei Deloitte zusammen. „Doch die Prognose für den stationären Handel ist positiv. Genau wie vor der Pandemie plant jeder zweite Konsument in Zukunft wieder im Sportgeschäft einkaufen zu wollen. Qualität und Passgenauigkeit sind bei Sportkleidung und Ausrüstung besonders wichtig, deshalb schätzen Konsumenten die fachliche Beratung sowie die Möglichkeit, die Produkte an- und ausprobieren zu können.“

Autor(in) Maxim Huber



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