HDE-Konsumbarometer März 21.03.2024, 23:59 Uhr

Verbraucherstimmung: Aufwärtstendenz, doch Unsicherheit bleibt

Die Stimmung der Verbraucher hat sich zuletzt deutlich aufgehellt, das ergab das HDE-Konsumbarometer für März. Vorerst sind dabei weder starke Wachstumsimpulse, noch ein Rückgang der Nachfrage zu erwarten.
(Quelle: HDE Handelsverband Deutschland )
Die Auswertung des aktuellen HDE-Konsumbarometers zeigt, dass sich die Stimmung der Verbraucher zum Ende des ersten Quartals 2024 deutlich verbessert hat, wenngleich die aktuellen Konjunkturprognosen wenig Anlass zu Optimismus geben.
Wachstumsaussichten für deutsche Wirtschaft gedämpft
Sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission haben ihre Konjunkturprognosen aus dem Herbst 2023 nach unten korrigiert. Mit einem erwarteten BIP-Anstieg von nur 0,3 Prozent für dieses Jahr steht Deutschland ganz unten in der Liste der EU-Länder. Lediglich für Schweden erwartet die EU-Kommission einen noch geringeren Anstieg des BIP, nämlich 0,2 Prozent. Damit wird eine gesamtwirtschaftliche Erholung auch in diesem Jahr ausbleiben.
Das geringe Wirtschaftswachstum hatte bisher nur einen geringen Bremseffekt auf den Arbeitsmarkt. Er bleibt stabil, auch wenn sich die Aussichten im Februar etwas verschlechtert haben. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München erklärt: „Die wirtschaftlich flaue Entwicklung lässt die Unternehmen bei Neueinstellungen zögern. Auch der Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht mehr ausgeschlossen.“
Dennoch: Optimistische Stimmung in der Wirtschaft
Trotz der düsteren Aussichten gibt es einen Lichtblick: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich allgemein aufgehellt. Die Konjunkturerwartungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), für die jeden Monat rund 400 Finanzmarkt-Experten befragt werden, haben sich verglichen zum Vormonat um 4,9 Punkte erhöht. Auch die Stimmung der Unternehmen hellte sich im Februar auf, wie der ifo Geschäftsklimaindex mit einem Anstieg von 0,3 Punkten gegenüber dem Vormonat belegt.
 
Verbraucherstimmung verbessert sich, aber Unsicherheit bleibt
Auch die Verbraucher zeigen sich optimistischer. Im März 2024 verzeichnet das HDE-Konsumbarometer mit 1,9 Punkten mehr als im Vormonat einen deutlichen Anstieg der Verbraucherstimmung. Ein eindeutiger Trend über die letzten Monate lässt sich jedoch nicht ablesen. Stattdessen verlief die Entwicklung wechselhaft und ist durch ein ständiges Auf und Ab geprägt.
Quelle: HDE

Optimistische und pessimistische Tendenzen wechselten sich in den vergangenen Monaten ab. Als Grund für den Zickzackkurs vermutet der Wirtschaftsverband die allgemein vorherrschende Verunsicherung in der Gesellschaft, die dazu führt, dass die Stimmung schon bei minimalen Veränderungen der wirtschaftlichen Lage umschlägt. Diese Unsicherheit dürfte sich auf den privaten Konsum auswirken, sodass starke Wachstumsimpulse vorerst ausbleiben werden. Ein Einbruch ist jedoch auch nicht zu erwarten.

Weitere Teilergebnisse 
Der Gesamtindex des HDE-Konsumbarometers setzt sich aus verschiedenen Einzelfaktoren zusammen. Das sind die wichtigsten Teilergebnisse:
  • Die Konsumzurückhaltung nimmt etwas ab: Das geschieht allerdings nur zögerlich. So verbesserte sich die Anschaffungsneigung um 3,12 Punkte im Vergleich zum Vormonat, und um 2,83 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Parallel ging die Sparneigung mit 1,13 Punkten gegenüber dem Vormonat minimal zurück.
  • Die Einkommenserwartung steigt kaum: Für die kommende Zeit erwarten sich die Verbraucher keine nennenswerte Erhöhung ihres verfügbaren Einkommens. Dies deckt sich mit der Realität. Im letzten Jahr stieg das verfügbare Einkommen inflationsbedingt nicht signifikant an.
  • Verbraucher erwarten konjunkturellen Aufschwung: Es wird eine Besserung der wirtschaftlichen Lage erwartet. Die Konjunkturerwartungen seitens der Konsumenten haben sich im Vergleich zum Vormonat um 2,05 Punkte verbessert, sind aber im Vergleich zum Vorjahr etwas schlechter.
  • Verbraucher erwarten weiter rückläufige Inflationsrate: Zu Beginn des Jahres ging die Inflationsrate von 3,7 Prozent im Dezember auf 2,9 Prozent im Januar und 2,5 Prozent im Februar zurück. Die Konsumenten gehen von einem weiteren Rückgang aus. Sie rechnen mit einer niedrigeren Teuerungsrate und damit, dass die Zinssätze stabil bleiben oder sogar sinken werden. Tatsächlich gibt es von der Europäischen Zentralbank (EZB) bisher keine eindeutigen Signale, dass die Zinsen in naher Zukunft gesenkt werden.
Insgesamt zeigt das HDE-Konsumbarometer eine eindeutig positive Tendenz. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich daraus ein Trend entwickelt. Weitere Informationen zu den HDE-Konsumbarometern gibt es unter: www.einzelhandel.de/konsumbarometer
 
 
 



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