Ziel bis 2030
11.06.2021, 10:17 Uhr

Goldwin will Produktionsabfall auf Null reduzieren

Unter dem Claim „Play Earth 2030“ hat die japanische Goldwin-Gruppe ihren Nachhaltigkeits-Businessplan vorgestellt – und dabei ein großes Ziel ausgerufen. Dazu gab es noch die neuesten Geschäftszahlen.
(Quelle: Goldwin )
In diesen Zeiten präsentieren viele Marken ihre Zukunftsvisionen zum Thema Nachhaltigkeit. So auch die japanische Goldwin-Gruppe, die mit ihren (Haus-)Marken und Lizenzen die Segmente Outdoor, Ski, Running/Training und Lifestyle bespielt. Und deren Nachhaltigkeits-Businessplan – Claim „Play Earth 2030“ - hat es wirklich in sich: So will der Konzern bis 2030 keinen Abfall mehr von Produkten und Materialien produzieren, „indem“, so heißt es in einer Mitteilung, „das Produktionsvolumen auf den tatsächlichen Bedarf der Geschäfte gedrosselt, kundenspezifische Aufträge aktiv ausgeweitet und Reparatur- und Recycling-Möglichkeiten gestärkt werden“. So werde es der Konzern schaffen, „die aktuelle jährliche Überproduktion und den Produktionsabfall von 65 Tonnen Kleidung und Stoffen bis Ende 2030 auf Null zu reduzieren, wobei bereits 2025 eine Reduzierung um 80 Prozent erreicht werden soll'“.

Umstellung auf recycelte Materialien

Dabei wird Goldwin bei seinen Produktionsprozessen auf recycelte Materialien umstellen und verstärkt auf künstliche Öko-Protein-Fasern wie Brewed Protein der Marke Spiber setzen, gegründet 2007 und ebenfalls aus Japan. „Wir werden uns der Nachhaltigkeit besonders in den Bereichen Umwelt und Wirtschaft stellen, um ein gesundes und erfülltes Leben zu ermöglichen“, erklärt Goldwin-Präsident Takao Watanabe dazu. Und er kündigt an: „Außerdem konzentrieren wir uns darauf, eine kohlenstofffreie Gesellschaft zu verwirklichen. Das Ziel für Kohlenstoffneutralität wird durch den Wechsel auf erneuerbare Energien und eigenen Ökostrom sowohl in der Zentrale als auch in den Filialen und allen Büros umgesetzt. Wir werden auch aktiv an einer nachhaltigen Geschäftsentwicklung arbeiten, wie der Förderung eines Geschäftsmodells, in dem Stakeholder und Natur koexistieren.“ Über seine vier eigenen Stores (zwei in Japan, einer in San Francisco, einer in München seit Oktober 2020) wird Goldwin ein globales Recycling-Programm starten, um gebrauchte Bekleidung von den Endkunden zu sammeln und daraus neue herzustellen. Dazu sollen der Reparaturservice gestärkt und die Kunden besser über die Pflege ihrer Kleidungsstücke aufgeklärt werden.

Erwartungen wurden übertroffen

Mit dem Geschäftsjahr 2020/21, das Ende März endetet, ist Goldwin zufrieden. Die Erwartungen und Prognosen seien weitgehend übertroffen worden, heißt es in dem Bericht. So erzielte der Konzern einen Umsatz von 90,5 Mrd. Yen (678,9 Mio. Euro), was ein Minus von 7,6 Prozent bedeutete. Das operative Betriebsergebnis vor Steuern sank um 15,1 Prozent auf 14,8 Mrd. Yen (111 Mio. Euro). Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Goldwin wieder mit einem Umsatzplus (10,5 Prozent), allerdings auch mit weniger Nettogewinn (minus vier Prozent). Die Goldwin-Gruppe erzielt ihren Umsatz mit Hausmarken (unter anderem Goldwin, Goldwin Motorcycle), aber auch mit Markenrechten auf dem Heimatmarkt (unter anderem The North Face, Helly Hansen, Ellesse) sowie dort mit Lizenzpartnerschaften (unter anderem Fischer, Icebreaker, Speedo).  



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