Konsumbarometer 2018 21.09.2018, 13:40 Uhr

Studie: Digitalstrategie für stationären Handel existenziell

Junge Konsumenten verbinden bereits heute ihr Einkaufserlebnis in der realen Welt mit digitalbasierten Services. Nur mit einer digitalen Gesamtstrategie können stationäre Händler diese "Millennials" an sich binden, sagt eine neue Studie von Consors Finanz.
(Quelle: shutterstock.com/Click and Photo)
Stationäre Händler müssen den Schritt in die Online-Welt wagen, wenn sie auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein möchten. Diese bereits gängige Einschätzung wird durch die neue Studie "Konsumbarometer 2018" von Consors Finanz gestützt. Für diese wurden im Zeitraum vom 2. Oktober bis 2. November 2017 unter anderem europaweit über 3.400 junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren befragt.
Zentrale Erkenntnis: Diese sogenannten Millennials - also Konsumenten, die in die digitale Welt hineingeboren wurden - verbinden bereits heute ihr Einkaufserlebnis in der realen Welt wie selbstverständlich mit digitalbasierten Services.
Den Ergebnissen der Studie zufolge vergleicht schon jetzt über die Hälfte der Millennials im Geschäft die Preise, 54 % recherchieren vor Ort, wo es die Ware sonst noch geben könnte. 44 % fotografieren Produkte im Laden und schicken das Bild zur Meinungsabfrage an Freunde oder Familie. 70 % der jungen Generation in Europa nutzen das Internet, um vorab in der Nähe liegende Geschäfte zu suchen, die die gewünschten Produkte anbieten.
Vor dem Kauf: So nutzen Millennials die Vorteile der digitalen Welt
(Quelle: Consors Finanz)
"Händler müssen sich auf diese Gewohnheiten einstellen", warnt Anja Wenk, Bereichsleiterin Retail Financial Solutions von Consors Finanz. "Nur wer es versteht, sein stationäres Angebot geschickt mit nützlichen digitalbasierten Services zu koppeln, wird die konsumwillige junge Generation an sich binden können."
So wünschen sich bereits heute laut Konsumbarometer etwa 67 % der Befragten, dass sie im Geschäft in Echtzeit Informationen über aktuelle Sonderangebote erhalten, 66 % würden sich über personalisierte Angebote während des Einkaufsbummels freuen.

Soziale Medien: Schaufenster und Service-Plattform

Auch soziale Medien wie YouTube, Twitter, Instagram und Co spielen im Kaufentscheidungs­prozess der jungen Generation eine zentrale Rolle. 49 % schauen sich Videos an, die Geschäfte in den sozialen Netzwerken posten, 36 % haben einem Shop via Social Network schon einmal Fragen zu Produkten gestellt - und 28 % haben bereits ein Produkt oder eine Dienstleistung direkt über Facebook oder Instagram gekauft.
Vor Ort: So nutzen Millennials die Vorteile der digitalen Welt
(Quelle: Consors Finanz)
"Eine ganz wesentliche Rolle spielt vor allem das Empfehlungsmarketing", so Wenk. So vertrauen 51 % der Millennials beim Kauf von Produkten den Empfehlungen anderer Verbraucher, die sie im Internet finden. "Händler, die in den sozialen Netzwerken nicht auftauchen, existieren für viele Millennials im Grunde nicht", lautet ein Fazit von Wenk.
Und die Entwicklung ist der Studie zufolge noch lange nicht abgeschlossen. "Die Millennials stellen hohe Erwartungen an den stationären Handel", betont Wenk. Sie glauben mehrheitlich (59 %), dass sich der stationäre Handel in den nächsten zehn Jahren stark verändern wird.
Das betrifft zunächst die Art zu bezahlen (72 %): Bereits heute zahlen 32 % der Millennials regelmäßig mit dem Smartphone. Aber auch Virtual Reality und künstliche Intelligenz werden den Teilnehmern der Studie zufolge im stationären Handel einen wichtigen Platz einnehmen: 64 % der jungen Generation können sich vorstellen, ihre Einkäufe künftig direkt im Laden in einer virtuellen Realität zu erleben, und 52 % rechnen damit, dass sie bald von Robotern an der Ladentür begrüßt werden.



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