In Kooperation mit ClimatePartner 14.10.2020, 09:23 Uhr

Bergfreunde veröffentlicht erste Klimabilanz

Online-Händler Bergfreunde hat erstmals eine Klimabilanz erstellt, die zusammen mit unabhängigen Experten ausgearbeitet wurde. Zukünftig will das Unternehmen jedes Jahr Auskunft über seine CO2-Bilanz geben.
Online-Händler Bergfreunde.de ist bereits klimaneutral. Bis 2022 will das Unternehmen die CO2-Emission pro verschicktem Paket um 30 Prozent reduzieren.
(Quelle: Bergfreunde )
Die Bergfreunde nehmen den nächsten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Im Januar hatte der Online-Händler für Bergsport- und Outdoor-Aurüstung bekannt gegeben, dass er klimaneutral sei, und zwar auch rückwirkend bis zu seiner Gründung im Jahr 2006. Nun hat das Unternehmen aus dem schwäbischen Kirchentellinsfurt die nächste Phase der Nachhaltigkeitsstrategie eingeläutet: Erstmals in seiner fast fünfzehnjährigen Geschichte veröffentlicht es eine Klimabilanz, die in Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten der Münchner Beratungsgesellschaft ClimateParter erstellt wurde und in Zukunft jedes Jahr veröffentlich werden soll.
Die Klimabilanz ist in drei Bereiche geteilt und erfasst Emissionen durch eigene Aktivitäten, wie beispielsweise durch den Fuhrpark, Emissionen durch beschaffte Energie wie aus Strom und Emissionen durch vor- und nachgelagerte Aktivitäten, wie Pendlerfahrten, Verpackungen und den Wasserverbrauch. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass bei dem Online-Händler im Jahr 2019 über alle Unternehmensbereiche hinweg (von der Logistik, über Energieversorgung und Fuhrpark) Emissionen in Höhe von 2.328 Tonnen CO2-Äquivalent entstanden sind. Das entspräche einem Wert von rund 1,7 Kilogramm CO2 pro versendetem Paket. Die größten Emissionen würden durch vor- und nachgelagerte Aktivitäten entstehen, vor allem bei Mitarbeiterfahrten, aber auch durch Verpackungen und die Ausgangslogistik. Den vierten Platz nehmen die Retouren ein, die Emissionen von rund 193 Tonnen CO2 verursachen.
Diese Unternehmensbereiche wollen die Bergfreunde nun genauer unter die Lupe nehmen. „Beispielsweise planen wir, den CO2-Fußabdruck durch noch besser angepasste Paketgrößen zu reduzieren oder wollen Mitarbeiter motivieren, mit dem Jobrad oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu kommen”, erklärt Johanna Krohmer, Nachhaltigskeitsmanagerin der Bergfreunde. Die Senkung der Emissionen sei aber nicht der einzige Punkt auf der Nachhaltigkeitsagenda des schwäbischen Outdoor-Händlers. Zukünftig wolle man auch bei den Themen Verpackungsmaterial und Druckerzeugnisse noch genauer untersuchen, wo man weitere Emissionen einsparen könnte.
Langfristig haben die Bergfreunde sich zum Ziel gesetzt, so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten. Zur Koordination der geplanten Maßnahmen sei bereits eine Stelle geschaffen und eine „Task Force” ins Leben gerufen worden. Sie bestehe aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen und soll Ideen sammeln, auswerten und auf den Weg bringen. Pro Jahr sollen fünf konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Auch an der Verringerung der eigenen Emissionen soll weiter geschraubt werden: Ziel sei es, die CO2-Emission pro verschicktem Paket bis 2022 um 30 Prozent zu reduzieren. Auch die Beschäftigten hätten bereits verschiedene Nachhaltigkeits-Initiativen angestoßen, wie zum Beispiel der Verzicht auf Wasserflaschen aus Einwegplastik oder Papierkatalogen.
Bergfreunde-Geschäftsführer Matthias Gebhard (l.) und Ronny Höhn (r.) wollen mit den verschiedenen Nachhaltigkeitsstrategien auch Vorreiter und Vorbild für andere Unternehmen sein.
Quelle: Bergfreunde
Mit den verschiedenen Nachhaltigkeitsstrategien wollen die Bergfreunde auch Vorreiter und Vorbild für andere Unternehmen sein. „Wir glauben, die Bergfreunde können in ihrem Wirkungskreis einen positiven Impact erzeugen. Wir können als Vorreiter in unserer Industrie kommunizieren, Innovationen beschleunigen und etwas bewirken. Und wenn wir so Nachahmer finden: Umso besser!”, erklärt Geschäftsführer Matthias Gebhard.
Die Bergfreunde wurden 2006 von Matthias Gebhard und Ronny Höhn auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik in Kirchentellinsfurt bei Tübingen gegründet und haben sich zu einem der europaweit führenden Online-Bergsporthändler entwickelt. Aktuell beschäftigt der Online-Händler 320 Mitarbeiter. Seit der Übernahme von US-Online-Bergsportler Backcountry im Jahr 2014 konnte das Unternehmen die Umsätze mehr als vervierfachen und dabei 2019 mit 110 Mio. Euro erstmals die 100-Mio.-Euro-Grenze knacken.
 


Das könnte Sie auch interessieren