Kein Hilfspaket der Regierung 08.01.2021, 10:37 Uhr

Sport 2000 Österreich: Starke Verluste bei Skiverkauf, -verleih und -service

Während die Sport-2000-Händler in Städten durch das Weihnachtsgeschäft zum Teil Umsätze aufholen konnten, kämpfen die Kollegen in Tourismusgebieten mit Ausfällen bis zu 100 Prozent. Trotzdem werden sie beim neuen Hilfspaket der Regierung nicht berücksichtigt.
Der zweite Lockdown (26. Dezember 2020 bis 18. Januar 2021) verschäft die schlechte Umsatzlage der österreichischen Sport-2000-Händler zusätzlich.
(Quelle: Sport 2000 Österreich )
Je nach der Lage ihrer Geschäfte fällt für die insgesamt 240 Sport-2000-Händler in Österreich die Bilanz des Weihnachtsgeschäfts sehr unterschiedlich aus. Der zweite Lockdown, der in der Alpenrepublik vom 26. Dezember 2020 bis 18. Januar 2021 angesetzt ist, habe die Lage zusätzlich verschärft.
Während die Händler in den Städten teilweise noch von Verkäufen nach dem Lockdown im November profitieren konnten, sind ihre Kollegen in den Skigebieten vom Ausbleiben der Gäste aus dem Ausland massiv betroffen: rund 50 Prozent der österreichischen Sport-2000-Händler leben vom Umsatz der Skitouristen in den Wintermonaten.
„Unsere Händler in Tourismusgebieten und im Bereich Skiverleih- und –service kämpfen aktuell mit bis zu 100 Prozent Umsatzausfällen. Umsatzverluste aus dem Skiverleih und dem Skiservice können nicht nachgeholt werden. Und wir wissen nicht, ob und wann Gäste in die Tourismusgebiete zum Skifahren können. Diese Situation durchzuhalten wird für viele Händler existenziell“, hebt Dr. Holger Schwarting, Vorstand Sport 2000 Österreich, die bedrohliche Situation seiner Händler hervor. Auch der Verkauf von Alpinski stagniere im Moment komplett. Betroffen seien auch alle anderen Produktkategorien rund ums Skilaufen, wie zum Beispiel Helme und Skianzüge.
Dr. Holger Schwarting, Vorstand Sport 2000 Österreich, blickt mit gemischten Gefühlen auf das  Weihnachtsgeschäft 2020 seiner angeschlossenen Händler.
Quelle: Sport 2000 Österreich
Doch trotz der dramatischen Umsatzverluste gibt es keine Berücksichtigung des touristischen Sportartikelhandels beim neuen Hilfspaket der indirekt betroffenen Branchen durch die österreichische Regierung. Während Hotelleriebetriebe im Paket berücksichtigt werden und Umsatzersatz für die Zeit der Schließungen erhalten, gehen die Sport-2000-Fachhändler in diesen Regionen leer aus. Viele betroffene Sportfachhändler sehen hierin eine Ungleichbehandlung, die sie jetzt noch stärker als bisher unter Druck setzt. „Mit der Entscheidung der Regierung, den touristischen Sportartikelhandel nicht beim neuen Hilfspaket der indirekt betroffenen Branchen zu berücksichtigen, ist ein Worst-Case-Szenario eingetreten. Es scheint, als ob für die dramatische Situation der betroffenen Handelsbetriebe komplett das Verständnis fehlt“, erklärt Schwarting. Er fordert nun von der Regierung Fairness und wirksame Hilfsprogramme. „Eine Zusicherung eines Umsatzersatzes von 40 Prozent für die normalerweise umsatzstarken Monaten Januar, Februar und März würde hier für eine erste Absicherung vieler Betriebe sorgen. Es ist wichtig, dass die Verantwortlichen sich der dramatischen Situation der Sportfachhändler bewusst werden“, appelliert Schwarting an die Verantwortlichen und bittet diese, sich der speziellen Situation der Sporthändler anzunehmen und Lösungen zu finden.
Etwas besser fielen m Weihnachtsgeschäft die Verkäufe im Bereich Individualsportarten aus: Skitouren-Equipment sei teilweise vergriffen gewesen. Auch Langlaufski, Schneeschuhe, Bobs und Schlitten hätten 2020 öfter als in vergangenen Jahren unter den Weihnachtsbaum gelegen. Ungebrochen sei der Trend nach Fitness-Hartware wie Laufbänder und Ergometer zur Ausstattung des eigenen Home-Gyms. Jedoch konnte in diesem Bereich aufgrund von unterbrochenen Lieferketten, die durch die Pandemie verursacht wurden, die Nachfrage teilweise nicht befriedigt werden. Interessant: Trotz Schnee und Kälte sei auch im Weihnachtsgeschäft die Nachfrage nach E-Bikes unerwartet groß gewesen.
Sport 2000 Österreich (Ohlsdorf) ist nach eigenen Angaben die größte Fachhändlergemeinschaft in der Alpenrepublik mit einem Marktanteil (inkl. Gigasport) von 29 Prozent. 240 Händler mit 403 Geschäften in ganz Österreich erzielten 2019 einen Umsatz von 579 Mio. Euro. Der Verband (inkl. Tschechien und Slowakei) erwirtschaftete mit insgesamt 306 Sportfachhändlern und 518 Geschäften im Jahr 2019 einen Umsatz von 634 Mio. Euro.



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