Mieten werden doch bezahlt 02.04.2020, 13:00 Uhr

Adidas entschuldigt sich nach Shitstorm

Nach der massiven Kritik auf Social Media und diversen Medien hat sich Adidas-CEO Kasper Rorsted in einem offenen Brief entschuldigt. Die Store-Mieten für April werden nicht wie geplant gestundet, sondern bezahlt.
Adidas
(Quelle: Adidas-CEO Kasper Rorsted rudert zurück. )
Nach harscher öffentlicher Kritik in sozialen Medien, Zeitungen und auch von der Politik hat Sportartikelhersteller Adidas nun doch eingelenkt: Adidas-CEO Kasper Rorsted macht seine Ankündigung, im Zuge der Corona-Krise die Mieten für seine 26 eigenen geschlossenen Adidas-Stores zu stunden, rückgängig. Für April sind die Mieten den Vermietern – darunter auch die Allianz-Versicherung – sicher. In einem offenen Brief entschuldigt sich Rorsted für sein Verhalten.
„Die Entscheidung, von Vermietern unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden“, erklärt Rorsted. „Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von Adidas enttäuscht.“ Führende Politiker, darunter Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), hatten Adidas wegen der verlangten Mietstundungen hart kritisiert. Prominente und Kunden hatten in den sozialen Medien zum Boykott aufgerufen und zum Teil sogar Adidas-Kleidung verbrannt. Die Bundesregierung habe die gesetzliche Möglichkeit zu Mietstundungen in der Corona-Krise nicht für Großkonzerne geschaffen, so die Kritik.
"Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermietern die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben“, heißt es in dem Brief weiter. „Um langfristig die Arbeitsplätze unserer 60.000 Mitarbeiter zu sichern, machen wir harte Einschnitte. Mit unseren Betriebsräten haben wir uns auf Kurzarbeit geeinigt. Unser Vorstand verzichtet bis auf Weiteres auf 50 Prozent seines Gehaltes, die nächste Führungsebene auf 30 Prozent. Wir haben unser Aktienrückkaufprogramm vollständig eingestellt. Trotz dieser Einschnitte wird Adidas Kredite benötigen.“ Fast auf der gesamten Welt finde kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden seien zu. „Das hält selbst ein gesundes Unternehmen wie Adidas nicht lange aus“, so Rorsted.
Auch Adidas versuche seinen Beitrag zur Bewältigung der Covid-19-Krise zu leisten. „Wir unterstützen den Solidarity Response Fund der WHO und Hilfsorganisationen in Deutschland. In China haben wir medizinische Güter für Ärzte und Pflegepersonal bereitgestellt. Unsere Partner produzieren auf unsere Kosten Gesichtsschutz und Masken für das Gesundheitswesen“, so Rorsted weiter. „Diese Krise ist auch für uns eine Ausnahmesituation, die uns jeden Tag vor noch nie dagewesene Herausforderungen stellt. Wir haben einen Fehler gemacht und damit viel Vertrauen verspielt. Es wird dauern, Ihr Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Aber wir werden alles dafür tun.“
Neben Adidas hatten unter anderem bereits die Modekette Hennes & Mauritz, der Schuhhändler Deichmann sowie auch Puma und Galeria Karstadt Kaufhof mit Karstadt Sports erklärt, die Mietzahlungen für ihre Stores einstellen zu wollen.



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