Nach dem Tod von Gerhard Lauche
12.03.2018, 09:53 Uhr

Lauche & Maas geht in die Insolvenz

Einen Monat nach dem tragischen Tod von Gerhard Lauche im Februar muss der bundesweit bekannte Outdoor-Spezialist und Expeditionsausrüster Lauche & Maas die zweite schlechte Nachricht vermelden – und nach 40 Jahren die Insolvenz antreten.
Doppelter Rückschlag für die Outdoor-Pioniere Wolfgang Maas (li.) und Gerhard Lauche von Lauche & Maas.
(Quelle: Lauche & Maas )
Den Münchner Traditionsausrüster Lauche & Maas trifft es im Abstand von nur vier Wochen gleich doppelt: Am 9. Februar verstarb Unternehmensgründer Gerhard Lauche überraschend im Alter von 66 Jahren. Jetzt muss die GmbH Insolvenz anmelden. Beide Ereignisse hängen jedoch nicht zusammen, versicherte die Kanzlei Jaffé des einbestellten Insolvenzverwalters Dr. Max Liebig.
Ein anhaltender Rückgang der Erlöse in den Ladengeschäften sei für die Zahlungsunfähigkeit verantwortlich, bei gleichzeitig hohen Kosten für die zwei Filialen. Eine Neuausrichtung auf den Online-Handel habe man verpasst, jedoch läge gerade hier die Chance, die Marken Därr und Lauche & Maas mithilfe eines Investors zu retten.
„Wir haben die Weichen gestellt, damit der Verkauf und der Geschäftsbetrieb online und im Laden uneingeschränkt weitergehen können. Dazu gehört auch, mit Zustimmung der Agentur für Arbeit eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes zu ermöglichen. Die Löhne und Gehälter der 31 Mitarbeiter sind damit bis Ende April gesichert. Bis dahin wollen wir auch Gewissheit haben, ob es einen Investor gibt, der bereit ist, den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen“, so Dr. Max Liebig in einer ersten Einschätzung.
Das Unternehmen Lauche und Maas wurde im Jahre 1978 von Gerhard Lauche und Wolfgang Maas gegründet. In einer Zeit, in der „Outdoor“ in Deutschland noch ein Fremdwort war, starteten die Unternehmensgründer als Pioniere den Verkauf von Spezial-Ausrüstung und -Bekleidung für diesen Sektor. Der Laden in München-Pasing war der erste, reine „Outdoor-Laden“ in Deutschland überhaupt. Dieses Jahr feiert das Unternehmen sein 40-jährigens Bestehen mit einem Sonderverkauf in den Ladengeschäften in der Alten Allee 28 in München-Pasing und in der Schertlinstraße 17 in München-Sendling, doch die Zahlen waren seit Jahren im roten Bereich.
Bereits 2013 stand im Jahresabschluss ein Fehlbetrag von über 300.000 Euro, ebenso im Jahr 2014 und 2016. Sebastian Brunner, Pressesprecher des einbestellten Insolvenzverwalters, spricht auch von einer sehr negativen Entwicklung im Ladengeschäft. Zudem kaufte die GmbH 1998 das Unternehmen Därr Expeditionsservice – in München-Sendling – auf und ist mit dem Geschäft in Ulm in drei Standorten aktiv. Die Marke Därr sei ebenfalls von der negativen Entwicklung betroffen: „Lauche & Maas verfügt über einen gewachsenen, treuen Kundenstamm. Wenn es gelingt, diesen zu erhalten und gleichzeitig neue Potenziale im Internet zu erschließen, dann bestehen gute Chancen für eine Rettung des Betriebes und der Arbeitsplätze“, zeigte sich der vorläufige Insolvenzverwalter bei der Betriebsversammlung zuversichtlich.
Frühzeitig stieg Lauche & Maas mit einem eigenen Beratungskatalog für Reiseausrüstung und Reisetipps auch in den Versandhandel ein, an den sich später der Internet-Handel anschloss. Der anfängliche Erfolg in diesem umkämpften Markt kehrte sich jedoch in den letzten Jahren um, weil man nicht Schritt halten konnte mit den Anforderungen der Zeit, sodass nun die Zahlungsunfähigkeit droht.


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