Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes 11.07.2023, 10:28 Uhr

Kreislaufwirtschaft: EU macht eher Rück- als Fortschritte

Der Europäische Rechnungshof kommt in einem aktuellen Sonderbericht zum Ergebnis, dass die Europäische Union bisher zu geringe Fortschritte in Richtung Kreislaufwirtschaft gemacht hat. In manchen Ländern sei die Entwicklung sogar rückläufig.
(Quelle: Shutterstock/Miha Creative)
Der Europäische Rechnungshof veröffentlichte Anfang Juli 2023 einen Sonderbericht zum aktuellen Stand der EU hinsichtlich der Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus:  Die Maßnahmen der Europäischen Union und Milliarden von Euro hätten diesbezüglich leider zu wenig Einfluss gehabt, insbesondere in Bezug auf das kreislauffähige Design von Produkten und Herstellungsprozessen.

Zwischen 2015 und 2021 sei die durchschnittliche Kreislaufquote für alle 27 EU-Länder nur um 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Sieben Länder - Litauen, Schweden, Rumänien, Dänemark, Luxemburg, Finnland und Polen - hätten sich in dieser Zeit sogar rückläufig entwickelt. Daher halten es die Prüfer für mehr als fraglich, dass die EU das Ziel erreicht, den Anteil der recycelten und in die Wirtschaft zurückgeführten Materialien bis 2030 zu verdoppeln.

"Die Erhaltung von Materialien und die Minimierung von Abfall sind wesentlich, wenn die EU ressourceneffizient werden und die Umweltziele ihres Green Deals erreichen möchte", sagte ECA-Mitglied Annemie Turtelboom. "Aber bisher war die EU-Maßnahmen machtlos, was bedeutet, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft in europäischen Ländern leider fast zum Stillstand gekommen ist."
Die Prüfer fanden auch nur begrenzte Belege dafür, dass diese EU-Aktionspläne wirksam zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen. Sie hatten bestenfalls eine bescheidene Wirkung, indem sie den Unternehmen halfen, sicherere Produkte herzustellen oder Zugang zu innovativen Technologien zu erhalten, um ihre Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten.



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