Umsatzausfälle von rund 15 Mrd. Euro 06.07.2022, 11:41 Uhr

BTE kritisiert: Corona-Schließungen epidemiologisch sinnlos und willkürlich

In Bezug auf den aktuellen Bericht des Corona-Sachverständigenrats zieht der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) Bilanz der Corona-Maßnahmen und fordert: „Wir wollen unsere Geschäfte offenlassen“!
(Quelle: Shutterstock/CorinnaL)
Waren die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sinnvoll? Dieser Frage gingen die Experten des Corona-Sachverständigenrats nach und haben vergangene Woche ihre über 160 Seiten umfassende Einschätzung dazu vorgelegt. In Bezug auf diesen Bericht äußert jetzt nach dem Handelsverband Deutschland (HDE) nun auch der Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren (BTE) seine Meinung dazu: „Die Schließung von Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäften in den Jahren 2020 und 2021 waren epidemiologisch sinnlos und willkürlich“. Infolgedessen fordert der Verband nun die Politik auf, in Zukunft auf unangemessene und wissenschaftlich kaum noch begründbare Corona-Maßnahmen zu verzichten, denn es gebe keinerlei Belege, dass im Nonfood-Handel ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Kunden existiere. „Zudem bestehen heute ernsthafte Zweifel, ob die Zugangsbeschränkungen für den stationären Handel angesichts der unsicheren wissenschaftlichen Datenlage überhaupt verfassungsgemäß sind“, erklärt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte besonders betroffen

Durch die Corona-Lockdowns haben insbesondere die stationären Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte stark gelitten, da saisonale Modekäufe nicht nachgeholt werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der aktuell schlechten Konsumstimmung die Umsätze im ersten Halbjahr 2022 vielfach immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau liegen. Insgesamt haben laut Berechnungen des Verbands die Corona-Maßnahmen der Politik zu Umsatzausfällen von insgesamt rund 15 Mrd. Euro geführt. Die Rücklagen vieler Unternehmer seien nun aufgebraucht und die staatlichen Hilfen vielfach unzureichend. „Tausende stationäre Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte werden daher erneute gravierende Corona-Zugangsbeschränkungen oder sogar Lockdowns wirtschaftlich nicht verkraften können“, prognostiziert Pangels. Daher lautet sein dringender Appell an die Politik: “Wir wollen unsere Geschäfte offenlassen und unsere motivierten und qualifizierten Mitarbeiter nicht für fragwürdige Zugangskontrollen einsetzen. Lassen Sie uns unseren Job machen! Dieses Land steht vor der härtesten wirtschafts- und sozialpolitischen Krise seit der Wiedervereinigung. In dieser Situation können Milliarden-teure und damit volkswirtschaftlich nicht mehr finanzierbare Verkaufseinschränkungen oder Geschäftsschließungen keine adäquaten Mittel sein!“



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