Handelsroute zwischen Asien und Europa 26.03.2021, 08:35 Uhr

Containerschiff blockiert Suezkanal

Das 400 Meter lange und 59 Meter breite Containerschiff „MV Ever Given“ blockiert seit der Nacht zum Mittwoch die wichtige Schifffahrtstraße zwischen Asien und Europa. Die Auswirkungen auf Lieferketten sind noch nicht absehbar.
Der 400 Meter lange Frachter „MV Ever Given“ steckt im Suezkanal fest.
(Quelle: Instagram/fallenhearts17)
Der Frachter, der sich auf dem Weg vom Roten Meer zum Mittelmeer befand, blieb bei der Durchfahrt nach einem Stromausfall an Bord stecken, wie die Hafenagentur GAC auf ihrer Website mitteilte. Daraufhin sei der Schiffsverkehr im Suezkanal vollständig gestoppt worden. Das taiwanesische Betreiberunternehmen „Evergreen Marine Corp“ teilte der Nachrichtenagentur AFP jedoch mit, dass eine Windböe das Schiff vom Kurs abgebracht hatte.
Schlepper und Baggerfahrzeuge bemühen sich bis zur Stunde, den Frachter aus seiner misslichen Lage zu befreien. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete von einem Stau von über 100 Schiffen, die den Kanal durchfahren wollten. Die ägyptische Regierung will die "Ever Given" innerhalb der nächsten drei Tage wieder freigeschleppt haben. Experten befürchten allerdings, dass die Blockade des Suezkanals noch Wochen dauert. Bisher konnten Bauarbeiter es nicht freilegen, und das hat Folgen.
Fahrradteile kommen später an. Als eines von mehreren betroffenen Fahrradunternehmen teilt der Hersteller und Großhändler Hermann Hartje (Hoya) mit, dass auf dem Schiff ein Container mit Zubehörteilen unterwegs ist. Dessen Verzögerung verursache zwar noch überschaubare Auswirkungen. „Allerdings beobachten wir die Lage aufmerksam hinsichtlich des Rückstaus der vielen anderen Containerschiffe, die den Kanal bis auf weiteres nicht passieren können. Hier haben wir bereits die Meldung einiger Lieferanten erhalten, dass sich für einzelne Lieferungen Verzögerungen ergeben; die Gesamtlage ist jedoch ausgesprochen intransparent. Wir werden uns bemühen, in Absprache mit unseren Lieferanten die bestmöglichen Lösungen zu finden“, so der Pressesprecher Tristan Zerdick.

Die taiwanische Handelsgesellschaft Taitra teilte mit, dass es mehrere Wochen dauern wird, um die Auswirkungen zu beurteilen. Aber bereits vor diesem Vorfall mangelte es an Containern und Arbeitern in der Abfertigung, weshalb die Preise für die Verschiffung bereits stark gestiegen waren (SAZsport 2/2021)
Laut der Betreibergesellschaft des Suezkanals wird die Route täglich von etwa 50 Schiffen passiert. Wenn Schiffe auf den Umweg über das Kap der Guten Hoffnung ausweichen müssen, dauert dies grob eine Woche länger. Der Suez-Kanal ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt und wird von zehn Prozent des gesamten internationalen Seehandels durchfahren. Nach Angaben der Suez Canal Authority (SCA) durchquerten 2020 rund 19.000 Schiffe mit insgesamt mehr als einer Milliarde Tonnen Fracht den Kanal.

Autor(in) Maxim Huber



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