ANWR-Generalversammlung 27.06.2017, 09:19 Uhr

Althaus erläutert Zalando-Deal

Bei der Generalversammlung von Sport-2000-Mutter ANWR in München stand unter anderem die erst jüngst beschlossene Kooperation von Schuhe.de mit dem Online-Versandhändler Zalando im Mittelpunkt.
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„Auch in der Partnerschaft mit Zalando haben wir nicht einfach nur eine Anbindung gesucht“, erklärte der ANWR-Vorstandsvorsitzende Günter Althaus. „Wir kommen auch bei der Schaffung von Zugängen zu leistungsfähigen Online-Plattformen unserem originären Auftrag als Einkaufskooperation nach – indem wir einheitliche Verträge schaffen, technische Schnittstellen realisieren und marktfähige Konditionen verhandeln. Indem wir dafür sorgen, dass jedes Paket mit unserer Marke gekennzeichnet ist und über den Rechnungssteller Schuhe.de dem Empfänger klar wird, dass der Artikel von einer Gemeinschaft stationärer Händler stammt, die man auch vor Ort wiederfinden kann.“ Die ANWR müsse mit den richtigen Plattformen zusammenarbeiten, um nicht die Schnittstelle zum Kunden zu verlieren. Die Partnerschaft mit Zalando sei der erste Schritt, mit dem man den Mitgliedern den Zugang zu Kunden und Märkten erleichtere. „Weitere werden im zweiten Halbjahr folgen“, versprach er.
Gegenüber SAZsport erläuterte Althaus exklusiv, warum die Entscheidung auf den Berliner Online-Versandhändler fiel. „Bei Zalando haben wir eine Gesprächsebene auf Top-Management-Level. Zalando stellt wie wir viele Qualitätsanforderungen. Bei Schuhen haben nun mal Zalando und Amazon die höchste Kundenrelevanz“, so der 49-Jährige.
„Derjenige wird im Handel der Zukunft das Geschäft machen, der den Kunden als erster mit den richtigen Themen und Produkten auf den richtigen Kanälen mit den richtigen Preisen anspricht. Das ist keine Frage von stationär oder online, sondern eine Frage der Passgenauigkeit. Und in diesem Wettbewerb müssen wir mitspielen und unseren Teil vom Kuchen sichern“, ist Althaus überzeugt. In diesem Hyperwettbewerb gehe es vor allem um Geschwindigkeit.
Die ANWR-Gruppe wandle sich zu einem integrierten Systemanbieter für den selbstständigen mittelständischen Schuh-, Sport- und zukünftig auch Textilhändler. „Wir stellen unseren Mitgliedern Lösungen zur Verfügung, die wir mit Händlern gemeinsam entwickelt und getestet haben“, sagte Althaus. Und redete den Mitgliedern ins Gewissen: „Wir haben keine Zeit für scheinbar genossenschaftlich legitimierte Sozialromantik. Vielmehr brauchen wir die Neudefinition unserer Genossenschaft. Sharing Economy, miteinander teilen, ist das Gebot der Stunde.“
Vorstandskollege Matthias Grevener ging auf die Geschäftszahlen der Sport 2000 International ein. Der Zentralregulierungsumsatz sei 2016 um 11,2 % auf über 1 Mrd. Euro gewachsen (Vorjahr 974 Mio. Euro), wobei der Großteil auf die deutsche Sport 2000 mit 772 Mio. Euro (Vorjahr: 688 Mio. Euro) entfällt. 24 % dieser Gesamterlöse stammen von Mitglieder, die in den vergangenen drei Jahren (also ab 1. Januar 2014) neu aufgenommen wurden.
In Deutschland haben die Generalisten mit 283 Mio. Euro (289 Mio. Euro) etwas an Power verloren, während sich die Spezialisten im Aufwind befinden. Sowohl die Teamsport-Spezialisten mit 88 Mio. Euro (77,4 Mio. Euro), Outdoor-Profis mit 85,1 Mio. Euro (70,1 Mio. Euro) als auch die Lauf-Profis mit 28,2 Mio. Euro (23,2 Mio. Euro) konnten deutlich zulegen. Bei den Generalisten hätten die Freetailer, also Händler, die enger mit Sport 2000 kooperieren und für ein Leistungspaket eine Umsatzgebühr von 1 % bezahlen, ihren Umsatz gesteigert, betonte Grevener.
Wie bereits berichtet, erzielte die ANWR Group im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 8,7 Mrd. Euro (+2,4 %).


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