Jubiläumsausgabe 08.06.2018, 09:08 Uhr

25. OutDoor stärkt den Fachhandel mit Privilegien und Newcomern

Die Jubiläumsausgabe der OutDoor in Friedrichshafen steht unter dem Motto „Outdoor für alle“. Vom 17. bis 20. Juni wird Europas Leitmesse zum 25. Mal Hotspot der Outdoor-Branche – und zur Begegnungsplattform mit Konsumenten.
Zum Jubiläum wartet Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen, „mit einer qualitativ hochwertigen OutDoor 2018 auf, die mit einer starken Teilnehmerpräsenz alles zeigt, was ein anspruchsvolles Publikum erwarten darf“. Zur OutDoor 2018 werden 950 Aussteller aus 40 Nationen wieder das komplette Messegelände mit allen zwölf Hallen, das mit rund 85.000 qm etwa zwölf Fußballfelder groß ist, belegen. Zahlreiche Innovationen der Branche, darunter 20 Welt­premieren, werden dem Handel wertvolle Impulse für sein Geschäft geben. „Die Stimmung ist ausgezeichnet. Ich glaube, wir haben eine sehr solide Veranstaltung 2018 vor der Türe. Der Buchungsstand ist sehr zufriedenstellend und ungefähr auf Augenhöhe zum Vorjahr“, freut sich OutDoor- und Eurobike-Bereichsleiter Stefan Reisinger auf das Jubiläum.

Motto: Fachhändler vor!

Mit der neuen „Retail First“-Initiative rückt die Messe Friedrichshafen künftig Fachhändler stärker in den Fokus. Neben einem kostenfreien Messeeintritt haben sie Priorität, wenn es um Buchungen der messenahen Unterkünfte in der Caravan Eriba City geht. „Wir haben die Kapazitäten der Übernachtungsmöglichkeiten um 40 % erhöht“, erklärt Reisinger. „Auch die Buchungssystematik läuft nicht mehr nach dem Motto ‚first come, first serve‘. Früher waren die Unterkünfte sehr schnell von Ausstellern und deren Personal ausgebucht. Jetzt stellen wir ein großes Kontingent exklusiv und kostengünstig den Fachhändlern zur Verfügung. Wir wollen eben ganz gezielt dem Fachhandel Mehrwerte anbieten, die es ihm einfacher machen, auf die OutDoor zu kommen.“ Mehr als 270 Hotels in und um Friedrichshafen sowie Zeltplätze im OutDoor-Camping-Park sowie am Bodensee sind für längere Messeaufenthalte buchbar.
Mit der Deutschen Meisterschaft im Bouldern (begrenzter Zugang für Endverbraucher zum abgetrennten Wettkampfareal in Halle B5), einem Micro-Adventure-Event in der Bodenseeregion mit Übernachtung unter freiem Himmel und dem Midsummer-Festival am Friedrichshafener Seeufer können bei der Jubiläumsausgabe der Messe alle Outdoor-Fans – auch Endverbraucher – mitfeiern.
„Wir haben ganz bewusst die 2018er OutDoor genutzt, um an der einen oder anderen Stelle zu experimentieren“, erklärt Reisinger. Nachdem die 96 Mitglieds-Unternehmen der European Outdoor Group (EOG) mehrheitlich für den Messestandort München abgestimmt haben, was die künftige Ausrichtung der OutDoor ab dem Jahr 2019 angeht, läuft der Vertrag mit der Messe Friedrichshafen im
Juli aus. Friedrichshafen hat angekündigt, mit dem Rückhalt einiger Player aus der Industrie auch 2019 eine Outdoor-Messe zu veranstalten und somit „der Branche weiterhin eine authentische und einzigartige Heimat am Bodensee zu bieten“.
Im vergangenen Jahr kamen 21.412 Fachbesucher zur OutDoor.
(Quelle: Messe Friedrichshafen)

Interaktion mit Verbrauchern

Über Details halten sich beide Messeveranstalter noch bedeckt. Die Premiere der neuen „OutDoor by ISPO“ im Jahr 2019 soll vom 30. Juni bis zum 3. Juli in München stattfinden. Weitere Details werden Ende Juni bekannt gegeben. Ob alle Mitglieder im Interesse der Branche abgestimmt haben, bezweifelt Reisinger. Er stellt mit Blick auf die Macht und die vertikale Integration einiger großer Player auch ­infrage, ob diese ein echtes Interesse an einer funktionierenden Fachhandelsplattform hätten. Es wird, so Reisinger, was die Politik angehe, eine spannende Messe. „Es ist ein Übergangsjahr und ein Jahr der Veränderung, das ist allen bewusst. Wir sind offen für die Idee, Enthusiasten, Multiplikatoren und Konsumenten anzusprechen. Mit anderen Events in Friedrichshafen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.“ An die vertraglichen Bedingungen, dass die OutDoor-Messe ein reines B2B-Event bleibt, werde sich die Messeleitung strikt halten, sauber zwischen den öffentlichen Themen und dem B2B-Part trennen. „Wir freuen uns tierisch drauf, dass wir die Deutschen Meisterschaften im Bouldern parallel abhalten können, das wollen wir publikumswirksam umsetzen. Zudem machen wir zum ersten Mal ein kleines Outdoor-Festival am See, wo wir auch Möglichkeiten sehen, die Fühler auszustrecken, was in Zukunft relevant sein könnte. Wir wollen mit diesen Events für die Branche werben, wollen der Industrie, den Herstellern, den Marken Begegnungsplattformen anbieten. Und die Interaktion mit dem Endverbraucher möglich machen –das wird von einem Aussteller mehr, von dem anderen weniger angenommen“, erläutert Reisinger.
Stefan Reisinger, Bereichsleiter OutDoor/Eurobike: „Wir sind offen für die Idee, Enthusiasten, Multiplikatoren und Konsumenten anzusprechen.“
Zur OutDoor erfahren die „OutDoor-Plus“-Bereiche ein Update: Neu in der Water Sports Area mit den Bereichen Kanu & Kajak, SUP, Bademoden und Zubehör ist der Aktionsbereich im Atrium mit extra installiertem Pool, der auch für Testfahrten und Demonstrationen genutzt werden kann. Als zentrale Informationsplattform bündelt das Running Center die Laufsport-Kompetenz der OutDoor und bringt mit dem Run & Trail Summit Medien, Hersteller sowie Handelsvertreter an einen Tisch. Auf dem Freigelände West kreiert die Messe eine Ausstellungsfläche im Zeichen von „Outdoor light“ mit 20 Marken, die ihr Outdoor-Kochequipment, -Spiele, -Möbel im Bereich HangOut zeigen. Dem Trend „Urban Fashion“ widmet die OutDoor im Rahmen der Lifestyle Collection in Halle A6 einen Bereich, der sowohl für Outdoor- als auch für City-Abenteuer geeignet ist.

Die Plattform mit größter Produkttiefe und -breite

Zukunftsweisende Themen wie Digitalisierung der Mode, Kaufentscheidungsprozesse sowie Nachhaltigkeit in der textilen Produktion diskutiert die Branche wieder in den „OutDoor Conferences“. Beim OutDoor Azubi-Tag können Auszubildende oder anzulernende Fachkräfte die OutDoor entdecken und sich in speziellen Fachworkshops weiterbilden. Die wichtigste Auszeichnung der Outdoor-Branche ist der „OutDoor Industry Award“; alle Gewinner werden im Foyer Ost ausgestellt und bei einer Verleihung am ersten Messe­abend prämiert. Start-ups mit Award werden mit einem kostenlosen Werbepaket, reduzierten Teilnahmegebühren und der Möglichkeit einer Kurzpräsentation auf der OutDoor-Stage unterstützt.
„Die Messe ist immer ein Spiegelbild des Marktes“, beschreibt Reisinger den aktuellen Status quo. Das Wachstum sei zwar nicht mehr so wie früher, aber dennoch sei der Markt auf einem sehr hohen Niveau. „Ganz große Megatrends, die haben wir nicht. Alle Outdoor-Aktivitäten liegen im Trend, egal ob Soft Acitivities, Lightweight oder Urban Outdoor. Das Segment Schuhe wächst weiter, ein modischer, urbaner Treiber steht dahinter.“ Reisinger vergleicht die Veränderung des Marktes mit einer Sanduhr. „Es gibt oben die ganz großen Marken, die immer größer werden, die sich immer mehr durchsetzen mit eigenen Aktivitäten hin zur vertikalen Integrierung. Sie eröffnen eigene Shops, betreiben Monomarken-Stores, sind bei den Einkaufsverbänden hoch gelistet. Diese machen sicherlich einen Löwenanteil des Marktes aus. Aber es gibt im unteren Teil eben auch sehr viele kleine, aber feine und authentische Newcomer. Die sind eigentlich das Salz in der Suppe. Sie machen das Ganze spannend und interessant. Diese haben nur auf einer solchen Plattform wie der OutDoor eine Chance, wahrgenommen zu werden und sich zu zeigen. Die fallen überall anders einfach durch den Rost. Diese Nischen­anbieter, die von weit her kommen und
im europäischen Markt vielleicht noch nicht so gesetzt sind, diese kann, glaube ich, nur eine solche Messe wie die OutDoor zeigen. Natürlich hat der Händler vor der Messe von seinen etablierten Lieferanten bereits die Kollektionsvorlage gehabt, auch den Außendienstler vor Ort gesehen oder auch schon eine Orderveranstaltung von einer Seite besucht. Aber das sind sehr singuläre Eindrücke. Das ist der unschlagbare Vorteil einer solchen Plattform wie der OutDoor: Diese wahnsinnige Produktbreite und Produkttiefe zu sehen. Und vielleicht auch auf den einen oder anderen zu stoßen, den man bisher noch nicht auf dem Radar hatte, und einfach Anregungen für sein tägliches Geschäft mitzunehmen.“

„Das Salz in der Suppe“ – interessante Neuaussteller und Start-ups auf der OutDoor 2018

Bei dem Camping-Zubehör von Solar Brother ist die Sonne der Koch.
(Quelle: Solar Brother)
Unter den insgesamt 178 Neuaustellern auf der Messe finden sich zahlreiche junge Unternehmen, die spannende neue Produkte präsentieren. Zwei von ihnen lassen sich im HangOut-Bereich finden: Die junge deutsche Marke Fyro präsentiert den ersten Holzkocher, der wie ein Gaskocher brennt und auch mit Bio­masse beheizt werden kann. Zum Entspannen laden hier auch die robusten, in Handarbeit gefertigten Hängematten des kleinen liechtensteinisch-amerikanischen Start-ups Hoi Outdoor ein. Stilvolle Hängeplätze fertigt auch TreePod, ein Kickstarter aus Colorado/USA: Die Hülsen sind ein Mix aus Hängematte, Stuhl und Zelt. Wahre Sonnenanbeter sind die futuristisch anmutenden Campinggrills des französischen Unternehmens Solar Brother.
Ein Start-up aus Österreich bringt mit „Luma Active“ Licht ins Dunkel.
(Quelle: Luma Enlite)
Eine Produktneuheit für Trailrunner kommt von der französischen Insel La Réunion: Die Marke Freexion hat mit „Free Race“ eine Trail-Weste geschaffen, deren Tragesystem der Statur und Morphologie des Läufers angepasst werden kann. Die Weste überzeugt zudem durch Schlichtheit und Eleganz. Wer gerne in der Dunkelheit Sport treibt, ist mit der Weltneuheit „Luma Active“ aus Österreich bestens ausgestattet. Ein Steirisches Start-up entwickelte das leistungsstarke LED-System, das in Mützen und Stirnbänder integriert werden kann. Der Frontstrahler mit drei Betriebsmodi leuchtet zwischen 5 und 30 m weit.
Boulder-Fans kommen mit einer Innovation aus Italien auf ihre Kosten. „ClimbLing“ ist eine interaktive Kletterwand zur Verbesserung des Klettertrainings. Die „intelligenten“ Boulder leuchten dank LEDs und weisen so die Pfade. Das passende Kletter-Outfit hierfür stellt die deutsche Marke Steinwild vor. Egal ob 5. oder 10. Grad, in der Halle oder am Fels: Mit den Modellen der jungen Meisterschneiderei aus der Oberpfalz ist man bestens gekleidet.
Erstmalig auf der OutDoor ist die tschechische Marke Coqui vertreten. Ihre farbenfrohen Clogs sind rutschfest, antibakteriell, einfach zu reinigen und punkten, speziell im Kids-Bereich, mit ihrem fröhlichen Frosch-Design.

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