Globetrotter-Veranstaltung: "Grüne und faire Outdoor-Produkte – geht das?" 19.11.2018, 14:55 Uhr

Mehr Transparenz im Outdoor-Markt

Der Outdoor-Filialist Globetrotter stellte sich zusammen mit Vaude Münchner Verbrauchern und der der Fragestellung „Grüne und faire Outdoor-Produkte – geht das?
Globetrotter ist bekannt für sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit und die Einführung eines eigenen Qualitätssiegels. Was bei diesem Thema wichtig ist, und wohin der Weg gehen sollte, beleuchtete der Globetrotter-Nachhaltigkeitsleiter Fabian Nendza bei einer Abendveranstaltung in der Münchner Filiale gemeinsam mit Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz.
„One Size fits all – das gibt es bei Nachhaltigkeit nicht“, so Fabian Nendzas These. Obwohl die Fragestellung in der gesamten Outdoor-Branche die gleiche sei, sähen die Lösungsansätze jedoch ganz verschieden aus, je nachdem wo das Unternehmen in der Wertschöpfungskette angesiedelt sei. „Für das Thema Nachhaltigkeit ist es nicht entscheidend, ob man ein internationaler Konzern ist oder ein kleiner Hersteller. Wichtig ist, dass man sich in Bewegung setzt. Denn nachhaltige Entwicklung entsteht nicht, indem wir zu Hause sitzen und uns fragen, wie das am besten geht“, lautet Nendzas Appell. Für eine nachhaltige Entwicklung von Produkten seien für Globetrotter daher vier Bereiche von entscheidender Bedeutung: Übergeordnetes Nachhaltigkeitsmanagement, Chemikalien-Management, ein Social Compliance System und Lieferantenmanagement sowie Materialstrategie.
Die Nachhaltigkeit von Globetrotter als Händler hänge dementsprechend von den Produkten und Marken im Sortiment ab. „Aus diesem Grund haben wir seit März dieses Jahres unser Nachhaltigkeitssiegel ‚Eine grünere Wahl’ eingeführt“, so Nendza. Für das Siegel wurden 35.000 Produkte verschiedenster Kategorien nach zehn Kriterien definiert. Das Siegel soll einerseits als interne Bewertung, sowie andererseits als Orientierung für den Kunden dienen. Wenn ein Produkt mindestens vier Kriterien erfüllt, bekommt es die Auszeichnung. „Wir haben ehrgeizige Ziele: Bis 2020 wollen wir das gesamte Sortiment nach diesen Kriterien überprüfen“, erklärt Nendza. Der Anteil der Grüne-Wahl-Artikel soll sich ebenfalls deutlich erhöhen, aktuell seien es 350 Produkte.
Fabian Nendza, Nachhaltigkeitsleiter bei Globetrotter, und Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz berichteten dem interessierten Münchner Publkum, wie das Thema Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen umgesetzt wird.
(Quelle: S.Schneider)
Der Tettnanger Outdoor-Ausrüster Vaude ist hier ein idealer Sparringspartner für Globetrotter. Er hat sich bereits seit Langem dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. 2009 übernahm Antje von Dewitz die Geschäftsleitung von ihrem Vater Albrecht, doch schon seit ihrer Kindheit sei das Thema Transparenz von enormer Bedeutung für sie gewesen. „Ich wurde im Kindergarten dafür verhauen, weil meine Kindergartenfreunde bzw. -feinde gedacht haben, dass wir Ausbeuter sein müssten, weil wir im Ausland produzieren. Das hat mich sehr geprägt. Transparenz war deshalb schon immer eine Waffe für mich“.Trotz des schwierigen Markts sei es ihre Vision, ein Unternehmen zu schaffen, das komplett transparent ist und in dem man jede Produktionsstätte weltweit unangemeldet besuchen könnte. „Ich will auch meinen Kindern noch stolz ins Gesicht blicken und sagen können, dass ich mich stets bemüht habe“, erklärt von Dewitz mit Nachdruck.
Den Begriff Nachhaltigkeit möge sie eigentlich nicht mehr, letztendlich liege es in der Verantwortung jeden Unternehmens, so wenig Fußabdrücke wie möglich zu hinterlassen, um der nächsten Generation eine lebenswerte Welt zu überlassen. Und dafür tun die Tettnanger einiges: als erstes Outdoor-Unternehmen wurde Vaude nach EMAS öko-zertifiziert. „Unter dem Motto ‚Miss es oder vergiss es’ haben wir alles gemessen. Das war sehr schwierig, aber trotz allem haben wir es Jahr für Jahr geschafft, von den Emissionen des Wirtschaftens runterzukommen“, sagt von Dewitz. Seit 2001 arbeitet das Unternehmen nach dem Bluesign-Standard. Die Materialien der „Green Shape“-Kollektion seien ca. 90 % biobasiert, recycelt oder bestünden aus reinen Naturrohstoffen. Lang ist die Liste der Auszeichnungen, die Vaude für seinen Einsatz beim Thema Nachhaltigkeit bekommen hat. „Wir möchten nicht Teil des Problems sein, aber ein Teil der Lösung“, erklärt die engagierte Geschäftsführerin und rundet ihren Vortrag mit einer schönen Metapher ab: „Was wir tun ist vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein – aber ein Tropfen im Wasser zieht Kreise“.

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