Interview mit David Rau, Fußball-Freestyle-Star 12.04.2019, 12:16 Uhr

Der mit dem Ball tanzt

Den 21-jährigen David Rau interessiert seit jeher die trickreiche Seite des Fußballs.
Mit atemberaubenden Freestyle-Moves begeistert er die Fans in den Social Media.
David Rau verdient mit Fußball Geld – jedoch nicht im Team, sondern als Freestyler und Blogger. Der 21-jährige Baden-Württemberger gewann Ende letzten Jahres den Influencer-Wettbewerb von Sport 2000 und soll künftig in den sozialen Medien den Teamsport-Spezialisten sowie den Absolute-Teamsport-Partnern mediale Aufmerksamkeit bringen – vor allem bei der fußballaffinen jungen Zielgruppe, die sich überwiegend auf Instagram und Co. informiert.
 
SAZsport:
David, wie bist du zum Fußball-Freestyle gekommen und was fasziniert dich daran?
Freestyle-Star David Rau begeistert seine Fans mit beeindruckenden Moves mit dem Ball
(Quelle: David Rau)
David Rau:
Ich habe zunächst sechs Jahre lang ganz klassisch im Verein Fußball gespielt, bis ich eine Knieverletzung hatte. In dieser Spielpause hatte ich mehr Freizeit und bin durch Cristiano Ronaldo auf Freestyle-Tricks aufmerksam geworden. Das wollte ich unbedingt auch probieren und fing an, zu Hause im Hof zu üben, den Ball überhaupt hochhalten zu können.  Als es dann klappte, hatte ich immer mehr Spaß dabei, sodass ich mich dann ganz auf Freestyle konzentrierte. Heute übe ich sechsmal die Woche ungefähr zwei bis drei Stunden.
 
SAZsport: Erfindest du deine Tricks selbst?
Rau: Die meisten Tricks gibt es natürlich schon, weil die Sportart jetzt schon über drei Generationen existiert. Man kann aber vorhandene Tricks neu kombinieren und seinen eigenen Style bilden, um so einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Ich versuche, alle Kategorien des Allround-Freestyle abzudecken. Also im Sitzen, im Stehen und mit allen Körperteilen.
 
SAZsport: Du bist im Guinessbuch der Rekorde. Welchen Rekord hältst du?
Rau: Der Trick heißt „Most football armrollers in one minute“. Dabei lässt man den Ball im Uhrzeigersinn eine Minute lang über die Arme rollen.    
 
SAZsport:
Wie sieht deine Zusammenarbeit mit Sport 2000 aus?
Rau: Ich erstelle für Sport 2000 Content für Social Media, beispielsweise Youtube-Videos, Schuh-Tests und Tutorials. Vergangene Woche war ich in Mailand beim Spiel AC Mailand gegen Inter Mailand, um den Fans zu zeigen, was sich da so hinter den Kulissen abspielt, und um Spielern wie Massimo Ambrosini Fragen von der Community zu stellen. Diesen Content spielen wir dann gemeinsam über die verschiedenen Kanäle auf Instagram, Facebook oder Youtube aus.
 
SAZsport: Welche Beiträge kommen bei deinen Fans am besten an?
Rau: Während ich mich auf meinem Kanal zu 100 Prozent mit den Themen Fußball und Freestyle beschäftige, mache ich für Sport 2000 auch Beiträge zu übergreifenden Teamsport-Arten. Zur Handball WM war ich zum Beispiel für den Verband in Berlin. Außerdem arbeite ich schon seit zwei Jahren mit Herstellern wie Adidas, Nike und Puma zusammen und bekomme seitdem Schuhe zum Testen. Diese Schuhtests kommen auf meinem Youtube-Kanal extrem gut an. Ich vertrete jedoch in den Videos zu 100 Prozent meine Meinung, weil ich ja eine gewisse Verantwortung habe, wenn ich den Zuschauern ein Produkt empfehle. Ich könnte das moralisch nicht mit mir vereinbaren, einen Schuh zu loben, wenn er ein Reinfall ist.
 
SAZsport: Du bist als Jugendbotschafter von International Child Care (ICC) im letzten Jahr nach Kambodscha geflogen. Wie sind deine Eindrücke dieser Reise?
Rau: Diese Reise würde ich als eines der Highlights meiner bisherigen Freestyle-Karriere ansehen. Ich habe ein Waisendorf in Kambodscha besucht. Dort wurde ich Schulklassen vorgestellt und habe erzählt, was ich als Freestyler mache. Dann haben wir den Kindern Bälle zur Verfügung gestellt und gemeinsam Fußball-Freestyle-Workshops durchgeführt. Das war eine ganz tolle Erfahrung, die ich definitiv nie wieder vergessen werde. Diese Kinder sind ganz anders gestrickt als europäische Kinder, sie schätzen die Zuwendung viel mehr und sind sehr respektvoll.
Diese Begegnung machte deutlich, dass der Sport seine eigene Sprache spricht, denn die Kinder konnten sich nicht mit uns auf Englisch verständigen. Auf dem Platz sind alle gleich, egal wo man herkommt, welchen sozialen Stand man hat und welche Sprache man spricht. Man kann sich durch den Fußball verständigen. Erstaunlich war auch die hohe Teamfähigkeit der Kids. Ich konnte spüren, dass sie während des Trainings aus ihrem Alltag fliehen und um sich herum alles vergessen konnten. Es hat mich sehr gefreut, zu sehen, mit welchem Spaß sie trainiert haben.
 
SAZsport: Was war bisher der aufregendste Moment deiner Karriere?
Rau: Neben der Reise nach Kambodscha gehören natürlich die Auftritte vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz- Arena in München oder vor 70.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart zu den Highlights. Aber auch Videodrehs mit Stars wie Thomas Müller, Manuel Neuer, Ronaldo, Neymar oder Özil geben mir extreme Motivation.
 
SAZsport: Hast du schon eine Vorstellung, welchen Weg du nach deiner Freestyle-Laufbahn einschlagen willst?
Rau: Ich konzentriere mich momentan voll und ganz auf meinen Beruf als Fußball-Freestyler und -Blogger. Außerdem möchte ich mir auf Youtube ein zweites Standbein aufbauen. Vielleicht werde ich später auch noch studieren. Ursprünglich wollte ich ein Studium in Sport- und Eventmanagement mittlerweile interessiere ich mich mehr für Regie- oder Schnitttechnik – ich schneide auch meine Videos alle selbst. Aber mit 21 Jahren bin ich ja noch jung und habe noch keine Riesenverantwortung.           

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