Klares Profil 05.03.2019, 10:46 Uhr

So positionieren sich Wintersport-Textilmarken

Eine klare Markenaussage und Kundenansprache sind heute enorm wichtig. Deshalb stellen Wintersportmarken ihre eigene Position und ihre individuellen Stärken vor.
Zum ersten Mal hat SAZ Sports & fashion eine umfassende Abfrage gestartet, wie sich Bekleidungsmarken aus dem Sport positionieren. Warum? Weil eine klare Markenaussage, eine klare Positionierung und eine klare Kundenansprache wichtig, wenn nicht sogar ausschlaggebend für den Erfolg sind. Heute, im komplexer werdenden Markt der funktionellen Bekleidung und angesichts der verblassenden Grenzen zwischen Sport und Mode, genügt es nicht mehr, nur Funktion anzubieten. Da müssen auch andere Attribute vorhanden sein, um die Gunst der Kunden zu gewinnen. Deshalb wurden Marken befragt, wie sie sich positionieren und wo ihre Stärken liegen. Sind sie modisch, funktionell, oder beides? Letzteres ist bei den Sportkonfektionären immer öfter der Fall, und das ist auch gut so. Wie sich die Marken positionieren, sehen Sie anhand unserer Spinnennetz-Diagramme.

Funktion mit hoher Qualität

Spitzenreiter bei den Nennungen sind Funktion und Qualität. So gut wie alle Marken bezeichnen sich als sehr funktionell und schätzen ihre Bekleidung als hochqualitativ ein. Das ist bei Sporttextilien möglich und auch nötig, denn Laminate, Isolationen oder auch andere funktionelle Stoffe müssen sorgfältig und qualitativ hochwertig verarbeitet werden, um ihre Vorteile ausspielen zu können. Schon das Design und der Schnitt sind auf die Bedürfnisse der Sportler und die Fähigkeit der Materialien abgestimmt. Das erfordert Wissen und Erfahrung, und in diesem Bereich haben Sporttextiliten einen Wissensvorsprung vor den Modemarken.
Viele Textilmarken aus dem Sport sehen ihre Positionierung bei einem mittleren Modegrad, sind dabei aber sehr funktionell. Nur wenige bezeichnen sich als sehr modisch.
(Quelle: SAZ Sports & fashion)
Andererseits arbeiten diese sportlichen Marken auch immer öfter daran, ein modisches Erscheinungsbild zu bieten. All das natürlich, ohne die Funktion zu vernachlässigen. Dass Sportbekleidung zu modischen Zwecken und auch in der Freizeit getragen wird, ist kein neues Phänomen. Bereits vor rund 20 Jahren war es in, eine Outdoor-Jacke auch in der Freizeit zu tragen. Geändert hat sich seitdem allerdings das Erscheinungsbild. Früher war quer durch die Fußgängerzone zu erkennen, dass ein „Fan“ mit einer Outdoor-Jacke unterwegs ist. Knallige Farben, weite Schnitte und robuste schwarze Besätze an Schultern und Ellbogen waren damals Trend. Heute kann eine solche Jacke auch schlicht und modisch designt werden, ohne ihre Funktion zu verlieren, und hochfunk­tionelle Laminate fühlen sich weich und natürlich an. So offenbaren diese Allround-Talente den Grad ihrer Funktionalität oft erst auf den zweiten Blick.

Modische Optik für den Sporthandel

Das ist von großem Vorteil für die Sportmarken und auch die Sporthändler. So fühlen sich die von uns befragten Sportkonfektionäre im Moment im Sporthandel sehr gut repräsentiert. Dennoch betonen sie, dass sie sich durchaus auch im Modehandel sehen würden, ­sofern es dort funktionelle Flächen gibt. Andersherum liebäugelt der Sporthandel immer ­öfter mit modischer Optik. Aber er ist glücklich darüber, dass die angesagte modische Optik zum Großteil von den Sportmarken abgedeckt werden kann. Dennoch gibt es, besonders im Luxussegment, immer wieder eine vollständige Verschmelzung von Sport und Mode. Marken wie Moncler, Jet Set, Lindbergh, J. Lindeberg, Bogner, Sportalm und andere haben ihren Platz sowohl im hochwertigen Sporthandel als auch im sportlichen Modehandel.
Was ist den befragten Marken weiters wichtig? Wie schon erwähnt betonen sie, dass ihre Bekleidung höchste Qualitätsstandards erfüllt. Und das ist auch gut so, denn funktionelle Bekleidung, die auch bei schlechtem Wetter zuverlässig funktioniert, kann nicht als „Fast Fashion“ mit heißer Nadel produziert werden.
So liebäugelt der Sport mit der Mode, und die Mode mit dem Sport. In der Vorstufe, bei den Stoffherstellern, gibt es längst keine Grenzen mehr. Die neuen Stoffe für Winter 2020, die aktuell vorgestellt werden, bieten beides: den modischen Look und Top-Funktion. So können sich Handel und Verbraucher in den nächsten Saisons auf immer modischere Kollektionen mit Mehrwert freuen.
(Quelle: SAZ Sports & fashion)
(Quelle: SAZ Sports & fashion)

Auf dieser Basis wurden die Grafiken zum Markenprofil erstellt:

Jede der auf den beiden folgenden Seiten abgebildeten Marken wurde von uns gebeten, ihre Stärken und Schwerpunkte zu bewerten. Dazu befragte SAZ Sports & fashion sie zu den Themen Mode, Funktion, Preis, Innovation, Qualität und Positionierung im Handel. Aus den Antworten der Marken erstellten wir die gezeigten Spinnennetz-Diagramme.

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