Salesmeeting bei Vaude
06.12.2018, 12:41 Uhr

Digitalisierung und Wachstum als Herausforderungen

Auch 2019 setzt Vaude stark auf das Thema Nachhaltigkeit, ein großer Fokus soll zudem auf dem stationären Handel liegen. Ein Besuch beim Vaude-Salesmeeting am Bodensee.
Ein Beitrag von Werner Müller-Schell
Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein kleiner Trend. In immer mehr Bereichen nimmt das Bewusstsein für einen gewissenhafteren, ökologisch sinnvolleren und zukunftsorientierteren Umgang mit unseren Ressourcen zu. Dass das besonders für die naturnahe Outdoor-Branche gilt, zeigte einmal mehr das von Vaude Mitte November in Bregenz am Bodensee veranstaltete Salesmeeting. Rund 100 Vertriebsmitarbeiter wurden dort in verschiedenen Workshops mit den neuen Vaude-Kollektionen in den Bereichen Mountain Sports, Bike Sports und Packs ’n Bags für die Herbst- und Wintersaison 2019/20 geschult. Das Thema Nachhaltigkeit bestimmte dabei durchgängig alle Produktkategorien.
 
Seit Jahren gilt Vaude als Vorreiter in Sachen „Sustainability“. Der Hersteller mit Sitz im baden-württembergischen Tettnang-Obereisenbach ist unter anderem Mitglied der Fair Wear Foundation und einziger Outdoor-Ausrüster in Deutschland, der sich von der Gemeinwohlökonomie bilanzieren lässt. Mit dem Green-Shape-Label hat das Unternehmen ein eigenes Bewertungssystem für nachhaltige Produkte geschaffen. „Voraussetzung ist natürlich, dass die Produkte eine gute Performance haben. Funktionalität und Nachhaltigkeit gehören bei uns selbstverständlich zusammen“, sagte Jan Lorch, Geschäftsleiter Vertrieb und CSR bei Vaude, im SAZsport-Interview. Der Erfolg gibt der Marke recht: Von 1. Januar bis 30. September 2018 konnte man den Umsatz um 3,5 % steigern. Im Inland stieg der Umsatz dabei um 1,0 %, im Ausland waren es stolze 10,8 %.

Im Handel soll der neue Vaude-Claim "Your life, your spirit" für Erfolg sorgen.
(Quelle: Werner Müller-Schell)
Marketingkampagne:

"Your life, your spirit“

Die Ziele für 2019 und darüber hinaus sind dabei klar gesteckt: Vaude will das Thema Nachhaltigkeit weiter forcieren und die Markenpositionierung als nachhaltiger Bergsportausrüster weiter stärken. Das gilt für alle Produktkategorien – auch für das im Bereich Nachhaltigkeit noch hinterherhinkende Schuhsegment. „Hier ist es deutlich schwieriger als in anderen Bereichen – etwa wegen der Klebstoffe. Aber auch hier werden wir unseren Green-Shape-Anteil erhöhen“, betonte Lorch. Im Handel sollen besonders der neue Vaude-Claim „Your life, your spirit“ sowie verschiedene weitere Aktionen, die den funktionellen und ökologischen Nutzen der Vaude-Produkte erlebbar und begehrlich machen, für Erfolg sorgen. Die Kampagne soll sowohl in den 17 Vaude-Franchisestores, als auch im klassischen Sportfachhandel gespielt werden.
 
Eine große Herausforderung sieht Vaude für die kommenden Jahre in der Digitalisierung. Der Fachhandel soll dabei weiter eine entscheidende Rolle spielen – auch das wurde in Bregenz mehrfach betont. „Wir sind überzeugt davon, dass der stationäre Fachhandel weiterhin sehr gute Perspektiven hat – wir sehen hier auch langfristig Anteile von über 50 %. Doch auch der Fachhandel ist vielerorts nicht mehr rein stationär, sondern muss sich digitalisieren“, erklärte Lorch, der auch in der Verknüpfung von Online- und stationären Händlern große Chancen sieht. Entsprechend wolle man Händler auf allen Kanälen unterstützen – sowohl stationär im Geschäft als auch digital, etwa durch die Vaude-App oder durch Premium-Content.

Rund 100 Vertriebsmitarbeiter wurden beim Salesmeeting bei Vaude geschult.
(Quelle: Vaude)
Fokussierung auf
eine Outdoor-Messe

Zur Ausrichtung für die Zukunft gehört bei Vaude auch die Messeplanung. 2019 unterstützt man so das Votum der European Outdoor Group (EOG) für den Umzug der OutDoor von Friedrichshafen nach München. Die neue und zugleich alte Messe in der bayerischen Landeshauptstadt soll somit die einzige Outdoor-Messe im kommenden Jahr sein, an der neuen Show in Friedrichshafen will man nicht teilnehmen. „Die OutDoor Messe in Friedrichshafen hat jahrelang einen sehr guten Job gemacht und natürlich hatten wir dort einen Standortvorteil. Allerdings ist es für uns wichtig, dass es eine große Plattform für unsere doch sehr heterogene Industrie gibt, auf der man sich präsentieren kann – und nicht mehrere kleine. Aus diesem Grund unterstützen wir den Umzug nach München“, so Lorch, der den Standort München in Sachen Internationalität und Medienpräsenz – „München ist ja doch eine Outdoor-Hauptstadt in Europa“ – auch als Chance betrachtet. An der Eurobike in Friedrichshafen will das Unternehmen dagegen nicht teilnehmen – der neue September-Termin sei zu spät, meinte Lorch.
 
Die Fokussierung auf die Outdoor-Messe in München soll dabei auch helfen, in Zukunft weiter international zu wachsen. Denn momentan werden noch 71,4 % des Umsatzes im Inland erwirtschaftet. „Wir wollen definitiv internationaler werden“, bestätigte der Vaude-CSO, die Initiative, die insbesondere auf das benachbarte europäische Ausland abzielt: Österreich, die Schweiz, die skandinavischen Länder, Großbritannien, die Benelux-Staaten sowie Norditalien. In Sachen Kommunikation soll dabei auch international der Nachhaltigkeitsaspekt in den Vordergrund gestellt werden. Das zeigte sich im Rahmen des Salesmeetings auch an der langfristigen Planung der Kollektionen und der Marketingausrichtung. Die neue „Your life, your spirit“-Kampagne soll so in jedem Fall bis zum Frühjahr/Sommer 2021 gespielt werden.

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