Max Hofbauer im Kurzinterview 02.07.2019, 10:51 Uhr

Warum Norrøna nicht auf der OutDoor ist

Der norwegische Premium-Outdoor-Ausstatter Norrøna ist nicht auf der OutDoor by ISPO vertreten. Wir haben mit Max Hofbauer, Interim Salesmanager Central Europe, über die Gründe gesprochen.
Branchenveteran Max Hofbauer war schon zu seinen Zeiten bei Bergzeit  im Beirat von Norrøna tätig. Nun stellt er die Outdoor-Marke hierzulande als Interim Salesmanager Central Europe neu auf, bis diese Position fix besetzt wird.
SAZsport: Warum ist Norrøna nicht auf der OutDoor?
Max Hofbauer: Das Thema Messe, ob ISPO oder OutDoor, Sommer oder Winter, beschäftigt uns alle seit Jahren. Was sind zeitgemäße Inhalte, welche Services werden erwartet? Und wann ist der richtige Zeitpunkt? Wir meinen, dass diese Fragen nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet wurden. Zudem haben wir wohl alle ein abnehmendes Interesse an Sommermessen feststellen müssen. Auch der geringe Anteil an Aufträgen, welche noch zur Messe geschrieben werden, verbunden mit den Kosten, haben uns bewogen diesen Sommer zu pausieren.
SAZsport: Wie war der Umsatz 2018 in Deutschland und international?
Max Hofbauer ist übergangsweise Salesmanager Central Europe bei Norrøna.
(Quelle: Norrøna)
Hofbauer:
Wir sind insgesamt und in Deutschland mit unserer Entwicklung zufrieden. Wir wachsen sehr gesund, geben aber grundsätzlich keine Zahlen heraus. Deutschland zählt auf jeden Fall zu einem unserer wichtigsten Märkte und wir sehen hier durchaus noch Potenzial für uns.
SAZsport: Mit welchen Themen geht Norrona in die nächsten Saisons?
Hofbauer: Die Themen „verantwortungsvolles Handeln“ (Responsible Business) und „Umwelt“ waren seit unserer Gründung im Jahre 1929 immer im Fokus, nur haben wir in der Vergangenheit daraus nie ein großes Kommunikationsthema gemacht. In den letzten Jahren haben wir sehr intensiv an der Erstellung und Umsetzung unserer CSR-Roadmap gearbeitet. Wir behandeln unsere Verantwortung dabei sehr transparent und wollen massiv zum nötigen Wandel bezüglich Umweltbewusstsein und wie die Textilindustrie arbeitet, beitragen. So wird das Thema Umwelt neben unseren Marken- und Produkt-Storys noch stärker in den Mittelpunkt unserer Kommunikation rücken.
SAZsport: Wie wird aktuell Deutschland betreut?
Norrøna stellt sich in Deutschland neu auf.
(Quelle: Norrøna/Instagram)
Hofbauer:
Wir arbeiten grundsätzlich in allen Märkten nur mit eigenen Norrøna-Mitarbeitern. Gute und einheitliche Standards und ein hundertprozentiges Verstehen unserer Markenwerte sind uns sehr wichtig. Deutschland ist Teil unserer Vertriebsregion Central Europe zusammen mit der Schweiz, Österreich und Südtirol. Funktionen wie Customer-Service, Finance oder Marketing sind dabei in Oslo zentralisiert und diese arbeiten eng mit den lokalen Teams und unseren Kunden zusammen. Nachdem wir ganz aktuell unser Key-Account-Management und die Betreuung von Österreich und Südtirol umstrukturiert haben, sind wir noch dabei die Rolle des Salesmanager Central Europe neu zu besetzen.
SAZsport: Welche Kriterien muss ein Händler erfüllen, um ein Norrøna-Händler zu werden?
Hofbauer: Wir denken nicht in schwarz oder weiß in Bezug darauf, wer ein Norrøna-Händler sein kann. Aber wir haben eine ziemlich klare Vorstellung hinsichtlich unserer Distributionsstrategie und wählen unsere Partner individuell und von Fall zu Fall aus. Grundsätzlich erwarten wir aber einen hohen Qualitätsstandard und eine entsprechend hochwertige Wahrnehmung und Ausstrahlung am Markt. Qualität steht ganz klar vor Quantität.
Norrøna-Store im norwegsichen Kristiansand
(Quelle: Norrøna)
SAZsport: Welchen Anteil hat das B2C-Geschäft mit Online-Shop und Stores?
Hofbauer: Norrøna hat sich in den letzten Jahren der Herausforderungen und Veränderungen des Marktes sehr aktiv gestellt. Wir haben unsere Möglichkeiten neu definiert und haben unser langjähriges klassisches Wholesale-Geschäft erfolgreich mit den Säulen Retail und E-Commerce ergänzt. Die Ausprägungen und Gewichtungen sind dabei je nach Region und Land sehr unterschiedlich. Grundsätzlich sehen wir in allen drei Bereichen weiteres Wachstumspotential für uns. Auch machen wir uns aktuell viele Gedanken, wie die Zusammenarbeit zwischen Industrie beziehungsweise Marke und Handel zukünftig aussehen wird.

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