Serie Corporate Social Sustainability 01.08.2019, 09:35 Uhr

Fjällräven will seine Leitbildfunktion weiter ausbauen

Der schwedische Outdoor-Ausrüster Fjällräven hat sich das Thema Umweltschutz seit seiner Gründung auf die Fahne geschrieben. Aiko Bode, Chief Sustainability Officer, spricht über die Leitbildfunktion der Marke innerhalb der Branche und wo er noch Handlungsbedarf sieht.
Aiko Bode, Chief Sustainability Officer
(Quelle: Fenix Outdoor)
SAZsport: Die Fachgruppe Outdoor im BSI hat sich wie viele große Textilfirmen dem Interessenverbund ZDHC angeschlossen. Viele Outdoor-Marken hatten sich committet, bis 2020 PFC-frei zu sein und auf die Nutzung gefährlicher Chemikalien in der Produktion und bei ihren Produkten zu verzichten. Wie ist der Status quo in der Outdoor-Branche bei Hartwaren, Schuhen und Textilien was dieses Ziel angeht?
Aiko Bode: Die Branche ist auf einem guten Weg und wird zumindest die PFCs mit Umweltrelevanz vollständig eliminiert haben. Fjällräven ist ja zum Beispiel bereits seit 2015 in allen Bereichen PFC-frei.
SAZsport: Wo steht Ihre Brand in puncto CSR-Level im Vergleich zur Outdoor-Branche?
Bode: Wir sind in weiten Bereichen führend. Fjällräven und Fenix haben eine Leitbildfunktion, die wir auch künftig weiter ausbauen werden: Verzicht auf PFCs und Chemikalien, ethisch vertretbare gewonnene Daunen und soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und Lieferanten sind nur ein paar Bereiche, in denen wir zumindest in Europa Zeichen setzen. Das wird uns auch durch CSR-Ratingagenturen wie ISS Oekom bestätigt.
SAZsport: Bei welchen CSR-Themen wie PFC, Mikroplastik oder anderen Bereichen sehen Sie Handlungsbedarf?
Bode: Bei allen und noch viel mehr! Wenn wir unseren Planeten retten und als Industrie glaubwürdig bleiben wollen, müssen wir uns allen sozialen und ökologischen Herausforderungen stellen: vom Klimawandel bis hin zur Plastikvermeidung ... und die Aufgaben werden nicht gerade klein sein.
SAZsport: Wie ist die Wahrnehmung der Konsumenten in Bezug auf Nachhaltigkeit?
Bode: Das Thema ist ja nun schon seit Jahren auf der Agenda und der Kunde hat das auf dem Schirm. Durch verschiedene Händlerinitiativen wie „Eine grünere Wahl“ bei Globetrotter-Ausrüstung werden die Kunden zunehmend sensibilisiert und wir als Industrie gefordert, Antworten zu geben.
SAZsport: Welche nachhaltigen Innovationen bei Sporttextilien sollte der Handel kennen?
Bode: Natürliche Fasern und wiederverwertbare Rohstoffe wie recycelte oder wiedergewonnene Wolle bei Fjällräven, sowie eine hundert Prozent transparente Wertschöpfungskette: in Zusammenarbeit mit Lieferanten wie bei unseren Daunen oder mittels eigener Tierhaltung wie bei unseren Brattlandsgården-Schafen aus Schweden.
SAZsport: Was kann der Handel bei dem Thema tun?
Bode: Kunden informieren, aufklären, Hilfestellung (wie eine grünere Wahl) oder auch den Service Reparaturen anzubieten. Damit wird Kompetenz gezeigt und Service gelebt.
SAZsport: Kennen Sie Outdoor-Fachhändler, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben?
Bode: Noch nicht, aber es wird ein Trend, und Fenix hat dies als Ziel.

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