„Turbulentes Marktumfeld in Deutschland“ 03.06.2019, 12:22 Uhr

Lowa-Gruppe erzielt über 190 Mio. Euro Umsatz

Bei der Jahrespressekonferenz von Outdoor-Schuster Lowa in Dresden konnte die Tecnica-Tochter ein Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 190,9 Mio. Euro vermelden. Allerdings habe der Markt laut Lowa zwischen online und offline noch nicht die finale Balance gefunden.
Mit 2,87 Millionen Paar (Vorjahr: 2,78 Millionen Paar) verkauften Schuhen im Jahr 2018 findet der marktführende Outdoor-Schuhhersteller Lowa (Jetzendorf) weiterhin einen stabilen Tritt. „Der Outdoor-Markt entwickelt sich mittlerweile mit einem Wachstum von zwei bis drei Prozent nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Jahren“, erklärt Alexander Nicolai, Geschäftsführer der Lowa Sportschuhe GmbH. „Seit einiger Zeit findet schon die Umstrukturierung auf der Handelsseite statt und die Balance zwischen Online- und Offline-Konzepten ist noch nicht final gefunden. Trotz dieser zunehmend schwierigeren Marktsituation konnte Lowa seine Paarzahl steigern und wir kommen Werner Riethmanns (Anm.d. Red.: Mitinhaber der Marke, die im Besitz von Tecnica ist) Traum von drei Millionen Paar verkauften Schuhen immer näher.“ Die Situation in der Produktion und Beschaffung in Europa werde ebenfalls schwieriger. Lowa lässt all seine Schuhe, auch die Multifunktionsschuhe, in Europa fertigen. Aber es werde immer komplizierter, geeignetes Personal für die Fabriken zu finden. Aufgrund steigender Material- und Lohnkosten musste man im Jahr 2018 Preiserhöhungen realisieren, die zu einem Umsatzanstieg über alle Länder hinweg führten.
Lowa-Geschäftsführer Alexander Nicolai will vor allem international expandieren.
(Quelle: Lowa)
Der Umsatz der gesamten Lowa-Gruppe (mit Deutschland, Schweiz und USA) stieg um 4,5 Prozent auf 190,9 Mio. Euro im Jahr 2018 (Vorjahr: 182 Mio. Euro). Damit baute Lowa seine internationale Marktpräsenz kontinuierlich aus; der Umsatzanteil von Deutschland am Gesamtumsatz betrug 49,5 Prozent. „In dem mittlerweile sehr turbulenten Marktumfeld in Deutschland weist Lowa eine minimal rückläufige Anzahl an Handelspartnern aus“, erläutert Matthias Wanner, Vertriebsleiter International bei Lowa. Der Deutschlandumsatz entwickle sich leicht positiv. „Durch unseren neu installierten B2B-Online-Shop können Sport- und Schuhgeschäfte rund um die Uhr Lowa-Produkte ordern. Dadurch haben wir einen weiteren Baustein der partnerschaftlichen Vertriebsphilosophie hinzugefügt. Auch unsere Dienstleistungen für Händler vor Ort bauen wir konstant aus und haben jüngst einen weiteren Showroom in Leipzig (MMC) eröffnet“, so Wanner.
In Österreich und der Schweiz klettert der Lowa-Umsatz ebenfalls in die Höhe. So gingen in Österreich im Jahr 2018 rund 215.500 Paar Schuhe über die Ladentische, was einen Umsatz von 16,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro) bedeutete. Vor allem die Fachhandelstreue werde belohnt, wobei die Verteilung zwischen dem Schuh- und Sporthandel in Österreich sehr ausgewogen bei jeweils 50 Prozent liege. Für die Zukunft sieht Josef Würtinger, der als Geschäftsführer von Lowa Österreich als Distributor fungiert, noch weitere Potenziale.
Das Segment Travel wurde bei Lowa nun unbenannt zu "Everday". Die Produkte wurden entsprechend neu interpretiert und der "Revolt" soll als Hybrid aus trendigem Sneaker und hochfunktionellem Wanderschuh einen neuen Meilenstein in der Produktentwicklung darstellen.
(Quelle: Frank Kretschmann )
In der Schweiz verkaufte Lowa im letzten Jahr 341.000 Paar Schuhe bei einem Umsatz von 33 Mio. Euro (Vorjahr: 30,7 Mio. Euro). „Lowa hat seine Marktposition in der Schweiz im Jahr 2018 weiter gestärkt“, erklärt René Urfer, Geschäftsführer von Lowa in der Schweiz. „Während der gesamte Outdoor-Schuhmarkt an Marktvolumen verlor, konnten wir in allen Segmenten zulegen und unsere Position als Marktführer weiter stärken. Die Grundpfeiler unseres Erfolgs sind natürlich die Produkte, unsere Serviceleistungen, das eigene Lager, gelungene Marketingkampagnen und ein sehr starkes Team.“
Lowa müsse nicht wie andere Outdoor-Marken bestimmte Zahlen erreichen. Pro Jahr wächst die Tecnica-Marke gesund und zumeist zwischen fünf bis zehn Prozent.
(Quelle: Lowa)
Für die Zukunft möchte Lowa international expandieren. „Wir exportieren unsere Schuhe bereits in 75 Länder. Hier sehen wir natürlich ein enormes Wachstumspotenzial“, blickt Nicolai vor allem in den USA (Exportanteil: sieben Prozent) und Asien (4,8 Prozent) nach vorne. Über die Segmente hinweg hätten sich vor allem die sportlichen Multifunktionsschuhe sehr gut gesteigert. Für Erwachsene aber auch im Kinderschuhbereich, in dem sehr qualitativ hochwertig verkauft werde, genauso wie im Winterschuhbereich sowie im Bereich „Professional“ habe sich der Umsatz positiv entwickelt. Aufgrund des sehr heißen Sommers taten sich viele Händler hingegen mit dem Verkauf von Lederwanderstiefeln etwas schwerer. Für dieses Jahr erwartet Lowa laut Nicolai in Deutschland im Verkauf eher Stückzahlen, die sich auf gleichem Niveau wie zum Vorjahr bewegen, das Wachstumspotenzial liege im Export. „Wir können weiterhin erfolgreich sein, wenn wir die richtigen Produkte liefern“, ist sich Nicolai sicher. Vor allem von den neuen Produkten in den Segmenten Mountaineering und Trekking verspricht er sich viel.
Aus dem Athleten-Team von Lowa zeigte bei der Pressekonferenz in Dresden die beste Eis-und Mixed-Kletterin der Welt, Ines Papert, in einer beeindruckenden Multimedia-Präsentation, wie sie nach ihrer gescheiterten Expedition am Shishapangma in Tibet wieder Mut für ihre künftigen Abenteuer gewann. Neu im Team ist derweil der Südtiroler Profi-Alpinist Simon Gietl, der mit Lowa spannende Gipfel ins Visier nehmen wird.

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