Direktgeschäft treibt Umsätze an 26.03.2019, 10:20 Uhr

Handel spielt weiter eine wichtige Rolle für Ecco

Das Geschäftsjahr 2018 konnte der dänische Schuhhersteller Ecco mit einem Rekordumsatz abschließen. Michael D. Christensen, General Manager Central Europe von Ecco, erklärt, welche Bedeutung dabei Digitalisierung für Ecco hat und welche Rolle der Fachhandel spielt.
(Quelle: Ecco / Bo Tornvig )
Mit einem Nettoumsatz von 1,31 Mrd. Euro und einem Gewinn vor Steuern von 201 Mio. Euro (Vorjahr: 184 Mio. Euro) kann Ecco auf das erfolgreichste Jahr seiner Unternehmensgeschichte zurückblicken. Insbesondere durch den Direktvertrieb an Endverbraucher konnte der dänische Schuhhersteller – wie auch in den Jahren zuvor – stark wachsen. Die Umsätze im stationären Own Retail stiegen um zehn Prozent, mit dem eigenen Online-Handel wurde sogar ein Plus von 36 Prozent erreicht.
Angetrieben wurde das Wachstum von Ecco insbesondere durch die guten Ergebnisse in den Gebieten Nordamerika und Asia Pacific, wo das Umsatzplus bei 12,6 Prozent bzw. 9,7 Prozent lag. In Europa waren die Umsätze dagegen rückläufig (minus 3,1 Prozent), was Ecco insbesondere auf einen Rückgang im Vertrieb über den Handel in Russland den skandinavischen Märkten und im Mittleren Osten zurückführt.
Weltweit führt Ecco rund 2.250 eigene Stores.
(Quelle: Ecco)
Für 2019 rechnet der Schuhhersteller mit einem moderaten Anstieg von Umsatz und Gewinn im Vergleich zu 2018. Weltweit werden mittlerweile mehr als 50 Prozent aller Ecco-Schuhe direkt an Endverbraucher verkauft. Dabei führt der Hersteller laut seines Jahresabschlussberichts 2018 rund 2.250 eigene Stores in 99 Ländern und arbeitet zudem mit über 14.000 Verkaufsstellen zusammen
Im Rahmen des Jahresabschlussberichts 2018 erklärt Ecco-CEO Steen Borgholm, dass das Unternehmen 2018 insbesondere in Digitalisierung als Wachstumstreiber investiert hat, sowohl hinsichtlich Design, als auch in Bezug auf Produktmanagement und den Verkauf an Endverbraucher.
Welche Bedeutung einerseits die Digitalisierung andererseits aber auch der Handel insbesondere in Deutschland und Europa für den Schuhhersteller hat, erklärt Michael D. Christensen, General Manager Central Europe bei Ecco, im Interview mit SAZsport.
SAZsport: Herr Christensen, welche Rolle spielt Digitalisierung aktuell für Ecco?
Michael D. Christensen
(Quelle: Ecco)
Michael D. Christensen:
Ecco will seine Kunden auf allen relevanten Kanälen erreichen. Natürlich ist heutzutage auch Online ein wichtiger Bereich. Seit einigen Jahren konzentrieren wir uns auf Digitalisierung, um eine Online-Präsenz auf unseren eigenen Plattformen und auch auf relevanten externen Plattformen zu gewährleisten.
SAZsport: Welche Maßnahmen hinsichtlich Digitalisierung sind für 2019 geplant?
Christensen: Wir sind ständig dabei, unsere Online-Aktivitäten zu optimieren, und wir arbeiten aktuell daran, weitere Online-Plattformen in Märkten außerhalb Europas zu implementieren.
SAZsport: Bereits über 50 Prozent der Schuhe von Ecco werden über eigene Stores oder Online-Shops verkauft. Warum setzt Ecco jetzt noch stärker auf Own Retail und schiebt damit den stationären Handel aufs Abstellgleis?
Christensen: Der Vertriebsanteil im Annual Report ist als eine weltweite Statistik zu verstehen. Für Deutschland und Europa bleiben Händler im Brown-Shoe- und Outdoor-/Sport-Segment ein wichtiger Grundstein der Vertriebsstrategie.
SAZsport: Im Jahresbericht heißt es, dass Ecco seine Partnerschaft mit Händlern in Schlüsselmärkten stärken will. Welche Märkte sind das? Und wie soll die Stärkung der Partnerschaft konkret aussehen?
Christensen: Wir haben weltweit eine Vielzahl an strategisch wichtigen Schlüsselmärkten. Deutschland und Europa waren immer schon Schlüsselmärkte und werden mit ihrer starken Position auch in Zukunft eine wichtige Rolle in unserer Vertriebsstrategie spielen. Wir streben weiterhin eine verbesserte Zusammenarbeit mit professionellen Händlern aus unterschiedlichen Segmenten an, die unsere Marken- und Vertriebsstrategie unterstützen.
SAZsport: Wie hat sich der Bereich Ecco Outdoor im letzten Jahr entwickelt – insgesamt gesehen und dann auch im Speziellen im deutschen Markt?
Christensen: Der Fokus auf die Outdoor-Kollektion und der Verkauf durch Outdoor-/Sport-Vertriebskanäle steigt an. Die Kollektion wurde zunehmend innovativer. So setzt unser Outdoor-Team auf eine Vielfalt an Lederarten und auf etliche Kooperationen mit Partnern wie Michelin und PrimaLoft. Daraus entstand eine Kollektion, die hochfunktionelle Schuhe beinhaltet und zum Beispiel rutschfeste Michelin-Außensohlen und PrimaLoft-Isolationen aufweisen. Unsere Outdoor-Kollektion wurde also deutlich funktioneller und mit mehr innovativen Details und Materialien versehen. Der technologische Fortschritt bleibt in den kommenden Kollektionen ein wichtiger Aspekt.

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