Expansion am Standort Gera 13.08.2019, 15:14 Uhr

Bauerfeind feiert 90. Jubiläum

Bauerfeind hat Grund zum Feiern: Der Kompressionsspezialist begeht in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Die Stimmung im thüringischen Zeulenroda ist auch sonst bestens: Aufgrund der steigenden internationalen Nachfrage wird die Produktionsstätte in Gera ausgebaut.
Bauerfeind, der Hersteller von Kompressionsstrümpfen, Sport-Bandagen und medizinischen Hilfsmitteln wird 90 Jahre alt. Bei der Festveranstaltung zum Firmenjubiläum gratulierten der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow, Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel sowie Landrätin Martina Schweinsburg dem heutigen Firmeninhaber Hans B. Bauerfeind und lobten sein beispielhaftes Unternehmertum und sein persönliches Engagement für die Region.
Prof. Hans B. Bauerfeind leitet seit 1962 die Geschicke des thüringischen Familienunternehmens Bauerfeind.
Quelle: Bauerfeind
Bauerfeind hat sich im Laufe seiner Geschichte zu einem der Weltmarktführer im Bereich Bandagen und medizinischer Hilfsmittel entwickelt. Das 1929 als Gummiwirkerei und -Strickerei gegründete Familienunternehmen beschäftigt 1.100 Mitarbeiter am Stammsitz in Zeulenroda, mit den weiteren Produktionsstandorten in Remscheid (Nordrhein-Westfalen), Gera sowie den Tochtergesellschaften in über 20 Ländern sind es derzeit insgesamt rund 2.100 Mitarbeiter weltweit. Die Produkte werden ausschließlich in Deutschland und zum Teil noch in Handarbeit hergestellt.
Die deutsche Basketball-Legende Dirk Nowitzki (Mitte) ist seit 2016 Markenbotschafter für Bauerfeind. Bei einem Besuch am Standort Zeulenroda wird er von Prof. Hans B. Bauerfeind (r.) durch die Produktion geführt.
Quelle: Bauerfeind
Im Bauerfeind-Innovationszentrum tüfteln Wissenschaftler, Ärzte, Sanitätsfachhändler oder Orthopädietechniker an neuen Geweben und Produkten, tauschen sich mit Orthopäden und Kliniken aus. 2016 brachte Bauerfeind eine eigene Sportlinie mit hochwertigen Sportbandagen, Kompressionsprodukten sowie Einlagen auf den Markt. Als Markenbotschafter konnte das Familienunternehmen die deutsche Basketballlegende Dirk Nowitzki und die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner gewinnen. Das Know-how für Sportartikel eignete sich das Unternehmen durch viele langjährige Kooperationen im Spitzensport an: 2002 stattete Bauerfeind erstmals das deutsche Olympia-Team aus, seit 2010 sind die Thüringer Partner des jeweiligen Organisationsteams und versorgt Sportler aller Nationen.
Vom Verwaltungsgebäude und den Produktionshallen in Zeulenroda werden die von Bauerfeind produzierten Sportbandagen und Kompressionsstrümpfe in alle Welt geschickt.
Quelle: Bauerfeind
Der Einstieg ins Sportbusiness verhalf dem Hersteller zu Wachstum: durch das steigende Fitness- und Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher ist die weltweite Nachfrage nach Bandagen, Orthesen, orthopädischen Einlagen und Kompressionsstrümpfen nach Unternehmensangaben weiter steigend. Um die höheren Mengen produzieren und schnell ausliefern zu können, sind laut einer Unternehmensmitteilung nun zusätzliche Kapazitäten notwendig geworden: Daher wurde die Produktionsstätte in Gera ausgebaut. Seit Mitte Juli 2019 werden hier auf einer Fläche von 700 Quadratmetern derzeit Orthesen für den Ellenbogen und Bandagen für das Sprunggelenk hergestellt, die Fertigung soll in den nächsten Monaten schrittweise noch aufgestockt werden. „Bis Anfang nächsten Jahres wollen wir hier drei weitere Orthesen für Rücken und Hand herstellen“, erklärt Lars Eulitz, Produktionsleiter der Betriebsstätte Gera.
Bei der Jubiläumsfeier wurde Vorstandsvorsitzender Prof. Hans B. Bauerfeind von den geladenen Ehrengästen insbesondere für seinen Mut gelobt, dass er das Unternehmen nach der Wende wieder an seinen Gründungsort Zeulenroda zurückgeführt hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Familie die thüringische Heimat verlassen und sich in Darmstadt angesiedelt. Ministerpräsident Bodo Ramelow bezeichnete die Rückkehr als wertsteigernd für die gesamte Region und er dankte allen Mitarbeitern, die seitdem weltweit für ein gutes Ansehen der Stadt und der Region sorgen.
So sah 1934 ein Nähsaal bei Bauerfeind aus. Auch heute werden viele Produkte noch in Handarbeit in Deutschland hergestellt.
Quelle: Bauerfeind
Doch auch nach 55 Jahren aktiver Tätigkeit für das Unternehmen hält der 78-jährige Bauerfeind noch lange nicht still: „Ob sie es glauben oder nicht: Ich schaue lieber nach vorne als zu oft zurück. Es bringt nichts für die Zukunft, sich auf vergangenen Erfolgen auszuruhen. Vieles relativiert sich auch mit der Zeit und verliert an Bedeutung, erst recht innerhalb von 90 Jahren. Aber was wir in den vergangenen Jahren gemeinsam geschaffen haben, ist schon beachtlich macht mich auch ein bissen stolz.“

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