Digitale Helfer 06.08.2019, 09:01 Uhr

So kommunizieren Hersteller via Apps mit den Kunden

Immer da sein, wo der Kunde ist – ein Ziel das alle Hersteller verfolgen. Deshalb erweitern zahlreiche Outdoor-Marken ihr digitales Kommunikationskonzept um Smartphone-Apps.
Ein Beitrag von Werner Müller-Schell
Zwölf Jahre nach dem Erscheinen des ersten iPhones und der daraufhin erfolgten Etablierung des Smartphones liegen Apps noch immer im Trend. Allein im Jahr 2018 wurden 80 Milliarden Apps auf Handys installiert – das geht aus Schätzungen des Datenanalyseinstituts Trefis.com hervor. Ein Wert, der bei Weitem nicht das Ende des App-Booms darstellt: In den kommenden Jahren könnte die Zahl auf 110 Milliarden Downloads pro Jahr steigen, so die Experten. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Apps ermöglichen es Smartphone-Nutzern, Informationen abzurufen, in Interaktion zu treten oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen – schnell und einfach, ohne umständliches Surfen im Netz.
Auch die Outdoor-Branche mischt im App-Geschäft kräftig mit. Mehrere Firmen bieten eigene Programme an, um das Einkaufserlebnis für ihre Kunden zu erhöhen, Informationen über ihre Marken zu liefern oder Händler zu schulen und im Verkauf zu unterstützen. Im Folgenden stellt SAZsport exemplarisch einige Apps vor. (Die Bewertungen wurden am 14.6.2019 über einen Desktop-Rechner abgerufen.)

Quelle: Lowa
Lowa Footprints – die Community

Der Traditionsschuster Lowa launchte im Jahr 2017 das unternehmenseigene soziale Netzwerk Lowa Footprints. Die neue App vernetzt Outdoor-Begeisterte weltweit und soll die Marke emotional erlebbar machen. Für Lowa bietet die App somit Marketingpotenzial, zudem bekommt der Jetzendorfer Schuster wichtige Einblicke ins Kunden- und Kaufverhalten aus erster Hand. Mit Hilfe der App können die Nutzer neben dem klassischen Posten von Bildern und Videos, zusätzlich Text, Standort, Aktivität und Tourendetails mit ihren Followern teilen. Zudem wird jeder Footprint mit dem passenden Lowa-Schuh getaggt. Per Klick auf den Schuh lässt sich nachverfolgen, was andere Nutzer mit diesem Schuh-Modell erlebt haben. Beim German Brand Award in Berlin wurde die App im Juli 2017 mit dem Preis „Winner“ im Bereich „Brand Apps“ der Kategorie „Excellence in Branding, Strategy & Creation“ ausgezeichnet. Derzeit verfügt die Community über rund 4.000 registrierte Benutzer. (Nutzerbeurteilung im App-Store: 3,0/5,0 bei 4 Bewertungen; im GooglePlay-Store: 4,8/5,0 bei 8 Bewertungen)

Quelle: Mammut
Mammut Connect – mehr Infos für Kunden         

Seit Januar 2019 gibt es Mammut Connect. Die App ermöglicht es, emotionale und interaktive Produktinformationen direkt mit dem Konsumenten zu teilen. Durch die drahtlose Verbindung mit einem in die Kleidung integrierten NFC-Chip („Near Field Communication“) können Endverbraucher auf ihrem Smartphone Informationen abrufen und zahlreiche weitere Serviceleistungen in Anspruch nehmen – angefangen mit dem Finden des nächsten Mammut-Händlers mit dem gesuchten Produkt oder der Dokumentation der eigenen Aktivitäten. Der Konsument kann sich zudem aktiv einbringen und Feedback zum Produkt geben. Mammut legt auch besonderen Wert auf das Thema Datenschutz: Auf dem Chip werden keine Konsumenten-Daten gespeichert, sondern lediglich eine eindeutige NFC-ID sowie eine URL, um das Produkt zu identifizieren. (Nutzerbeurteilung im App-Store: 5,0/5,0 bei 6 Bewertungen; im GooglePlay-Store: 4,9/5,0 bei 13 Bewertungen)

Quelle: Osprey
PackSizer 2.0 by Osprey – das Messtool

Das Problem, den richtigen Rucksack für die richtige Körpergröße zu finden, ist kein seltenes. Der PackSizer 2.0 by Osprey setzt genau hier an. Bei dieser App handelt es sich um ein Programm, das mithilfe der Kamera des Handys oder Tablets den Oberkörper des Nutzers vermisst und so die richtige Rucksackgröße aus dem gesamten Osprey-Angebot findet. Das Ganze passiert in drei einfachen Schritten: Ganzkörperfoto schießen, Körpergröße auf dem Foto markieren und Oberkörper auf dem Foto markieren. Das Ergebnis ist dann die persönliche Rucksackgröße. Die Nutzer können die Rucksäcke zudem nach Aktivität sortieren, mehr über einzelne Rucksäcke herausfinden und auf die Webseite gehen, um den ausgewählten Rucksack zu kaufen. Die PackSizer-App verfügt außerdem über ein Ressourcenzentrum, in dem man Anleitungen zur Auswahl des passenden Rucksacks und zur Vorbereitung auf die jeweiligen Abenteuer finden kann. Insgesamt wurde die App bereits 110.000-mal heruntergeladen. (Nutzerbeurteilung im App-Store: 5,0/5,0 bei 3 Bewertungen; im GooglePlay-Store: 4,5/5,0 bei 76 Bewertungen)

Ortovox Alpine Tours – die Tourendatenbank

Die Ortovox Bergtouren-App gibt es bereits seit 2011. Für ein Pilotprojekt suchte das Online-Portal Outdooractive damals einen Partner, das Ergebnis ist die heute umfangreichste Touren-App im App-Store. User können so aus Tausenden Ski-, Snowboard-, Wander-, Hoch- und Biketouren sowie Freerideabfahrten oder Alpinklettereien nach den unterschiedlichsten Kriterien auswählen, wobei die App kostenlos ist. Das Programm bietet so die Möglichkeit, Touren und Karten offline zu speichern, liefert spezielle Tourentipps und vermittelt bei Bedarf Know-how aus der Ortovox-Safety-Academy. Außerdem bietet sie Zugriff auf Tools wie den Lawinenlagebericht, eine Notruf-Funktion etc. Wer will, kann zudem auch vom Desktop auf die App zugreifen. Der Umfang ist mittlerweile üppig: Neben mehr als 40 eigenen Ortovox-Touren kann man gesamtheitlich auf über 250.000 Tourenvorschläge zugreifen. Die User honorieren das: Die Ortovox-App hat so bereits über 140.000 Downloads verzeichnet. (Nutzerbeurteilung im App-Store: 4,7/5,0 bei 347 Bewertungen; im GooglePlay-Store: 4,1/5,0 bei 414 Bewertungen)
Quelle: Ortovox
Vaudepedia
Ein Tool für Händler
Vaude
Mit der App Vaudepedia bietet der Outdoorspezialist Vaude seit mehr als zwei Jahren eine digitale Verkaufsunterstützung für den Fachhandel an. Über sie erhält das Verkaufspersonal selbst offline alle Inhalte der Wissensseite www.help.vaude.com, findet Pflege- und Reparaturanleitungen und kann mithilfe des Zeltratgebers das geeignete Zelt für jeden Einsatzzweck eines Kunden ermitteln. Mit einem Relaunch im vergangenen September hat man die App nun durch eine zusätzliche Scan-Funktion erweitert. Verkaufsberater erhalten dadurch immer aktuelle und detaillierte Informationen zum gescannten Produkt sowie Hintergrundinformationen zur Marke. (Nutzerbeurteilung im App-Store: 4,3/5,0 bei 19 Bewertungen; im GooglePlay-Store: 4,0/5,0 bei 7 Bewertungen)

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