"Omnichannel-Modell funktioniert nicht ohne Fachhandel" 02.04.2019, 06:00 Uhr

Die nächsten Schritte von Amer Sports nach der Übernahme

Der Deal ist abgeschlossen: Anta Sports hat Amers Sports für eine Summe von rund 4,6 Mrd. Euro gekauft. Was kommt jetzt auf den deutschen Fachhandel zu? 
Die zum teil führenden Marken im Portfolio von Amer Sports, namentlich Atomic, Salomon, Wilson, Suunto, Peak Perfomance, Precor und Arc'teryx, sind nun in der Hand von Anta Sports, dem größten chinesischen Sporthändler und -hersteller. Vor allem in Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking spielt diese Akquisition eine große Rolle.  Daniel Sprung, Countrymanager Deutschland von Amer Sports, erklärt, was der deutsche Fachhandel nun erwarten kann.
SAZsport: Was bedeutet die Übernahme durch Anta Sports für den Fachhandel konkret in Deutschland, Österreich und der Schweiz für jede einzelne Marke aus Ihrer Gruppe?
Daniel Sprung: Wir gehen nicht davon aus, dass der Eigentümerwechsel wesentliche unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, das Anlagevermögen, die Führungspositionen oder den Geschäftssitz unseres Unternehmens haben wird. Amer Sports soll ebenfalls als eigenständiges Unternehmen mit Hauptsitz in Helsinki, Finnland, fortgeführt werden. Das Konsortium plant, erhebliche finanzielle und andere Ressourcen zu investieren, um unser Wachstum weltweit zu beschleunigen – im Rahmen unserer bestehenden Unternehmensstrategie. Amer Sports setzt deshalb weiterhin auf nachhaltiges Wachstum und baut dabei auf die Stärke unseres Portfolios führender Marken. Wir werden auch in Zukunft ein starker und zuverlässiger Geschäftspartner bleiben. Für unsere deutschen Fachhandelspartner wird die aktuelle Übernahme durch das Konsortium keine merklichen Änderungen verursachen. Wir bauen nach wie vor auf die starken Partnerschaften und die gemeinschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern, denn sie sind zentrale Säule unserer Vertriebsstrategie.
Kann Atomic & Co. nach der Übernahme von Konzernmutter Amer Sports im Fachhandel noch eine Rolle spielen? Daniel Sprung, Countrymanager bei Amer Sports, gibt Antworten.
(Quelle: Amer Sports)

Der Vertrieb unserer Marken beruht auf unterschiedlichen Vertriebsmodellen. Allen gemein ist eine starke, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Fachhandel und Marke - für Amer Sports die Konstante zum Erfolg. Wir wollen für den richtigen Kunden die richtige Ansprache und Betreuung bieten, sei es rein produktbezogen oder mit einer umfassenderen Unterstützung hinsichtlich zusätzlicher Marketingmaßnahmen und Kampagnenaktivierungen von Markenseite. Natürlich ist es richtig, dass wir mit der Umstellung auf eine Omnichannel-Strategie vor zwei Jahren den Konsumenten und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt gerückt haben. Wir möchten an allen Berührungspunkten mit unseren Marken eine Beziehung zum Konsumenten aufbauen, damit er sich langfristig für unsere Marken entscheidet. Unser Omnichannel-Modell funktioniert jedoch nicht ohne den Fachhandel. Diesen verstehen wir als zentralen Berührungspunkt zum Kauf und somit bilden unsere Handelspartner mittelfristig eine unabdingbare Säule unserer Strategie.
SAZsport: Werden neben Mavic aktuell noch andere Marken zum Verkauf oder zum Kauf für die Amer Gruppe diskutiert?
Sprung: Hierzu kann ich keine Aussage treffen.
Laut Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer ist die größte Skifabrik am Standort Altenmarkt (Salzburg) nach der Übernahme gesichert: Es bestehe die Chance den Markt in China auf 250.000 Paar anwachsen zu lassen Zum Vergleich: in Österreich seien es rund 392.000 Paar Ski im Verkauf. Atomic will laut Mayrhofer zunächst mit 50 Leih-Shops in China starten. In den nächsten zwei Jahren sollen 20 Mio. Euro in den Bau eines neuen Logistikzentrums und in Produktinnovationen fließen. Seinen Angaben nach habe Atomic den Umsatz im Geschäftsjahr 2018 auf 200 Mio. Euro (2017: 170 Mio. Euro) gesteigert und ein „sehr erfreuliches Betriebsergebnis“ erzielt, weil man „viel flexibler“ als früher, hauptsächlich nach vorhandenen Bestellungen fertige", so der Atomic-Chef im Magazin Trend.
(Quelle: Instagram/Amer Sports)


SAZsport: Wie beurteilen Sie Ihre neue Messe in Zauchensee? Wird das Event 2020 fortgeführt?
Sprung: Unserer Wintersport-Equipment-Launch in Zauchensee kam allseits hervorragend an und wurde mit einem sehr positiven Feedback seitens unserer Fachhandelspartner aufgenommen. Auch sind wir sehr zufrieden, wie gut das Event in einer arbeitsreichen Zeit angenommen wurde - eine Teilnehmerzahl von über 100 deutschen Händlern spricht für sich. Wir möchten das Eventformat grundsätzlich fortführen. Dabei beziehen wir unsere diesjährigen Erfahrungen sowie das Feedback unserer Partner in die Planungen für zukünftige Formate mit ein.

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