Future Stores 11.03.2019, 08:59 Uhr

So inszenieren Sporthändler die Stores der Zukunft

Zwei Sporthändler haben sich fit für die Zukunft gemacht: Engelhorn Sports und Sporthaus Reischmann präsentieren sich nach ihrem Umbau jünger, erlebnisreicher und auch digitaler.
Ein Beitrag von Rita Balon
Mut zur Veränderung bewiesen 2018 zwei deutsche Sporthändler: Engelhorn Sports in Mannheim und das Ravensburger Sporthaus Reischmann haben sich einer Verjüngungskur unterzogen und mit Umbauten und Erweiterungen neue, einladende Erlebniswelten geschaffen. SAZsports & Fashion hat sich für Sie umgeschaut.
Sporthaus Engelhorn, Mannheim: Emotionale Produktinszenierung
Seit März 2018 zeigt sich das Sporthaus Engelhorn in neuem Glanz. Sowohl in der Gestaltung als auch in puncto Customer Experience geht das Mannheimer Familienunternehmen neue Wege. Entstanden sind in drei neu konzipierten Etagen nahbare Sportwelten mit spannenden Wareninszenierungen, großzügiger Wohnzimmeratmosphäre und hohem Erlebnisfaktor. „Vor allem in den beiden oberen Etagen haben wir viele Warenwände und Raumteiler entfernt und das Gebäude mutig fürs ­Tageslicht geöffnet“, so Philipp Beck, Geschäftsführer des Architektur- und Gestaltungsbüros Atelier 522, das für den Umbau des Sporthauses verantwortlich zeichnet.
Durch den Umbau gibt es nun erstmals für Damen und Herren eigene Zonen und Welten.
(Quelle: Engelhorn)
Eine wichtige Säule des neuen Konzepts ist die Auflösung der strengen Strukturierung der Etagen nach Sportarten. Durch den Umbau erhielten Damen und Herren erstmals ­eigene Zonen und Welten. „Um den Kaufprozess an allen Kontaktpunkten so leicht wie möglich zu gestalten, nehmen weit mehr Produkt­inszenierungen als bislang die Kunden in Empfang“, erklärt Philipp Beck das moderne und zukunftsorientierte Konzept. Ein wichtiges Gestaltungstool ist der Materialmix. Die Bereiche Fußball und Urban Lifestyle im Erdgeschoss präsentieren sich zwischen Beton und Metallgrid. „Stilvolle, reduzierte Elemente prägen hier die Auslage, werden in stylischen Installationen aufgegriffen und lenken den Fokus auf neueste Streetstyles und die riesige Auswahl an Sneakers“, ergänzt Beck.
Sportliche Ladys finden bei Engehorn feminin gestaltete Erlebniswelten.
(Quelle: Engelhorn)
Im ersten Obergeschoss werden den sportlichen Ladys auf großen, lichtdurchfluteten Flächen feminine Shoppingerlebnisse geboten. „Weiße Esche, Kork und leichte Textilien geben sinnliche Kontraste zur sportlichen Auslage auf frei stehenden Regalen“, beschreibt Beck die helle und weiche Inszenierung der Yoga-, Fitness- und Laufsportwelten der Damen. Im zweiten Obergeschoss wird es kantiger und maskuliner. Die Men’s World of Sports hält sich in grauen und schwarzen Farbtönen. Zwischen Beton, Seekiefer und groben Seilen finden die männlichen Sportfans neben der größten Auswahl an Trackern und Wearables der gesamten Rhein-Neckar-Metropolregion alles zum Thema Fitness, ­Running und Bademode.
 
Sporthaus Ravensburg: Von der Sport- in die Modewelt
„Wir haben unser Sportgeschäft nach Stilgruppen konzipiert. Dabei haben wir auch verstärkt auf das unterschiedliche Kaufverhalten zwischen Männern und Frauen geachtet“, erklärt Bernd Deuter, dass Reischmann stets die Stilwelten in allen Häusern in den Vordergrund stellt, so auch beim Sporthaus in Ravensburg, das Anfang 2018 umgebaut wurde. „Wir definierten zuerst den Kundentypus, der bei uns einkaufen soll. Der ist im Sport natürlich stärker geprägt von Leistung, Schweiß und auch Ehrgeiz. Dieser Typus braucht aber auch immer ‚Alltagskleidung‘.
Sporthaus Reischmann ist nach dem Umbau stärker auf Stilgruppen ausgerichtet.
(Quelle: Reischmann)
Und hier begleiten wir ihn aus seiner Welt im Sport in die Modewelt. Während der Sport (vor allem Hartware) eher klarer und systematischer aufgebaut ist, braucht die Mode etwas mehr Inspiration. Appetizer Tables, das sind Tische mit Inspiration, wie ein Look aussehen könnte, finden die Kunden in allen Abteilungen. Dabei gehen wir sogar in Richtung Concept Stores: Bei Damen gibt’s auch mal Beautyprodukte, Taschen oder Bücher zu Schuhen und Bekleidung. Der Ladenbau ist daher immer auch nach Looks konzipiert: Tische, Mittelraumständer und Rückwand. Dabei orientieren wir uns an Marken-Shop-Ideen, die das ganze Portfolio abbilden. Also kein Warengruppenkonzept, sondern ein Kollektions-Look-Konzept.Für die Kunden bei uns ist das als Orientierung wichtig: Marke, Farbkonzepte und Fascinationpoints sind als Look-Inspirationen unsere wichtigsten Verkäufer.“
Die neue Outdoor-Bar beim Sporthaus Reischmann lädt Kunden zum Verweilen und Genießen ein.
(Quelle: Reischmann)
Neben dem Gesamtkonzept stehen bei Reischmann die Stilgruppen an erster Stelle. Outdoor-Welten mit Hiking oder Trekking sind eher von der Natur inspiriert: viel Holz, natürliche Materialien, rustikales Ambiente, eine Holzhütte. Fitness und Yoga sind eher klar, hell, modern und Loft-artig. „Bei unseren Winterkollektionen darf eine Alpinbar nicht fehlen, und im Trendbereich für die jungen Kunden/innen ist die Musik zentral wichtig, und natürlich geht alles etwas mehr in Richtung Club-Atmosphäre“, führt Bernd Deuter weiter aus und ergänzt: „Wichtig bei Reischmann sind viele Inseln zum Sitzen und – ‚neudeutsch‘ – Loun­gen. Dazu haben wir in jeder Etage eine Bar mit entsprechendem Angebot, das zur Stilgruppe passt. Das ist für unsere Kunden, die eine Partner-Card besitzen, grundsätzlich kostenlos, ergänzt das Einkaufserlebnis und steigert neben der Aufenthaltsqualität auch die Aufenthaltsdauer.“


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