Kapitalerhöhung, Personalie und Zukauf 05.10.2018, 11:30 Uhr

Signa Sports Group ist tot, hoch lebe Signa Sports United!

Die Signa Sports Group firmiert jetzt unter Signa Sports United: Sie hat mit Teamsport-Spezialist Systemsport einen weiteren Zugang, erhöht ihr Stammkapital um 12,5 Mio. Euro, stellt mit dem Rechtsexperten Tilman Wink einen neuen Rechtsbeirat und trennt sich von Karstadt Sports.
Bekanntlich wird bei der österreichischen Signa-Retail-Gruppe von Rene Benko (Wien) die Fusion der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof über ein gemeinsames Joint Venture mit der kanadischen Kaufhof-Mutter HBC vorbereitet und vom Bundeskartellamt geprüft. Dazu hat die Signa Sports Group, die inzwischen ohne weitere Erklärung unter dem neuen Markennamen „Signa Sports United“ firmiert, inzwischen Karstadt Sports komplett aus ihrer Kommunikation genommen. Stattdessen werden die 28 Sporthäuser von Karstadt Sports künftig den Warenhäusern der Signa Department Store Group zugeschlagen, zu denen 79 Karstadt und 136 Kaufhof (mit Sportabteilungen) beisteuert.
Damit wandelt sich die Multichannel-Handelsorganisation Signa Sports Group zum E-Commerce-Spezialisten Signa Sports United. Zu Signa Sports Group wies inklusive Karstadt noch einen Umsatz von 650 Mio. Euro aus. Zur Signa Sports United gehören aktuell der erst kürzlich übernommene Online-Tennishändler Centercourt.de und der Teamsport-Druckspezialist Systemsport (Munderkingen, GF Norbert Tress). Der Veredler bedruckt Trikots u.a. für die Fußballer von Eintracht Frankfurt und für Mainz 05, den VfB Stuttgart wie auch die deutschen Nationalmannschaften im Tennis und Volleyball, sowie für den Deutschen Schützenbund und Turnerbund.
Die Signa Sports United mit ihren wichtigsten Online-Shops aus den Sgementen, Bike, Outdoor, Tennis, Teamsport und Athleisure. 
(Quelle: Signa Sports United)
Außerdem gehören zur neu aufgestellten Signa Sports United noch die E-Commerce-Unternehmen Fahrrad.de, Bruegelmann, Probikeshop, Bikester, Campz, Addnature, Outfitter, Stylefile und Big Tree. In diesem Jahr plant Signa Sports United mit einem Umsatz von etwa 450 Mio. Euro, bis zum Jahr 2023/24 dann die erste Umsatzmilliarde. Die Unternehmensgruppe sieht sich in Kontinentaleuropa als die führende E-Commerce-Plattform im Bereich Sport mit rund 80 Webshop-Destinationen in 17 Ländern in den Kategorien Bike, Tennis, Outdoor, Teamsport und Athleisure. Mit derzeit mehr als 169 Millionen Website-Besuchern, rund 2,5 Millionen aktiven Kunden und über 3,4 Millionen Netto-Bestellungen pro Jahr sei man als „Online-Shopping-Plattform die erste Adresse für Sportbegeisterte auf dem europäischen Festland“.
Auch der Börsengang der Signa Sports United soll in diesem Jahr kommen: Ex-Migro-Manager Dieter Berninghaus, Vorsitzender von Signa Retail, ist hier in der Vorbereitung. Die Unternehmensbewertung liegt Experten zufolge bei rund 1 Mrd. Euro. Jüngst wurde das Stammkapital um 12,5 Mio. Euro erhöht, dabei bleibt die Signa International Sports Holding (München) alleiniger Gesellschafter.
Die Deutschlandzentrale von Signa Retail hat jüngst in Berlin die neuen Büros im Upper West bezogen. Mit dabei ist auch der Rechtsexperte Tilman Wink. Er ist seit 1. September 2018 General Counsel bei Signa Sports United und zeichnet dort für die Rechtsabteilung des Unternehmens verantwortlich. Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit zählen die rechtliche Betreuung des weiteren Wachstums der Signa Sports United sowie der Ausbau und die weitere Integration der Online-Plattform.
Tillman Wink berät  als neuer General Council die Signa Sports United bei allen Rechtsfragen.
(Quelle: Signa Sports United)
Der gebürtige Baden-Württemberger hat seine Ausbildung in Deutschland, England, Frankreich und den USA absolviert und verfügt über rund 16 Jahre Berufserfahrung. Zuletzt war er knapp sieben Jahre als Senior Counsel bei Baker McKenzie in Frankfurt tätig. Dort lag sein Fokus in den Bereichen Gesellschaftsrecht, M&A und Kapitalmarktrecht. Davor war Wink unter anderem rund acht Jahre lang bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Frankfurt und New York tätig, wo er ebenfalls hauptsächlich mit Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht befasst war.
„Der Aufbau der Rechtsabteilung bei einem der führenden Sport-E-Commerce-Unternehmen Europas ist eine herausfordernde und wichtige Aufgabe. Für die rechtliche Begleitung eines offensiven und profitablen Wachstums von Europas führender Sport-E-Commerce-Plattform braucht es einen erfahrenen Profi mit hervorragenden Kenntnissen des Markts und seiner Rahmenbedingungen. Mit seinem umfassenden und internationalen rechtlichen Know-how konnten wir mit Tilman Wink genau den richtigen Spezialisten für diese Aufgabe gewinnen“, freut sich Stephan Zoll, CEO von Signa Sports United.

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