Kostenlose Angebote für Händler 12.08.2019, 11:06 Uhr

Wie das Kompetenzzentrum Handel KMU bei der Digitalisierung unterstützt

Seit dem 1. Juli 2019 gibt es für kleinere und mittlere Händler eine neue Anlaufstelle, wenn es um Fragen der Digitalisierung geht. Die Initiative Mittelstand Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat das Kompetenzzentrum Handel ins Leben gerufen.
Konkrete, praxisnahe Unterstützung für kleinere und mittlere Händler, die Digitalisierungsprojekte in Angriff nehmen oder sich darüber informieren wollen – das will das Kompetenzzentrum Handel der Förderinitiative Mittelstand Digital ab sofort bieten. „Der Handel steht vor einem großen Veränderungsprozess und ohne Digitalisierung wird er in Zukunft nicht weiterkommen“, erklärt Alexander Dabrowski, Projektreferent Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Handel beim Handelsverband Deutschland (HDE). „Deshalb will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das die Initiative Mittelstand 4.0 ins Leben gerufen hat, mit diesem neuen Kompetenzzentrum gezielt kleinere und mittlere Handelsunternehmen unterstützen.“ Seiner Ansicht nach ist es nicht die Branche an sich, die Förderbedarf hat, sondern vor allem die kleineren und mittlere Unternehmen (KMU). „Sie tun sich oft im gesamten Digitalisierungsprozess noch etwas schwer. Und sie sind dabei nicht allein: Ähnlich gibt es bereits auch für die KMU des Handwerks ein eigenes Kompetenzzentrum.“
Alexander Dabrowski, Projektreferent Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Handel beim Handelsverband Deutschland (HDE)
Quelle: HDE
Das Kompetenzzentrum, das seine Hauptgeschäftsstelle in Regensburg hat, befindet sich gerade noch im Aufbau, die Auftaktveranstaltung soll am 7. Oktober in Berlin stattfinden. Ab diesem Zeitpunkt wird interessierten Händlern ein umfangreiches Potpourri an Angeboten zur Verfügung stehen. „Einen großen Fokus werden wir auf Unternehmersprechstunden legen“, kündigt Dabrowski an. „Wir übernehmen keine Beratungsfunktion im üblichen Sinne, aber wir können den Unternehmern Informationen an die Hand geben und mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es darum geht, ihre Digitalisierung voranzutreiben.“ Zu den zahlreichen Angeboten gehören unter anderem Vorträge, Podcasts und Webinare, aber auch Leitfäden und Checklisten. „Wir wollen beispielsweise eine Checkliste erstellen, anhand derer die Händler selbst ermitteln können, wie hoch ihr Digitalisierungsgrad derzeit ist und welche Maßnahmen sie dann ergreifen müssen, um das von ihnen gesteckte Ziel zu erreichen.“ Außerdem wird das Kompetenzzentrum Handel auf seiner Website auch Best-Practise-Beispiele präsentieren, da Unternehmer „am Vorbild anderer oft am besten erkennen, was möglich ist und was getan werden muss“. Außerdem werde das Zentrum einzelne Unternehmen auswählen, mit denen es gemeinsam Digitalisierungsprojekte durchführe. „Wir haben schon erste Ideen, welche Händler für solch ein Projekt geeignet sein könnten“, erklärt Dabrowski. „Aber natürlich kann jeder interessierte Händler proaktiv auf uns zukommen.“ Einzige Voraussetzung, die es für die Händler gebe, sei, dass es sich um kleinere oder mittlere Unternehmen handle. Das Besondere an den Angeboten des Kompetenzzentrums: Da es sich um eine Förderinitiative des BMWi handelt, sind alle Serviceleistungen für die Händler völlig kostenlos.

Handel von Morgen zum Anfassen

Nicht nur Theorie, sondern sehr viel Praxis will das Kompetenzzentrum Handel mit seinen drei Erlebnisorten vermitteln. Dadurch sollen nicht nur Informationen vermittelt, sondern Handel der Zukunft wirklich erlebbar gestaltet werden. Einer dieser Erlebnisorte ist die Whitebox in Langenfeld. Händler können dort neue Technologien und Store-Konzepte kennenlernen und diese live erleben. Sie treffen zudem auf Anbieter entsprechender Technologien, die diese vor Ort testen und weiterentwickeln.
Eine ähnliche Funktion erfüllt das GS1 Knowledge Center in Köln. Das Kreativzentrum ist ein Treffpunkt für Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft und gliedert sich in die Bereiche Experience Center, Innovation Center und Business Center. Auch hier können Unternehmer modernen Handel selbst erleben, zum Beispiel den Einsatz digitaler Technologien am Point of Sale oder die Verknüpfung mit Sprachassistenten. Außerdem kann gemeinsam mit Lösungsanbietern an neuen Ideen gearbeitet werden.
Ab Oktober wird das „DigitalMobil Handel“ – ein Sprinter, der technische Lösungen zum Anfassen an Bord hat – deutschlandweit unterwegs sein und vor allem die ländlichen Regionen abdecken. Damit will das Kompetenzzentrum konkrete digitale Lösungen direkt zu den Händlern bringen. Das „DigitalMobil Handel“ kann außerdem auch für Veranstaltungen gebucht werden.

Renommierte Partner

Die Initiative Mittelstand Digital wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ins Leben gerufen. Am Kompetenzzentrum Handel sind vier renommierte Partner beteiligt: der Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin als Konsortialführer, das Ibi Research in Regensburg, das IFH Köln und das EHI Retail Institute, das seinen Sitz ebenfalls in Köln hat. Das Netzwerk umfasst außerdem weitere kleinere Partner wie das GS1 Knowledge Center in Köln.
Insgesamt unterhält die Initiative aktuell 26 Kompetenzzentren. Von diesen sind 18 regional auf einzelne Bundesländer oder Gebiete ausgerichtet, die übrigen acht beschäftigen sich überregional mit bestimmten Fokusthemen. Dazu gehören neben dem Kompetenzzentrum Handel unter anderem auch die Zentren Digitales Handwerk, Kommunikation, IT-Wirtschaft sowie Planen und Bauen. Diese verfügen neben einem Hauptsitz bundesweit über weitere Anlaufstellen. So können sich Unternehmer nicht nur an den Hauptsitz des Kompetenzzentrums Handel in Regensburg, sondern auch an die Geschäftsstellen in Berlin, Köln und Langenfeld wenden.

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