Seit 1919 in Erlangen 04.04.2019, 21:56 Uhr

Sport und Mode Eisert feiert 100. Jubiläum

Das 1919 gegründete Familienunternehmen Eisert wird 100 Jahre alt. Der Erlanger Intersportler hat sich im Laufe der Jahrzehnte vom Textilkaufhaus, neben einem Mode-und Wäschehaus, zu einem der größten Sporthäuser Nordbayerns entwickelt.
Intersport Eisert feiert in diesem April Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Das Erlanger Unternehmen, das 1919 von den Eheleuten Ludwig und Margarete Eisert-Hennes als Großhandel für „Weißwaren, Wollwaren und Kurzwaren“ gegründet wurde, hat sich über die Jahrzehnte zu einem der größten Sportgeschäfte Nordbayerns entwickelt. Auf einer Fläche von 2.200 Quadratmetern findet man in der Sedanstraße 1 für fast jede Sportart die passende Ausrüstung. Ebenfalls zum Unternehmen gehört seit 100 Jahren das Mode- und Wäschehaus, welches ca. zehn Gehminuten entfernt in der Hauptstraße 1 liegt. Insgesamt 100 Mitarbeiter sind zurzeit beimFamilienunternehmen angestellt, das bereits von der vierten Generation geführt wird.

Vom Großhandel für "Weißwaren, Wollwaren und Kurzwaren" hat sich das Erlanger Familienunternehmen zu einem der größten Sporthändler Nordbayerns entwickelt.
(Quelle: Sport und Mode Eisert)
"Schenke jedem ein Lächeln"

„Das Besondere an Eisert ist, dass wir Generationen übergreifend neben langjährigen, geschulten und freundlichen Mitarbeitern und kompetenter Beratung immer nach den Grundsätzen der  Fairness und strikter Kundenorientiertheit gehandelt haben“, erklärt Geschäftsführer Christian Bier das Geheimnis des langen Erfolgs. Nach dem Motto „Schenke jedem ein Lächeln“ definiert sich der Sport- und Modehändler nicht nur über Ware, sondern über Erlebnisshopping, Events, Aktionen und guten Kundenservice. Das Unternehmen steht in enger Verbundenheit mit der Stadt Erlangen und engagiert sich im Handelsverband, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie im City-Management. Gemeinsam mit den Einzelhändler-Kollegen der mittelfränkischen Stadt nimmt Intersport Eisert mehrmals im Jahr an verschieden Veranstaltungen teil, wie beispielsweise dem „Rädli“-Fahrradkorso am 1. Mai oder dem weihnachtlichen Eislaufvergnügen „Erlangen on Ice“. Bei solchen Aktionen hat das Unternehmen die Möglichkeit, seine Kernkompetenz Beratung in den Vordergrund zu stellen. Insbesondere im Bereich Bootfitting hat sich Eisert über die Region hinaus einen Namen gemacht, bis aus Berlin kämen Kunden, um sich die Skischuhe individuell anpassen zu lassen.
Die dritte und vierte Generation des Familienunternehmens freut sich über das 100. Jubiläum: Horst und Heidi Menapace mit Tochter Anja Menapace und Schwiegersohn Christian Bier
(Quelle: Sport und Mode Eisert)

Zu seinen Lieferanten und Vertretern pflegt Intersport Eisert über Generationen hinweg gute Verbindungen. „Wir halten Traditionsmarken wie beispielsweise Fischer im Wintersportbereich, Odlo bei Funktionswäsche, Jako im Teamsport oder Brooks im Bereich Running langjährig die Treue“, sagt Bier. Das Verhältnis zu Intersport sei sehr gut, obwohl der Händler mit seinem Online-Shop eigene Wege gegangen sei. Auch bei seiner ganz persönlichen Geschichte sei ihm der Verband sehr entgegengekommen, denn Bier ist als studierter Gymnasiallehrer Quereinsteiger im Sporthandel. „Als mein Schwager Thilo Menapace 2011 plötzlich verstarb, hing ich meinen Sport-und Deutschlehrer kurzentschlossen an den Nagel, um im Unternehmen mitzuwirken. Intersport und die „Rid-Stiftung“ halfen mir durch individuelles Coaching, mich fit für meine neue Aufgabe zu machen, verrät der 49-Jährige. Seit über fünf Jahren ist er nun Geschäftsführer des Intersport Eisert flankiert vom Seniorchef und Schwiegervater Horst Menapace und seiner Frau Anja als Geschäftsführerin des Mode- und Wäschehauses Eisert.
Doch hat es im Laufe der 100-jährigen Geschichte des Unternehmens auch immer wieder große Herausforderungen und Hürden gegeben, die zu bewältigen waren: „In den letzten fünf Jahren hat sich die Sporthandelslandschaft exponentiell verändert. Auch wir sehen, dass die Umsätze im Einzelhandel und auch Sporthandel stagnieren und dass man neue Strategien entwickeln muss.  Aber wir haben rechtzeitig gehandelt und schon vor sechs Jahren mit unserem Online-Shop den Multichannel in den Laden geholt“, so Bier. Obwohl Intersport Eisert in der Metropolregion als einer der größten Sporthändler ein USP hat, muss auch er mit Konkurrenz leben: Nur eine Viertelstunde von Erlangen entfernt lockt der Herzogenauracher Schnäppchen-Markt mit Outlets von Adidas, Puma und Co. Auch im Hinblick auf den französischen Sportdiscounter Decathlon sollte man sich „warm anziehen“, meint der Bier. Insbesondere im unteren Preissegment seien die Franzosen ernstzunehmende Konkurrenten.
Dennoch blickt das Familienunternehmen auch nach 100 Jahren optimistisch in die Zukunft: Um sich noch weiter in Richtung Erlebnisshopping zu entwickeln, soll es im nächsten Jahr größere Renovierungs- und Umbauarbeiten im Sporthaus in der Sedanstraße geben.
Das 100-jährige Jubiläum wurde mit 100 Gästen aus Wirtschaft und Politik bei einem Gala-Abend Ende März gebührend gefeiert. Für die Kunden des Sporthauses und des Modehauses soll es über das ganze Jubiläumsjahr verteilt zahlreiche Events und Aktionen geben. „Damit wollen wir uns bei unseren Kunden für ihre langjährige Treue bedanken“, so Bier.
Die Geschichte des Erlanger Familienunternehmens
Die Eheleute Ludwig und Margarete Eisert-Hennes gründeten 1919 in Erlangen einen Großhandel für „Weißwaren, Wollwaren und Kurzwaren“. 1924 eröffneten sie das erste Ladengeschäft für Textilwaren. Nach dem 2. Weltkrieg stieg Sohn Fritz mit ins elterliche Geschäft ein und die Familie sperrte 1949 die erste Filiale mit einer Herren- und Sportabteilung auf. Zehn Jahre später führte Fritz Hennes das Geschäft seiner Eltern im Neubau als Textil- & Sporthaus in der Hauptstraße 1 weiter.
Der dritte Generationenwechsel erfolgte 1973, als Enkeltochter Heidi gemeinsam mit ihrem Ehemann Horst Menapace die Nachfolge des Vaters und der Großeltern antraten. Unter ihrer Führung wurde das Geschäft mehrmals umgebaut bzw. erweitert und gelangte so nach und nach zu seiner heutigen Größe. 1991 stieg mit Thilo Menapace die vierte Generation in den Betrieb ein. 1996 wurde sowohl in Herzogenaurach ein Puma-Shop als auch ein Fitnessfachmarkt im Erlanger Gossengelände eröffnet.
1997 feierte das Familienunternehmen in der Sedanstraße die Eröffnung des über 2.000 Quadratmetern großen Intersport Erlebnishauses. Im gleichen Jahr kam auch Tochter Anja Menapace mit an Bord des mittelfränkischen Unternehmens. Sie ist im separaten Wäsche- und Modehaus in der Hauptstraße 1 tätig. Um am Puls der Zeit zu bleiben, wurden 2010 sowohl das Sport- als auch das Modegeschäft komplett umgestaltetet und modernisiert.
2012 ereilte die erfolgreiche Familie ein Schicksalsschlag. Mit nur 44 Jahren starb Juniorchef Thilo Menapace ganz plötzlich. Kurzentschlossen stieg Christian Bier, Ehemann von Juniorchefin Anja Menapace, mit in das Unternehmen ein.
Um der veränderten Kundennachfrage gerecht zu werden, launchte Intersport Eisert 2014 einen eigenen Online-Shop. 2020 sind verschiedene Umbau- und Renovierungsmaßnahmen geplant, um das Unternehmen in Richtung Erlebnisshopping und „Multichannel“ fit für die Zukunft zu machen.
 

 

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