Generalversammlung und Jubiläumsfeier 09.07.2019, 09:22 Uhr

Die ANWR Group feiert 100-jähriges Bestehen

Anlässlich der Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag kehrte die ANWR Group in ihre Gründungsstadt Hamburg zurück, um dort die Generalversammlung 2019 abzuhalten. Das vergangene Jahr sei eines der erfolgreichsten für die Mainhausener gewesen.
Unter dem Motto „100 Jahre Zukunft“ hielt die ANWR Group in Hamburg ihre Generalversammlung 2019 ab und feierte gleichzeitig ihr 100-jähriges Bestehen. Eines der Kernthemen im Geschäftsbereich Sport sei nach Aussagen von Matthias Grevener, der im Vorstand für diesen Bereich zuständig ist, die internationale Vernetzung des Großhandels für die Einheiten der ANWR-Tochter Sport 2000 in Deutschland, der Schweiz und Benelux. Es wurden Investitionen in eine international einheitliche Lösung getätigt, die nun die zentrale Steuerung des Großhandels ermöglichen. Dieses zentrale Angebot sei mit Nike bereits aufgebaut worden, jedoch könnten die erprobten Prozesse jetzt auch weiteren Lieferanten angeboten werden. Zudem habe die Sport 2000 auch in neue Handelsformate investiert, bei denen neben Ladenbau auch digitale Bausteine, Warenmodule, Datenaustausch, aber auch Personalentwicklung und Kommunikation eine große Rolle spielen: Dafür steht das neue Absolute-Konzept, das schon im Teamsport- und Running-Bereich umgesetzt wurde. Bereits messbaren Erfolg habe Sport 2000 auch mit seinem Angebot für Sneaker-Händler erzielt: 2017 hatte der Verband mit „Sneaker Force“ ein spezielles Leistungsportfolio für Sneaker- und Streetwear-Spezialisten ins Leben gerufen.
Die ANWR Group kehrte anlässlich der Generalversammlung 2019 an ihren Gründungsort Hamburg zurück.
(Quelle: ANWR Group)
Insgesamt war der Rückblick ins Geschäftsjahr 2018 für die ANWR Grund zum Feiern: „Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen schaut die ANWR Gruppe auf eines der erfolgreichsten Jahre zurück“, freut sich Finanzvorstand Frank Schuffelen. Das Abrechnungsvolumen lag mit 9,5 Mrd. Euro um 6,2 Prozent über dem Vorjahreswert, die Umsätze stiegen um 8 Prozent auf 564 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern von 14,1 Mio. Euro liegt knapp 50 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Der erzielte Jahresüberschuss von 4,8 Mio. Euro bedeutet ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 27 Prozent. Auch in den ersten fünf Monaten von 2019 habe sich die Genossenschaft zufriedenstellend entwickelt: Das Geschäftsvolumen liege um 4,6 Prozent über dem Vorjahr. Für das weitere Jahr erwartet Schuffelen unter Berücksichtigung der erweiterten Zentralregulierung ein Geschäftsvolumen zwischen 14 und 15 Mrd. Euro.

Ausbau der Finanzdienstleistungen

Den größten Teil des Geschäftsvolumens sollen allerdings Finanzdienstleistungen für Verbundgruppen ausmachen, die nicht zur ANWR Gruppe gehören. Dadurch sei man weniger abhängig von regionalen oder branchenbezogenen Konjunkturverläufen und könne so den Unternehmenskern – Schuhe und Sport – finanzieren. Daher soll der Bereich der Finanzdienstleistungen zukünftig noch weiter ausgebaut, der Fokus jedoch durch diesen Schritt nicht verschoben werden: „Die Herausforderungen in den Kernmärkten Schuhe und Sport nehmen zu. Unser Fokus liegt im Ausbau der Leistungsfähigkeit unserer Mitglieder. Um dies tun zu können, benötigen wir Wachstum und Ergebnisse aus anderen Geschäftsbereichen“, so der Finanzvorstand. Die zur ANWR gehörende Aktivbank übernimmt für 30 Verbände aus den Branchen Baustoffe, Möbel, Holz Elektro und Spielwaren die Zentralregulierung mit einem jährlichen Volumen von rund 8 Mrd. Euro.

ANWR Vorstandsvorsitzender Günter Althaus betonte in seiner Ansprache vor der Generalversammlung, dass es die wichtigste Aufgabe für die Mitglieder sei, passende Strategien für die Zukunft zu entwickeln.
(Quelle: ANWR Group)
"Resilienz für den Handel"

ANWR-Vorstandsvorsitzender Günter Althaus betonte in seiner Ansprache vor den 400 Teilnehmern der Veranstaltung – darunter 250 Händler – dass insbesondere der Aufbau von „Resilienz“ – sprich Widerstandsfähigkeit, zu den Kernaufgaben der Genossenschaft für die Zukunft zähle. Da der Strukturwandel im Handel enorm an Tempo zulege, müssten Themen wie Digitalisierung, Spezialisierung sowie Nachfolgeplanung noch mehr in den Fokus rücken. „Vor uns liegt für die nächsten drei bis fünf Jahre ein harter Ausleseprozess“, betont Althaus. Sowohl für die Genossenschaft als auch für die Mitglieder sei es daher die wesentlichste Aufgabe, dafür passende Strategien zu entwickeln. Im Herbst sei dafür ein spezieller Strategietag geplant.

Spezialisten profitieren

Mathias Grevener ist im Vorstand verantwortlich für den Bereich Sport. Ein Kernthema ist für ihn die internationale Vernetzung des Großhandels für die Sport-2000-Einheiten in Deutschland, der Schweiz und Benelux.
(Quelle: ANWR Group)
Ein Weg, um die Resilienz der Unternehmen zu stärken, sind Service- und Produktangebote, die die ANWR für den Handel entwickelt. Ein wichtiger finanzieller Aspekt der Förderung sei für die Genossenschaft die Rückvergütung: Über alle Verbände belief sich diese 2018 auf 37,5 Mio. Euro.  Im Schuhbereich, zu dem knapp 7.000 Verkaufsstellen gehören, sei das Steuerungsinstrument Qualibet ein wichtiges Angebot, da es das „Herzstück“ der Plattform Schuhe.de sei. Mit der Plattform bzw. vergleichbaren Angeboten in Österreich, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz habe die ANWR bereits einen wichtigen Brückenschlag zwischen offline und online geschlagen. Händler, die den Multi-Channel-Strategie richtig umsetzen, liegen nach Aussagen von Warenvorstand Fritz Terbuykens mit ihren Umsätzen deutlich über dem Markt.
Besser als der Durchschnitt liegen auch solche Händler, die mit einem klaren Profil am Markt und gegenüber dem Kunden auftreten. Eine Formatanalyse der ANWR habe gezeigt, dass heute Spezialisten gefragt sind, „die ihre Zielgruppe durch ein einzigartiges Einkaufserlebnis und spezielle Beratung echte Mehrwerte bieten“.
Anlässlich der Generalversammlung gab die ANWR auch Veränderungen im Aufsichtsrat bekannt: Ingo Hänel aus Römerstein-Böhringen und Hanno Reutterer aus Bludenz (Österreich) sind neue Mitglieder. Die beiden Schuhfachhändler folgen auf Franz Klimesch und Stefan Orlow. Während Klimesch vom Aufsichtsrat zum nebenamtlichen Vorstandsmitglied bestellt wurde und deshalb aus dem Aufsichtsrat ausscheidet, stellte sich Stefan Orlow nicht mehr zur Wiederwahl. Die Aufsichtsratsmitglieder Hayo Galipp-Le Hanne (Gifhorn) und Tom van Geemen (Zwolle, Niederlande) wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Die heutige ANWR Gruppe wurde im Juli 1919 in Hamburg als „Nord-West-Schuhwaren Einkaufsgenossenschaft“ gegründet – heute gehört sie zu den umsatzstärksten Handelskooperationen in Europa, der rund 5.000 selbstständige Handelsunternehmen der Schuh-, Sport- und Lederwarenbranche mit über 10.000 Verkaufsstellen sowie mittelständische Verbundgruppen angeschlossen sind. Zur Genossenschaft zählen rund 1.300 Mitarbeiter – in den Kooperatonen, den Banken und der Schuh Mücke Gruppe. Die Anzahl der Beschäftigten in den angeschlossenen Handelsunternehmen liegt bei rund 80.000.    

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