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Intersport und Sport 2000: Zahlen, Strategien und Perspektiven der Verbünde

Das Outdoor-Segment ist für Intersport- wie für Sport-2000-Händler ein wichtiges Standbein und trägt zu guten Umsatzergebnissen bei.
Foto: Intersport

Liebe Leserin, lieber Leser,  

gespannt blickt die Branche jedes Jahr im Januar auf die Präsentation der Geschäftszahlen der beiden großen Sporthandelsverbünde Intersport und Sport 2000. Sie geben einen guten Eindruck von der Lage und den Entwicklungen im deutschen Sportmarkt - schließlich ist der Großteil der hiesigen Sporthändler in einem der beiden Verbünde organisiert.

Darüber hinaus stellen beide Organisationen in diesem Kontext ihre Strategien und Zukunftserwartungen vor - Informationen, die für Händler ebenso relevant sind wie für Industriepartner.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einige Überraschungen. Welche das sind, zeigt dieser Newsletter - ergänzt um viele weitere Einblicke zum aktuellen Stand und zu den künftigen Schwerpunkten der Verbünde.
Viel Spaß beim Lesen!

Sportliche Grüße 

Wilfried Spürck
Redakteur SAZsport


I. Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr

Entwicklung der allgemeinen Umsätze

Es ist schon bemerkenswert, wenn ein CEO der Konkurrenz gratuliert. Genau das tat Intersport-Geschäftsführer Alexander von Preen auf der Jahrespressekonferenz in Heilbronn: "Herzlichen Glückwunsch erst mal an die Kollegen für das gute Ergebnis!", sagte er, angesprochen auf die starken Zahlen von Sport 2000.

Denn während der Verbund aus Mainhausen kurz zuvor eine sehr positive Umsatzbilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt hatte, verlief die Entwicklung bei Intersport verhaltener. Die Retail-Organisation aus Heilbronn erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 (Stichtag 30. September 2025) mit rund 700 Händlern und circa 1.400 Verkaufsstellen einen Außenumsatz von 3,46 Milliarden Euro - exakt auf Vorjahresniveau, aber unter dem Rekordwert von 2022/23 (3,50 Milliarden). Und unter dem Gesamtmarkt-Wert, der laut Marktforschungsunternehmen Circana um 2% wuchs. Stationär verzeichnete Intersport - 1 % (Gesamtmarkt: + 1 %), online ein Plus von 2 % (Gesamtmarkt: + 3 %).

Das Vorstandstrio von Intersport ist zufrieden mit den Geschäftszahlen für 2024/25: (v. l.) COO Henriette Tesch, CEO Alexander von Preen und CFO Thomas Storck.
Foto: Intersport

Besonders positiv wurde hervorgehoben: Die an intersport.de angebundenen Omnichannel-Händler steigerten ihre Umsätze um 19 %. "Das zeigt die Stärke unseres Verbunds und die richtige strategische Ausrichtung", sagte CFO Thomas Storck. CEO von Preen betonte in seinem Fazit das qualitative Wachstum der Händler und den Anspruch, Nummer eins im deutschen Sportfachhandel zu bleiben.

Auch im Hinblick auf die weitere Store-Expansion zeigten sich die Intersport-Verantwortlichen zufrieden: Zwölf Neueröffnungen und vier Flächenerweiterungen konnte der Verbund im vergangenen Jahr verzeichnen. Zudem kam man dem 2022 ausgegebenen Ziel von 100 neuen CI-Standorten bis 2030 näher. Aktuell fehlen noch 44. Insgesamt tragen augenblicklich 420 Standorte das Intersport-Logo.

Anders als Intersport legte Sport 2000 beim Umsatz deutlich zu: Der Verbund erzielte 2025 mit rund 1.300 Verkaufsstellen von 930 Handelsunternehmen in Deutschland einen Außenumsatz von 3,2 Milliarden Euro - ein Plus von 15 % und das stärkste Ergebnis seit 2022 (3,31 Mrd.). Auch im Sieben-Länder-Verbund (DACH, Benelux, Tschechien) wuchs Sport 2000: auf 4,4 Milliarden Euro Außenumsatz
(+ 9 %).

* Der "Außenumsatz international" der Sport 2000 GmbH bezieht sich auf den 7-Länder-Verbund mit DACH, Benelux und Tschechien.
** Bei Intersport umfasst das Geschäftsjahr jeweils den Zeitraum vom 1.Oktober bis zum 30. September des folgenden Jahres.
Tabelle: SAZsport


Ebenfalls positiv: Im Like-for-Like-Vergleich stieg der Abverkauf der Sport-2000-Händler um 6,1 %, wobei sich vor allem große Online-Spezialisten überdurchschnittlich entwickelten. "Unsere Partner haben ihr Einkaufsvolumen deutlich gesteigert, ihre Warenbestände effizient gesteuert und gleichzeitig starke Abverkäufe erzielt", sagt Geschäftsführer Dominik Solleder.

Die Produktkategorien im Fokus

Die Laufspezialisten wie die Absolute Run-Stores von Sport 2000 profitieren von dem Running-Boom.
Foto: Sport 2000

Bei den Produktsegmenten zeigen sich bei beiden Verbünden ähnliche Tendenzen - meist mit den besseren Werten bei Sport 2000. Top-Kategorie ist bei beiden Running: Sport 2000 wuchs hier um 18,5 %, Intersport um 9 %. Aus Sicht von Intersport-COO Henriette Tesch hat unter anderem die steigende Popularität des Fitness-Formats Hyrox zu diesem Wachstum beigetragen, an dem Intersport durch sein Sponsoring partizipiert.

Tabelle: SAZsport

Auch Wintersport und Outdoor entwickelten sich bei beiden Organisationen positiv: bei Sport 2000 mit + 12,6 und 4,9 %, bei Intersport mit 0,7 und 1,9 %. Die Heilbronner erzielten zudem in der Kategorie Training einen Zuwachs von 4,4 %. Deutlich auseinander gehen die Ergebnisse allerdings im Teamsport: Während Sport 2000 hier fast zweistellig zulegte, verzeichnete Intersport ein Minus von 17,7 % - nicht zuletzt, weil Großevents im Vorjahr (Fußball-Europameisterschaft, Olympia) einen starken Sondereffekt hatten, der bei Intersport wieder stark ins Gewicht fiel. Dies hatte fast zwangsläufig einen schwächeren Verlauf im Jahr danach zur Folge.

Lieferantenrankings

Die Segmententwicklungen spiegeln sich auch in den Lieferantenrankings wider. Adidas und Nike bleiben bei beiden Verbünden vorne. Auffällig ist der Aufstieg mehrerer Runningbrands: Bei Intersport rückte On auf Platz 3 vor, New Balance von 18 auf 12 und Skechers von 31 auf 20. Bei Sport 2000 entwickelten sich zudem Outdoor-Anbieter stark, allen voran Patagonia (von 17 auf 12).

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Lieferantenranking 2025: Sport 2000 Deutschland

PlatzierungLieferantPlatzierung 2024
1.Nike 1.
2.Adidas2.
3.Amer4.
4.Puma3.
5.Jako5.
6.VF International6.
7.On7.
...
12.Patagonia17.
...
17.New Balance19.

Lieferantenranking 2025: Intersport Deutschland

PlatzierungLieferantPlatzierung 2024
1.Adidas1.
2.Nike2.
3.On4.
4.Puma3.
5. Asics5.
6.VF Group6.
7. Amer Group7.
...
12. New Balance18.
...
20.Skechers31.

II. Strategien

Im März geht der erste Superstore von Intersport an den Start. Das neue Shopkonzept richtet sich vor allem an Familien.
Foto: Intersport

Intersport verfolgt seine 2019 entworfene und 2023 weiterentwickelte Strategie "Best in Sports - Up for Future" mit Schwerpunkten unter anderem auf Logistik, Digitalisierung und Markenstärkung. Sport 2000 positioniert sich unter "Home of Experts" als Netzwerk spezialisierter Fachhändler. Für beide Organisationen ist die Weiterentwicklung von Handelsformaten ein zentraler Zukunftsbaustein.

Store-Konzepte

Sport 2000 setzt auf die Formate Absolute mit den Schwerpunkten Run und Teamsport sowie Expert für spezialisierte, premiumorientierte Fachhändler. In Österreich und Tschechien ist der Verbund mit 6 Absolute-Standorten und knapp 60 Expert-Stores vertreten. Für 2026 sind 15 bis 20 neue Stores geplant. Für die Absolute-Formate sehen die Zahlen im Einzelnen folgendermaßen aus: Aktuell gibt es international 18 Absolute-Run-Standorte und 52 Absolute-Teamsport-Standorte; bis 2029 sollen jeweils weitere 12 Laufspezialisten beziehungsweise 20 Teamsport-Spezialisten hinzukommen.

Intersport positioniert seine Flagship-Stores als Premium-Leuchttürme mit starken Services und Erlebnisfokus. Charakteristisch sind großflächige Stores mit klaren Kategorieschwerpunkten (unter anderem Running, Training, Outdoor, Wintersport) und Services wie Lauflabor, Skischuh-Fitting, Ski-Simulator oder Verleih. Zum Kreis gehören unter anderem Reischmann, L&T und Engelhorn. Neu dabei seit Anfang 2026: Krumholz (Mülheim-Kärlich) und Sport Förg (Augsburg). Weitere sollen in diesem Jahr folgen.

Zudem startet 2026 das neue Konzept Intersport Superstore für Flächen von 2.000 bis 5.000 Quadratmetern, mit erstem Standort in Halle/Saale, der im März eröffnet wird. "Jetzt ärgern wir mal die Kollegen aus Frankreich", kündigte von Preen auf der Pressekonferenz augenzwinkernd seine Erläuterung des neuen Konzeptes an. Gemeint war der Filialist Decathlon, dem Intersport mit seinen Superstores Konkurrenz machen will. Das Format richtet sich an die Zielgruppen Familie, Freizeitsportler und preissensible Kunden und setzt einen Fokus auf die Intersport-Eigenmarken.

Omnichannel-Ansatz

Mit der Plattform intersport.de bündelt Intersport Online-Shop, Marktplatz, Content, Services sowie das Kundenbindungsprogramm Club und verzahnt diese mit dem stationären Handel. Ziel sind eine höhere Sichtbarkeit für Händler und Marken sowie nahtlose Übergänge zwischen den Kanälen. Die Plattform bietet Marken und Partnern vernetzte Marketingmöglichkeiten - von Kampagnen über Website, Social Media und Newsletter bis hin zu individuellen Landingpages, um Reichweite, Markenpräsenz und zusätzlichen Abverkauf zu generieren.
Sport 2000 plant für 2026 den Launch von absolute-teamsport.com, der ersten Plattform für Spezialisten.

Partnerschaften, Kooperationen und Beteiligungen

Intersport ist 2026 Titelsponsor von Hyrox-Events in Hamburg, Bordeaux und Stockholm.
Foto: Intersport international

Intersport ist bis mindestens 2027 Teampartner der Deutschen Ski-Nationalmannschaft Ski Alpin und 2026 Titelpartner von drei Hyrox-Events. Das populäre Format wird durch Kampagnen mit Puma begleitet. Auf struktureller Ebene setzt Intersport auf Beteiligungen: Seit November 2025 ist der Mode-Handelsverbund Unitex Teil des Konzerns, an dem Intersport - wie auch an SABU - 50 Prozent hält.

Sport 2000 gewann zuletzt bedeutsame Premium- und Multi-Category-Retailer hinzu, darunter Globetrotter und ab Herbst 2027 das Sporthaus Schuster. Zum Netzwerk gehören zudem mit Sport Conrad, Sport Bittl und BSTN weitere Big Player im deutschen Sporthandel.

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III. Ausblicke und Ziele

Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer bieten vielfältige Möglichkeiten, die Umsätze im Sporthandel anzukurbeln.
Foto: Shutterstock/Vitalii Vitleo

Intersport will 2026 die Aufmerksamkeit rund um die Sport-Großereignisse wie Olympische Winterspiele und Fußball-Weltmeisterschaft für Frequenz, Kampagnen und Aktivierungen nutzen.

Auch Sport 2000 setzt unter anderem auf den Effekt der sportlichen Mega-Events. "So ein Sportjahr ist immer gut für uns", sagt Geschäftsführer Solleder. "In einem anspruchsvollen Marktumfeld gehen wir von einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich aus, getragen von unserer ,Home of Experts'-Strategie, wachstumsstarken Kernkategorien und einem zunehmend leistungsfähigen Händlernetzwerk." Langfristig soll Sport 2000 als führendes Kompetenznetzwerk im europäischen Sportfachhandel ausgebaut werden.

Dominik Solleder ist seit Anfang 2026 alleiniger Geschäftsführer von Sport 2000, nachdem er ab 2002 bereits Teil der Geschäftsführung war.

Für Intersport hat CEO von Preen die schon bekannten Ziele bekräftigt: Bis 2030 will man die Position als Marktführer im Omnichannel-Sportfachhandel weiter ausbauen und einen Marktanteil von rund 30 Prozent erreichen. "Unser Ziel ist ein jährliches, qualitatives Wachstum von im Durchschnitt über fünf Prozent bis 2030", sagt er. Dies soll organisches und anorganisches Wachstum, wie durch die Beteiligung an Unitex, umfassen. Der Omnichannel-Umsatzmix ist langfristig mit etwa 40 Prozent stationär und 60 Prozent online vorgesehen. Der Online-Bereich solle weiterhin deutlich zweistellig wachsen.

2026 steht für Intersport auch im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums. Begleitet wird es von Kampagnen und Aktionen über alle Kanäle hinweg, die die Marke emotional aufladen und die Nähe zu Sportlerinnen und Sportlern betonen sollen.

Sport 2000 plant, im laufenden Jahr einen volldigitalen Repair-Service für alle Händler zu launchen. "Man kann dort digital Reparaturen von hochwertigen Textilien nach der gesetzlichen Garantie regeln", sagt Solleder. Ziel sei, es dem Händler möglichst leicht zu machen und Prozesse weg vom Schreibtisch zu holen.

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