Oberalp setzt stärker auf Recycling und längere Produktnutzung

Foto: Oskar Daritz
Die Südtiroler Bergsport-Markengruppe Oberalp hat ihren Nachhaltigkeitsbericht „Contribute 2025“ veröffentlicht. Im Fokus stehen Textil-zu-Textil-Recycling, Monomaterial-Design und eine längere Produktnutzung. Zudem haben dem Report zufolge seit 2023 mehr als 7.000 Produkte durch Reparaturservices ein zweites Leben erhalten.
Mit dem Nachhaltigkeitsbericht „Contribute 2025“ gibt die Oberalp Gruppe Einblick in ihre Maßnahmen rund um Kreislauffähigkeit, Klimaschutz und Lieferketten. 2025 hat das Bozener Unternehmen, zu dem die Bergsportmarken Salewa, Dynafit, La Munt, Evolv, Wild Country und Pomoca gehören, unter anderem Textil-zu-Textil-Recycling und Monomaterial-Design stärker in marktreife Produkte integriert. Zum 90-jährigen Jubiläum von Salewa erschien ein limitiertes Produkt aus vollständig recyceltem Polyester; 51 Prozent des Materials stammten aus Textil-zu-Textil-Recycling. LaMunt setzte bei ausgewählten Fleeceprodukten auf Textilkomponenten aus 100 Prozent Polyester.
Nach Angaben des Unternehmens hängen mehr als 80 Prozent der im Corporate Carbon Footprint erfassten Emissionen mit den Produkten zusammen. Ein Schwerpunkt liegt deshalb auf Materialien und deren Wiederverwertung. Grenzen bestehen weiterhin bei Sammel- und Sortiersystemen, Recyclingkapazitäten sowie bei einzelnen Komponenten wie Reißverschlüssen und Applikationen. Oberalp spricht daher bewusst von Produkten, die „mit Blick auf Kreislauffähigkeit entwickelt“ wurden.
Produktlebensdauer rückt stärker in den Fokus
Neben dem Produktdesign baut die Gruppe Angebote zur Verlängerung der Nutzungsdauer aus. 2025 stieg die Zahl der Reparaturen um 19 Prozent; seit 2023 erhielten laut Unternehmen mehr als 7.000 Produkte ein zweites Leben. Dazu zählen unter anderem der Care-&-Repair-Service von Dynafit, das Second-Life-Programm von Salewa sowie der Neubesohlungsservice von Evolv.
„Kreislauffähigkeit lässt sich nicht durch eine einzelne Materialinnovation oder ein einzelnes Produkt erreichen“, sagt Ruth Oberrauch, Präsidentin der Oberalp Gruppe. Dafür müssten Nutzung, Reparatur und die Rückgewinnung von Materialien zusammengedacht werden. Im „Contribute Report 2025“ verweist Oberalp zudem auf stärker automatisierte Prozesse für Lebenszyklusanalysen und CO₂-Bilanzen sowie den Beitritt zur Science Based Targets Initiative im Rahmen der Net-Zero-2050-Strategie.