Nike verhandelt über Champions-League-Spielball

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Nike könnte ab 2027 offizieller Spielball-Ausrüster der UEFA Champions League werden. Damit endet die Ära von Adidas nach mehr als 25 Jahren. Analysten bewerten die wirtschaftlichen Effekte des möglichen Deals unterschiedlich.
Im Wettbewerb um die Spielball-Rechte der UEFA Champions League zeichnet sich ein Wechsel ab: Nike führt exklusive Gespräche mit dem Joint Venture UC3, hinter dem der europäische Fußballverband UEFA und die Europäische Klubvereinigung (ECA) stehen. Ziel ist die Übernahme der Rolle als offizieller Ballausstatter für alle Klubwettbewerbe der UEFA für den Zeitraum von 2027 bis 2031. Dies umfasst neben der Champions League auch die Europa League und die Conference League.
Adidas, das seit 2001 den Champions League-Ball gestellt hat, wird den Vertrag nicht verlängern. Für die Europa League und die Conference League war Decathlon zuletzt der UEFA-Partner. Der Financial Times zufolge könnte Nike künftig rund 40 Millionen Euro pro Jahr für die Rechte zahlen - etwa doppelt so viel wie bisher.
Die Champions League ist der weltweit wohl populärste Wettbewerb im Vereinsfußball. Seine mediale Reichweite ist beeindruckend: Laut UEFA erreichte die Champions League in der Saison 2024/25 ein Publikum von rund 1,2 Milliarden Menschen.
Analysten bewerten die möglichen Auswirkungen jedoch differenziert. Zwar könne der Deal die Markenpräsenz insbesondere in Europa stärken, grundlegende Herausforderungen des Unternehmens würden dadurch aber nicht gelöst. "Was die Rückkehr zur alten Form angeht, sind öffentlichkeitswirksame Unternehmenspartnerschaften kein Allheilmittel", heißt es aus dem Analystenumfeld.
Nike steht derzeit unter Druck, unter anderem aufgrund schwächerer Umsätze in wichtigen Märkten wie China sowie fehlender Impulse im Produktbereich. Auch der Wettbewerb durch spezialisierte Anbieter hat zuletzt zugenommen.
Bereits in der Vergangenheit hatte sich Nike wichtige Fußballrechte gesichert, etwa als Ausrüster des Deutschen Fußball-Bundes. Der mögliche Einstieg bei der Champions League wäre ein weiterer Schritt, die Position im Fußballsegment auszubauen.