KI wird zum Einkaufsbegleiter für junge Verbraucher

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Deutsche Jugendliche greifen bei der Produktsuche und Kaufentscheidung bereits deutlich häufiger auf künstliche Intelligenz zurück als ihre Eltern. Bis 2030 könnten KI-Agenten zudem einen festen Platz im Online-Handel einnehmen.
Laut einer aktuellen Studie von Mastercard nutzen deutsche Jugendliche künstliche Intelligenz bei der Produktsuche und Kaufentscheidung bereits etwa doppelt so häufig wie ihre Eltern. Der Report „A Short History of the Future of Shopping and Payments“ basiert auf einer Befragung von 26.000 Eltern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren in 13 Ländern.
79,9 % der befragten Jugendlichen in Deutschland haben demnach in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal KI für die Produktrecherche genutzt. 55,6 % glauben, dass künstliche Intelligenz die Art verändern wird, wie ihre Generation künftig einkauft. 29,8 % erwarten, dass KI in den kommenden Jahren zu einer der wichtigsten Formen des Einkaufens gehören wird. Gleichzeitig halten 84,7 % es für wichtig oder sehr wichtig, zu lernen, wie KI funktioniert.
Auch für den Online-Handel zeichnet sich eine Veränderung ab. Bis 2030 sollen laut den im Report zusammengetragenen Prognosen mehr als 10 % der Online-Käufer in Europa routinemäßig KI-Agenten für Einkäufe einsetzen. Diese könnten Produktinformationen und Bewertungen auswerten, Angebote vergleichen und Kaufentscheidungen auf Basis zuvor festgelegter Kriterien treffen. Zu den ersten Bereichen, in denen solche Aufgaben an KI delegiert werden könnten, zählen den Zukunftsforschern zufolge alltägliche Einkäufe wie Lebensmittel oder Medikamente.
Damit verändern sich auch die Anforderungen an Händler. Produktinformationen müssten künftig nicht nur für Menschen verständlich, sondern zunehmend auch maschinenlesbar sein. Preise, Größen, Bilder, Testberichte oder Zertifikate sollten so strukturiert vorliegen, dass KI-Systeme sie erfassen und miteinander vergleichen können. Für die Sportartikelbranche könnte dies insbesondere bei beratungsintensiven Produkten relevant werden, bei denen Kunden bereits heute zahlreiche Informationen zu Eigenschaften, Einsatzbereichen und Erfahrungen anderer Nutzer heranziehen.
Neben der Auffindbarkeit wird Vertrauen zu einem zentralen Faktor. 27 % der deutschen Jugendlichen geben an, Käufen durch KI mehr zu vertrauen als anderen Methoden. Gleichzeitig halten 92,3 % der Jugendlichen und 94,2 % der Eltern digitale Kompetenz und Online-Sicherheit für wichtig. Die Entwicklung des KI-gestützten Handels wird damit nicht nur von der technischen Verfügbarkeit, sondern auch von Fragen nach Transparenz, Zustimmung und Kontrolle geprägt sein.