Hervis setzt auf Community und Digitalisierung – und verkleinert Filialnetz weiter

Foto: Hervis
Der österreichische Sporthändler Hervis hat seine neue Strategie „Hervis 4.0“ offiziell vorgestellt. Mit digitalen Angeboten, mehr Beratung und einem neuen Markenauftritt will sich das Unternehmen zur vernetzten Sportplattform entwickeln. Gleichzeitig wird das Filialnetz weiter reduziert.
Hervis stellt sein Geschäftsmodell neu auf. Unter dem Claim „WE : SPORTS“ will sich das österreichische Unternehmen vom klassischen Sportartikelhändler zu einer Plattform entwickeln, die Einkauf, Training und sportliche Gemeinschaft verbindet. Die Strategie „Hervis 4.0“ wurde Mitte Oktober in Wien vorgestellt und ist Teil der Neuausrichtung nach der Übernahme durch die Investoren Sven Voth und Udo Schloemer Anfang 2026.
Im Mittelpunkt steht die stärkere Verzahnung von stationärem Handel, digitalen Angeboten und Community-Aktivitäten. Die neue Hervis-App bündelt Einkaufsmöglichkeiten, einen digitalen Trainingscoach, sportartspezifische Communitys und gemeinsame Challenges. Ein Bonusprogramm soll die regelmäßige Nutzung fördern. Auch der Webshop wurde überarbeitet. Beide Angebote sind seit dem 16. Oktober verfügbar.
Filialen sollen stärker auf Beratung setzen
Parallel verändert Hervis die Rolle seiner Geschäfte. Die verbleibenden Standorte sollen sich stärker auf Sportbereiche wie Running, Outdoor, Fitness, Bike, Teamsport und Padel spezialisieren. Mehr Gewicht erhält die Fachberatung durch entsprechend geschulte Mitarbeiter. Für 2027 ist zudem ein Flagship-Store im Salzburger Europark geplant, der das neue Konzept erstmals umfassend präsentieren soll.
Die Transformation geht allerdings mit weiteren Einschnitten einher. Bereits im Juni hatte das Unternehmen die Schließung von 17 seiner damals 93 Standorte angekündigt. Bis Ende 2027 soll das Filialnetz auf 50 bis 55 Geschäfte reduziert werden.
Markus Hupach, seit März 2026 CEO von Hervis, ordnet die Maßnahmen in die Gesamtstrategie ein: „Hervis wird zur Sports-Culture-Plattform: vom Konsumenten her gedacht und um Communitys gebaut. Die Zielgröße von 50 bis 55 Filialen für Österreich ist dabei nicht neu. Wir gehen den Weg, den wir zu Jahresbeginn angekündigt haben, konsequent weiter.“
Die verbleibenden Standorte sollen nach Hupachs Worten für „Premium, Expertise, Experience und Community“ stehen und eng mit App und Webshop verknüpft werden. Auch für die Markenpartner verspricht er dadurch eine stärkere Präsenz im Handel. Zugleich betont der CEO die sozialen Folgen des Umbaus: „Diese Entscheidungen fallen uns nicht leicht, denn sie betreffen Menschen, die Hervis über viele Jahre geprägt haben. Wir begleiten jede Schließung deshalb fair und mit größtmöglicher Unterstützung.“
Mit einem neuen Logo, einer reduzierten Gestaltung und hellgrüner Farbwelt soll die veränderte Positionierung künftig auch im Markenauftritt sichtbar werden.