SAZsport-Podcast mit Patrick Hebling 30.11.2020, 08:57 Uhr

Alpina will gemeinsam mit dem Handel wachsen

Alpina gehört zu den Lieblingen des Handels im Wintersport. Wie im Vorjahr erreichte die Uvex-Tochter den Spitzenplatz im Lieferanten-Ranking. Die Erfolgsformel von Alpina verrät Bereichsleiter Produkt, Vertrieb und Marketing Patrick Hebling im SAZsport Podcast.
Patrick Hebling ist seit 2018 Bereichsleiter Produkt, Vertrieb & ­Marketing bei Alpina Sports (Sulzemoos). Zuvor war der 45-Jährige drei Jahre lang Internationaler Vertriebsleiter bei der Uvex-Tochter. Davor hat Hebling fast 15 Jahre bei der Amer Group in verschiedenen Positionen gearbeitet, bei Wilson wie auch Salomon in den Bereichen Produkt, Marketing und im Vertrieb.
(Quelle: Alpina )
Made in Germany, fachhandels­orientiert, lifestylige und immer nachhaltigere Produkte, und selbst in schweren Zeiten zeigt die Marke Stärke, indem sie keinen Druck im Handel aufbaut, sondern partnerschaftlich, individuell und flexibel agiert. So lässt sich die Erfolgsformel von Alpina Sports (Sulzemoos) auch im Jahr des 40. Jubiläums auf den Punkt bringen.
SAZsport: Gratulation zum Sieg als bester Hersteller des Jahres in der Kategorie Wintersport, Herr Hebling. Sie haben zum zweiten Mal in Folge gewonnen, mit noch besseren Noten des Handels in diesem Jahr. Was war Ihrer Meinung nach dafür ausschlaggebend?
Patrick Hebling: Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei allen Händlern bedanken, die uns auf den ersten Platz gewählt haben. Wenn man auf die Noten schaut, dann sieht man, dass wir großen Wert auf unseren Service legen. Ich denke, das spürt der Fachhandel und das Vertrauen gibt er uns auch zurück. Wir sehen den Fachhandel als unseren wichtigsten Partner an. Der Fachhandel hat uns groß gemacht. Er hat uns in den 1980ern und 1990ern zu dem gemacht, was wir heute sind. Aber letztendlich ist das Wichtigste das Produkt, und hier sind wir sehr gut aufgestellt. Wir bieten stets hohe Qualität zu einem fairen Preis an. Mit Produkten made in Germany aus unseren zwei eigenen Werken in Deutschland sparen wir viel CO2 ein. Mit dem „Prolan“-Rückenprotektor aus Schafswolle haben wir zudem das erste Sicherheitsprodukt aus einem nachwachsenden Rohstoff entwickelt. Das sehen wir nur als Anfang in puncto Nachhaltigkeit. In Zukunft wollen wir unseren ökologischen Fuß­abdruck noch weiter optimieren beziehungsweise minimieren.
SAZsport: Alpina konnte sich im Vergleich zum Vorjahr von 1,78 auf 1,73 verbessern. Bei insgesamt drei der sechs vorgegebenen Kriterien landete Alpina auf dem ersten Platz, und zwar beim Service mit der Note 1,27, beim partnerschaft­lichen Verhalten mit 1,46 und bei Handelsspannen und Konditionen mit 1,73.
Hebling: Wir legen keinen gesonderten Wert auf eine einzelne Kategorie, wir möchten grundsätzlich sehr partnerschaftlich mit unseren Händlern umgehen. Service spielt dabei schon immer eine große Rolle. Wir haben ein tolles After-Sales-Team und sehr gute Teams im Innen- und Außendienst. Ich denke, dass wir uns besonders in der schwierigen Phase im Frühjahr, als es in den Lockdown ging, sehr flexibel in der Vororder gezeigt haben und dem Handel mit bestimmten Maßnahmen auch entgegengekommen sind, ohne Druck aufzubauen. Das spiegelt sich sicherlich in den Noten wider.
SAZsport: Wie ist das Alpina-Team aufgestellt, und wie grenzt sich die Marke zur Konzernschwester Uvex ab?
Hebling: Wir haben in unserem Headquarter in Sulzemoos über 40 Mitarbeiter, die sich in Vertrieb national, international, Verwaltung, Supply Chain, Produktmanagement, Produktentwicklung, Design und Marketing aufteilen. In Laimering steht unser Zentrallager mit unserer Logistikabteilung, dem After-Sales-Service und über 20 Mitarbeitern. Alpina gehört zum Teilkonzern Uvex Sports innerhalb der Uvex Group. Wir sprechen mit beiden Marken unterschiedliche Zielgruppen an. Mit Alpina wollen wir Produkte des persönlichen Schutzes so gestalten, dass sie zu Lifestyle-Produkten werden. Trendsetting ist dabei ein wichtiger Aspekt. Egal, ob Rad- oder Wintersportler – wir möchten dem Endverbraucher ermöglichen, seine Aktivitäten und Abenteuer mit Produkten zu ­genießen, die ihn schützen und ihn dazu inspirieren, seine Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.
SAZsport: Was bietet Alpina dem Fachhandel außer dem reinen Produkt an?
Hebling: Wir verfolgen einen 360-Grad-Ansatz, der auch die Digitalisierung einschließt: Das heißt, vom Laden-Display über Kommunikationsmaßnahmen auf allen sozialen Kanälen bis hin zur Commerce-Anbindung auf unserer Webseite bieten wir unseren Händlern sehr viele Möglichkeiten. Wir wollen das Multichannel-Business der Händler bestmöglich unterstützen. Gerade in dem derzeit sehr dynamischen Online-Bereich wollen wir gemeinsam wachsen. Um das zu erreichen, haben wir uns mittlerweile auch durch große Investitionen im digitalen Sektor sehr gut aufgestellt. Unter anderem sind wir zwischenzeitlich in der Lage, mit einem neuen CRM und unserer MDB (Mediendatenbank), Content und Informationen noch zielgerichteter bereit zu stellen und damit die Zusammenarbeit mit dem Handel nochmals zu intensivieren. Sicher geht es aktuell dem Radfachhandel besser als dem Sportfachhandel, aber den Weg der Digitalisierung müssen alle gehen. Und wir sind bereit, ihn mit den Händlern gemeinsam zu gehen.
SAZsport: Alpina-Inhaber Michael Winter geht von einem zweistelligen Minus im Wintersport aus. Wird das Skitourensegment das nicht auffangen können?
Hebling: Die Verluste werden sich sicherlich im zweistelligen Bereich bewegen. Touren werden nicht die Branche über den kompletten Winter retten. Entscheidend wird die Zeitspanne ab Weihnachten bis in den Januar ­hinein sein. Was passiert mit Corona, ­ein Lockdown in Deutschland und den Alpenregionen? Wir sind sehr froh, dass wir Radhelme oder Sportbrillen haben, die wirklich über zwölf Monate funktionieren. Dieser Boom kommt uns zugute, aber er wäre auch für den Sportfachhandel eine gute Gelegenheit, sich über dieses Sortiment Gedanken zu machen, von der Frequenz dieser Kunden zu profitieren und Zusatzkäufe mitzunehmen. Services könnten dabei an Spezialisten  ausgelagert werden, genauso wie es Händler beim Ski bereits machen.



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