Stefan Rainer wird CEO der Oberalp-Gruppe

Foto: Oberalp Gruppe
Zum 1. Oktober übernimmt Stefan Rainer die Führung der Oberalp-Gruppe. Der bisherige Chief Sales Officer folgt auf Christoph Engl, der das Unternehmen seit 2018 als CEO leitete und künftig als Senior Advisor tätig sein wird.
Nach acht Jahren an der Spitze der Oberalp-Gruppe gibt Christoph Engl die CEO-Verantwortung ab. Sein Nachfolger wird Stefan Rainer, der seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen tätig ist und zuletzt sechs Jahre als Chief Sales Officer für den Vertrieb verantwortlich war.
Engl bleibt Oberalp weiter verbunden. Ab dem 1. Januar 2027 wird er das Unternehmen als Senior Advisor bei speziellen Projekten unterstützen, unter anderem bei den internationalen Lizenzen in Asien. „Ich trete von meiner Verantwortung als CEO zurück, aber nicht von der Passion für den Bergsport und die Markenentwicklung, die in meiner DNA liegen und bleiben“, sagt Engl.
Unter Engl hat sich die Oberalp-Gruppe auf den Bergsport konzentriert und ihr Markenportfolio weiter ausgebaut. Zum Unternehmen gehören unter anderem Salewa, Dynafit, Wild Country, LaMunt, Pomoca und Evolv. Insgesamt managt die Gruppe derzeit 18 Sportmarken, sieben davon befinden sich im eigenen Besitz. Zuletzt kamen die US-amerikanische Marke Diadem sowie der Vertrieb von Under Armour in der Schweiz zum Portfolio hinzu.
Die Entwicklung zeigt sich auch in den Geschäftszahlen: Das Bozner Bergsportunternehmen erzielt inzwischen einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro. Zwischen 2020 und 2025 wuchs das Geschäftsergebnis im Durchschnitt um 7%. Engl führt die Entwicklung auch auf die langfristige Ausrichtung des Familienunternehmens zurück. Ruth Oberrauch hatte zum 1. Juni von ihrem Vater Heiner Oberrauch die Präsidentschaft übernommen.
Der neue CEO sieht eine große Aufgabe vor sich: „Ich übernehme ein Markenhaus, das in eine neue Welt zu führen ist“, sagt Rainer. Zwar wachse der Outdoor-Markt weltweit und immer mehr Menschen entdeckten Bewegung im Freien als Freizeitbeschäftigung, gleichzeitig sei die Sportbranche nach dem Boom der Covid-Jahre mit Herausforderungen konfrontiert. Dabei rechnet Rainer auch mit Veränderungen im Sportfachhandel. „Wir stellen uns darauf ein, dass viele kleinere Händler in der Zukunft aus dem Markt ausscheiden, die über Jahrzehnte großartige Kunden waren“, sagt der 42-jährige Südtiroler. Oberalp will dieser Entwicklung unter anderem mit dem eigenen Retail-System mit über 120 Geschäften in Europa und sechs Online-Verkaufsseiten begegnen.
Rainer hebt außerdem hervor, die Oberalp-Marken würden für einen internationalen Vertrieb ausgerichtet. Denn: „Die Sehnsucht nach Bergen, nach Wandern, Trail-Running, Klettern und Abenteuer endet nicht an den Alpen.“ Dies brauche allerdings die Fähigkeit, verschiedene Kulturen und Verhaltensweisen gut zu verstehen und in die Produkte der Marken zu übersetzen.
Eine wichtige Rolle spielen für Rainer die sozialen Medien. Dort würden Marken und Produkte in Echtzeit von echten Fans und Influencern auf Herz und Nieren geprüft. Den Unternehmen bleibe kaum Zeit, ihre Produkte über große Marketingkampagnen auf den Markt zu bringen.