WFSGI beziffert Wirtschaftskraft der Sportartikelbranche auf 675 Milliarden Dollar

Foto: BearFotos / Shutterstock
Welche wirtschaftliche Bedeutung die globale Sportartikelindustrie hat, zeigt erstmals eine Analyse des Weltsportartikelverbands WFSGI und der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Demnach sichert die Branche weltweit 28 Millionen Arbeitsplätze.
Die weltweite Sportartikelindustrie leistet einen erheblichen Beitrag zur globalen Wirtschaftsleistung. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „The Industry that Moves the World“, den die World Federation of the Sporting Goods Industry (WFSGI) gemeinsam mit der Unternehmensberatung Oliver Wyman veröffentlicht hat. Nach Angaben der Autoren handelt es sich um die erste umfassende Untersuchung des wirtschaftlichen Fußabdrucks der Branche.
Demnach trägt die Sportartikelindustrie einschließlich der Effekte entlang der Lieferketten und durch Konsumausgaben von Beschäftigten jährlich rund 675 Milliarden US-Dollar (entspricht rund 590 Millionen Euro) zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt bei. Das entspricht etwa 0,6 % der globalen Wirtschaftsleistung. Zugleich hängen nach Berechnungen der Studie weltweit rund 28 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Branche ab – etwa jeder 125. Arbeitsplatz.
Auch die Steuerwirkung ist beträchtlich: Direkt generiert die Industrie laut Bericht jährlich rund 120 Milliarden US-Dollar (ca. 105 Millionen Euro) an Steuereinnahmen. Einschließlich Lieferketten- und Einkommenseffekten steigt der Betrag auf etwa 230 Milliarden US-Dollar (ca. 200 Millionen Euro).
Patentanmeldungen wachsen überdurchschnittlich
Als weiteren Faktor hebt die Untersuchung die Innovationsleistung hervor. Die Zahl sportbezogener Patentanmeldungen sei in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich um 7,6 % pro Jahr gestiegen und damit mehr als 70 % schneller als die Zahl aller Patentanmeldungen. Hinzu kommen nach WFSGI-Schätzungen rund 5 Milliarden US-Dollar (knapp 4,5 Milliarden Euro), die Sportartikelunternehmen 2024 als Geldsponsoring in den Sport investiert haben.
„Seit Jahrzehnten investiert unsere Industrie in Innovationen, ermöglicht Teilnahme und Leistung und unterstützt Volkswirtschaften, Arbeitsplätze und Gemeinschaften auf der ganzen Welt“, sagt Emma Zwiebler, Chief Executive Officer des WFSGI. Erstmals liege nun eine umfassende Bewertung dieses wirtschaftlichen Beitrags vor.
WFSGI fordert bessere Rahmenbedingungen
Der Verband verbindet die Ergebnisse mit Forderungen an die Politik. Im Mittelpunkt stehen verlässliche Handelsbedingungen, regulatorische Rahmenbedingungen, die die Bezahlbarkeit von Sportprodukten berücksichtigen, sowie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand.
Als Belastung nennt der Bericht insbesondere Zölle. Auf Sportartikel werde weltweit im Durchschnitt ein angewandter Zollsatz von 14,1 % erhoben – annähernd dreimal so viel wie im Durchschnitt aller gehandelten Waren. Aufgrund komplexer, internationaler Lieferketten könnten Materialien, Komponenten und fertige Produkte dabei mehrfach mit Abgaben belastet werden.
Der WFSGI sieht darin auch eine Verbindung zur Sportteilnahme: Höhere Produktpreise könnten den Zugang zu Bewegung und Sport erschweren. Vor dem Hintergrund steigender körperlicher Inaktivität plädiert der Verband deshalb dafür, wirtschafts-, gesundheits- und sportpolitische Ziele stärker miteinander zu verzahnen.