Sympatex bekommt neuen Eigentümer

Foto: Sympatex
Seit Ende Januar läuft das Insolvenzverfahren von Sympatex. Jetzt steht die Fortführung: Pidigi steigt per Asset Deal ein und will das Geschäft unter der Marke Sympatex weiterführen. Der Standort Unterföhring bleibt erhalten.
Für den Membranspezialisten Sympatex gibt es im Insolvenzverfahren eine Fortführungslösung: Pidigi, ein italienischer Anbieter von Materialien, Komponenten und Maschinen für die Schuh-, Lederwaren- und Bekleidungsindustrie, übernimmt zusammen mit einer deutschen Tochtergesellschaft zentrale Vermögenswerte der Sympatex Technologies GmbH. Der Asset Deal soll zum 1. Juni 2026 wirksam werden; Pidigi plant, den Betrieb unter der Marke Sympatex fortzuführen.
Am Firmen-Standort Unterföhring bleiben laut dem Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen, 21 Arbeitsplätze sowie alle vier Ausbildungsplätze erhalten. Gleichzeitig sind im Zuge der Neuaufstellung betriebsbedingte Kündigungen für 25 Beschäftigte in Unterföhring vorgesehen – ausgesprochen im Mai, wirksam zum Ende des Augusts. Dazu wurden ein Interessenausgleich und ein Sozialplan vereinbart.
Im Investorenprozess wurde der Insolvenzverwalter von einem Beraterteam unterstützt. Für den M&A-Teil war Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) an Bord.
Zusammenarbeit bereits seit Jahrzehnten
Pidigi-Eigentümer und Geschäftsführer Giorgio De Gara ordnet den Einstieg strategisch ein: „Die Übernahme von Sympatex ist für uns ein wichtiger strategischer Schritt, der auf einer langjährigen und vertrauensvollen Partnerschaft aufbaut.“ Ziel sei es, das internationale Geschäft gezielt weiterzuentwickeln – „von Performance-Laminaten und Tapes für Footwear-Anwendungen bis hin zu technischen Lösungen für den öffentlichen Sektor, Workwear und Apparel-Märkte“. Wichtig sei ihm zudem, „das wertvolle technologische Know-how von Sympatex und den Standort Unterföhring zu erhalten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristige Perspektiven zu bieten“.
Pidigi arbeitet seit Jahrzehnten mit Sympatex zusammen – unter anderem als Distributor im italienischen Footwear-Segment sowie in einer Partnerschaft bei der Tape-Produktion. Die Italiener nutzen Sympatex-Laminate und -Membranen in eigenen Produkten; daraus sollen operative und wirtschaftliche Synergien entlang der Wertschöpfungskette entstehen.
Scholze verlässt das Unternehmen
Die derzeitige Sympatex-Geschäftsführerin Kim Scholze wird das Unternehmen mit Abschluss der Transaktion verlassen.„Die vergangenen Monate haben den Mitarbeitenden von Sympatex enorm viel abverlangt“, so Scholze. „Dass nun eine Investorenlösung für Technologie, Marke und wesentliche Unternehmensbereiche erreicht werden konnte, ist ein bedeutender gemeinsamer Erfolg.“