Intersport Austria wächst stärker als der Markt - Rückenwind aus Winter, Outdoor und Running

Foto: Intersport Austria
Trotz schwacher Branchenentwicklung legt Intersport Austria im ersten Halbjahr deutlich zu. Vor allem das Wintergeschäft sowie stabile Trends bei Running und Outdoor treiben das Plus.
Ein starkes Wintergeschäft und wachsende Ganzjahressportarten haben Intersport Austria im ersten Geschäftshalbjahr 2025/26 ein Umsatzplus von rund 7 Prozent beschert. Damit entwickelte sich der Sporthandelsverbund deutlich besser als der Markt. Dies gab das Unternehmen auf einer Pressekonferenz bekannt. Das Ergebnis ist noch vorläufig, da das Geschäftshalbjahr noch bis Ende März läuft. Geschäftsführer Franz Koll verwies zur Einordnung darauf, dass der österreichische Sportartikelmarkt im Kalenderjahr 2025 insgesamt rückläufig gewesen sei (minus 1,1 Prozent), während Intersport im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zugelegt habe.
Zentraler Wachstumstreiber im Zeitraum Oktober 2025 bis März 2026 war das Wintergeschäft. Insgesamt legte die Winterwarenkategorie zweistellig zu (+10,3 Prozent). Besonders stark entwickelten sich Ski mit +19 Prozent sowie Eislauf mit +33 Prozent. Auch angrenzende Kategorien wie Skischuhe, Helme und Textil wuchsen zweistellig. Parallel zog das Verleihgeschäft um rund 13 Prozent an und macht etwa 15 Prozent des Winterumsatzes aus.
Neben guten Wetter- und Schneebedingungen hebt der Sporhandelsverbund eigene Faktoren hervor. "Die sehr gute Entwicklung ist auch bei uns kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis vieler Stellschrauben, an denen wir im vergangenen Jahr gedreht haben", sagte Koll. "Wir haben Prozesse optimiert, unser Sortiment weiter geschärft und sind strategische Kooperationen eingegangen, etwa mit dem ÖSV, um die Weichen für die Zukunft zu stellen."
Ganzjahressport stabilisiert das Geschäft
Zunehmend tragen auch Ganzjahressportarten das Wachstum. Running legte im Winter um rund 6 Prozent zu, Fitness-Hardware um etwa 9 Prozent. Auch Trailrunning entwickelt sich weiter positiv und bleibt ein wichtiger Bestandteil des Running-Segments. Im Outdoor-Bereich zeigt sich eine leichte Belebung. Nach dem Boom der Corona-Jahre hatte sich die Nachfrage zuvor auf hohem Niveau stabilisiert. Gefragt seien aktuell verstärkt Produkte, die Funktionalität und Alltagstauglichkeit verbinden, erläuterte Koll. "Outdoor wird zunehmend auch im urbanen Kontext getragen."
Für das zweite Halbjahr habe man sich eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet. Zusätzliche Impulse seien durch die Fußball-Weltmeisterschaft zu erwarten. Fanartikel und Trikots zählten bereits jetzt zu den gefragten Produkten.
Grundsätzlich geht der Verbund davon aus, dass die Konsolidierung im österreichischen Sporthandel weiter anhält. Auf die Frage, ob Intersport gegebenenfalls Interesse an einer Übernahme einzelner Hervis-Standorte habe, die auf der Kippe stehen sollen, sagte Koll: "Ich würde das nicht grundsätzlich ausschließen." Parallel baut Intersport Austria seine internationale Präsenz aus. Der Kauf von Intersport Slowenien steht kurz vor dem Abschluss. Damit wächst die Gruppe auf über 500 Standorte und rund eine Milliarde Euro Umsatz und stärkt ihre Position in Zentral- und Südosteuropa.