SAZsport-Experten 16.06.2017, 08:16 Uhr

Wer Teamsport anbietet, muss es richtig machen

Der Teamsport-Markt in Deutschland ist heiß begehrt. Neben der Vielzahl an Marktteilnehmern zeichnet sich dieser auch durch seine Dynamik, den hohen Wettbewerbsdruck und zunehmende Konzentrationsprozesse aus. 
Dennis Aubermann, Bereichsleiter Teamsport bei Sport 2000
Keine einfachen Voraussetzungen also für selbstständige Fachhändler. War es vor einigen Jahren noch völlig normal, dass der Vollsortimenter als erster Ansprechpartner für die Vereine seiner Region galt, so ist die Zusammenarbeit mit den Vereinen heutzutage überwiegend ein Thema für Teamsport-Spezialisten. Aus gutem Grund ‒ denn für die erfolgreiche Bearbeitung des Teamsport-Markts bedarf es spezieller Instrumente und Programme. Für wen sich das Engagement lohnt, mit welchen Themen sich ein Teamsport-Händler beschäftigen muss und welche Herausforderungen er meistern muss, damit befassen sich die folgenden Statements zum Teamsport-Markt.
1. Teamsport kann jeder
Fußball ist die Sportart Nummer eins in Deutschland, und Teamsport-Produkte zu führen daher für einen Sportfachhändler ein naheliegender Gedanke. Doch Teamsport ist zugleich auch einer der herausforderndsten Märkte im Sportfachhandel und keineswegs etwas für jeden. Denn Teamsport bedeutet in erster Linie „Vereinsgeschäft“ und erfordert viel mehr Engagement als nur Fußballschuhe anzubieten. Der stetige Kontakt zu den Vereinen zählt zu den größten Erfolgsfaktoren im Teamsport. Für das Vereinsgeschäft spielt sowohl die Verfügbarkeit, um Aufträge möglichst schnell abzuschließen, als auch die passende Beratung hinsichtlich der Auswahl des besten Lieferanten und der richtigen Beflockung eine große Rolle. Beflockung ist hierbei nicht gleich Beflockung; für einen qualitativ hochwertigen und damit langlebigen Flock sind moderne Maschinen und Expertenwissen gefragt.
Einen besonderen Wert haben auch personalisierte Produkte. So ist der Aufdruck der Initialen bei der Teamausstattung heutzutage ebenso Standard wie ein persönliches Packet mit Trikot, Hose, Stutzen & Co. für jeden Spieler. Für den Händler ist darüber hinaus die Organisation von Vereinsabenden und der Besuch von Spielen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Ganz aktuell funktioniert auch eine eigene Freizeit-Textilkollektion sehr gut bei den Vereinen. Wer sich hier als serviceorientierter, zuverlässiger und qualitativ-hochwertiger Partner erweist und auf die Wünsche der Vereine reagiert, der hat gute Chancen, sich in der Region einen Namen als empfehlenswerter Teamsport-Händler zu machen.
Fazit: Wer Teamsport anbietet, muss es richtig machen. Ein bisschen Teamsport, Teamsport nur über den Preis oder ausschließlich online anzubieten, funktioniert auf Dauer nicht.
2. Partnerschaftliche Lieferanten sind das A und O
Nicht eine Vielzahl an Lieferanten ist ausschlaggebend, sondern die Auswahl der richtigen. Denn die Relevanz von Partnerschaften, die auf gegenseitigem Geben und Nehmen beruhen, ist für Teamsport-Händler mittlerweile elementar. Die Fokussierung auf ein, zwei starke und enge Partner, die Flexibilität und uneingeschränkten Support anbieten, ist wichtiger als möglichst viele Marken zu führen. Auch hier kann man von einem „People-Business“ sprechen; langjährige, persönliche Partnerschaften zahlen sich aus und sind auf lange Sicht profitabler.
3. Bunte Fußballschuhe zu viel des Guten?
Würde man einen kleineren bis mittelgroßen Händler fragen, was für ihn momentan die größte Herausforderung ist, so würde er sicherlich mit „die Verfügbarkeit und vielen Farb- und Modellwechsel bei Fußballschuhen“ antworten. Für die größeren, online-affinen Händler ist diese Dynamik eher zuträglich, weil sie größere Mengen verkaufen und durch die neuen Kollektionen viermal im Jahr neue Impulse für ihr Business erhalten.
Für kleinere Händler ist es hingegen oftmals schwierig, den gesamten Produktzyklus mitzugehen. Diese sollten sich aber bei ihrer Angebotsauswahl vom Gedanken verabschieden, jeden Kundenwunsch erfüllen zu können. Das Bestandsmanagement ist wichtiger als von jedem relevanten Lieferanten die gesamte Farb- und Modellpallette anzubieten. Die Spezialisierung gegenüber dem Endverbraucher nur über eine möglichst große Auswahl an Fußballschuhen zu definieren, ist zu kurz gedacht.
4. Teamsport ist nicht nur Fußball
Ob Handball, Volleyball, Turnen oder Tennis: es gibt noch einige andere Sportarten, die bedient werden können. Insbesondere im Handballmarkt hat sich über die Jahre eine spezielle Szene entwickelt. Es werden andere Marken nachgefragt und es gibt auf Handelsseite weniger Mitbewerber. Nur wenige Fachhändler haben sich in diesem Bereich als Spezialist positionieren können. Die Handballvereine suchen Ansprechpartner auf Augenhöhe und schätzen im Vergleich zu vielen Fußballklubs noch stärker die Serviceorientierung eines Händlers. Auf der einen Seite ist die Wettbewerbssituation im Handballmarkt noch etwas entspannter, andererseits ist das Marktvolumen natürlich nicht mit dem des Fußballs vergleichbar. Denn schließlich gibt es immer noch mehr Fußballtorhüter als Handballspieler.




Das könnte Sie auch interessieren