„Wir sind auf einem guten Weg“ 05.02.2019, 16:16 Uhr

Das Konzept der OutDoor by ISPO wird konkreter

Auf der ISPO haben die Messe München und die EOG ein Update zur Ende Juni beginnenden OutDoor geliefert. Warum beide Partner mit dem Status quo zufrieden sind – und in welchen Genuss der Fachhandel kommen wird. 
Die OutDoor by ISPO nimmt Fahrt auf – so jedenfalls lautete der Tenor der Pressekonferenz, welche die Messe München und die EOG gemeinsam im Rahmen der ISPO Munich abgehalten hatten. „In den vergangenen sieben Monaten seit unserer Launch-Conference ist viel passiert“, erklärte Klaus Dittrich, Chef der Messe München, in seiner Eröffnungsrede, und ergänzte: „Im Schulterschluss mit der EOG und der Branche haben wir neue Zielgruppen und Wachstums­potenziale identifiziert, das Konzept von OutDoor by ISPO entsprechend weiterentwickelt und konkretisiert.“
Lieferten ein Update zur OutDoor by ISPO: (v.l.n.r.): Klaus Dittrich (Chef der Messe München), Tobias Gröber (Head of ISPO Group), Arne Strate (Generalsekretär der EOG) und Antje von Dewitz (Geschäftsführerin von Vaude).
(Quelle: Florian Bergener)
Angesichts der bisher 700 angemeldeten Aussteller (siehe rechte Spalte) erklärte Tobias Gröber, Head of ISPO: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Stehen und fallen wird der Erfolg der Messe allerdings vor allem damit, wie viele Fachbesucher diese anziehen wird. Gröber machte dabei deutlich, dass es der Fokus sei, „die richtige Menge und die richtige Qualität an in erster Linie internationalen Fachhändlern“ nach München zu bekommen. Dazu haben Messe München und ein im vergangenen Jahr gegründeter Fachbeirat – das sind Interessensvertreter der Aussteller der OutDoor by ISPO sowie wichtige Branchenvertreter und Partner – ein neues Ticketsystem erdacht. Der Fachhandel kommt dabei in den Genuss großer Vergünstigungen: Ein Early-Bird-Eintagesticket kostet bei Online-Buchung zum Beispiel nur 15 Euro anstatt 75 Euro. Wer die gesamten vier Tage erleben möchte und übers Internet bucht, bezahlt gerade mal 24 Euro (andere 325 Euro).

Derzeit sind es sogar acht statt sechs Hallen

Bekannt ist seit letztem Jahr, dass die Messe München und die EOG das Segment Outdoor in drei Bereiche aufteilen: Core Outdoor (Wandern, Trekking, Klettern etc.), Outdoor+ (Tourismus, Urban Outdoor, Wassersport und Mountainbiken) und X-Industry/Cross Industry (branchenfremde Unternehmen, von denen die Outdoor-Branche lernen und profitieren kann). Jetzt steht fest, wo genau sich diese räumlich im östlichen Teil des Messegeländes ansiedeln werden: Core Outdoor bekommt seinen Platz in den Hallen A5, A6, B5 und B6. Outdoor+ wird sich dem Fachpublikum – die OutDoor bleibt eine reine Fachmesse – in C4, C5 und C6 präsentieren, und X-/Cross Industry, das im Übrigen auch Store-Konzepten der Zukunft und den Wearables eine Plattform bieten möchte, belegt die Halle B4.  Wie man es von Friedrichshafen gewohnt ist, wird es auch ein Freigelände geben, diesmal sogar mit einer Yoga-Area und einer Bike-Teststrecke. Damit sind auf dem Gelände der Messe München acht Hallen voll besetzt, gerechnet hatte man mit sechs. Ein Limit will man sich aber grundsätzlich nicht setzen bei den insgesamt 18 vorhandenen Großräumen (jeweils sechs in A, B und C), die laut Dittrich einzeln doppelt so groß seien wie die am alten OutDoor-Standort in Friedrichshafen.

157 Events in München

Gröber sprach in seinem Vortrag auch von drei für die Branche vielversprechenden Megatrends: Urban Outdoor, Nachhaltigkeit und Aufbau von Netzwerken/Gewinnung neuer Zielgruppen. Dem ersten Punkt will man mit den sogenannten OutDays entgegenkommen. In der Messezeit wird in Zusammenarbeit mit Sporthändlern aus München eine ganze Reihe an Events durchgeführt werden – konkret 157 an der Zahl. Damit soll das Konzept der „Consumer Centric“, sprich der Einbeziehung und Aktivierung des Endverbrauchers, von der ISPO Munich auf die OutDoor by ISPO übertragen werden. „Wir wollen dabei das Segment Outdoor nicht nur auf der B2B-, sondern auch auf der B2C-Seite zelebrieren, um noch mehr Konsumenten zu erreichen“, erklärte Gröber.
Auf dem Podium saß auch Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude. Sie bekannte mit einem Augenzwinkern, dass sie, da am Bodensee aufgewachsen, von Grund auf kein Fan der ISPO sei. Und sie räumte auch ein, dem neuen Konzept der OutDoor by ISPO zuerst skeptisch gegenübergestanden zu sein. „Als Marke brauchen wir aber eine starke Leitmesse und dabei einen Return-on-Investment“, betonte von Dewitz und erinnerte daran, dass sich die Outdoor-Industrie in einem harten Konzentrationsprozess befinde. Die Key Accounter würden immer größer, und die setzten die Spannen im Handel von Saison zu Saison immer stärker unter Druck. Daher wünsche sie sich, dass möglichst viele wichtige Fachbesucher auf diese Messe kämen (Anm. d. Red.: Sie meinte damit sicher vor allem kleinere Outdoor-Spezialisten, die Core-Shops). Zudem wies die Vaude-Chefin darauf hin, dass die Branche durch eine moderne, zeitgemäße Messe und Show zeigen müsse, was eigentlich Outdoor alles sein könne. „Ich bin mir gar nicht sicher, ob die junge Generation sich etwas unter Outdoor vorstellt oder eine Idee davon hat“, bemerkte sie und erklärte, dass sie mittlerweile vom Konzept der OutDoor by ISPO, den Konsumenten mit einzubeziehen, überzeugt sei

Vaude-Chefin hofft auf „Community-Gefühl“

Man habe eine gemütliche kleine Messe in Friedrichshafen gehabt – mit einer tollen Zeit und schönem Ambiente. „Aber jetzt öffnen wir Outdoor, und das ist genau die richtige Zeit und der richtigte Ort“, meinte von Dewitz – in der Hoffnung, genau dieses Outdoor-Community-Gefühl auch in München erleben zu können. Es sei eine große Chance, aber auch ein kleines Risiko, „diesen Spagat zu schaffen“.
Die Termine für die Jahre 2020 und 2021 stehen bereits jetzt fest: Die Veranstaltung im nächsten Jahr wird vom 28. Juni bis 1. Juli über die Bühne gehen. Ein Jahr später wird sich die Branche in München vom 20. bis 23. Juni treffen.

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