Schlussbericht zur neuen Messe in München 05.07.2019, 10:52 Uhr

Messe München meldet Rekordzahlen zur OutDoor by ISPO

Auf Besucher- und auf Ausstellerseite verbucht die Messe München bei der neukonzipierten OutDoor by ISPO Rekordzahlen. Auch die Aussteller äußern sich größtenteils positiv über die Neuauflage der Messe.
Die Messe München zeigt sich zufrieden mit ihrer neuen OutDoor by ISPO, die ein „erfolgreicher Start ins neue Outdoor-Zeitalter“ darstelle. „1.018 Aussteller präsentierten zur Premiere von OutDoor by ISPO ihre Produkte und Innovationen“, heißt es im Schlussbericht der Organisatoren. Damit hätte sich die Zahl der Aussteller um 68 erhöht, bei der Jubiläumsmesse in Friedrichshafen seien es 950 gewesen. Mehr als 22.000 Fachbesucher aus rund 90 Ländern hätten die Messe besucht, rund zwei Drittel wären aus dem Ausland nach München angereist. Zum Vergleich: In Friedrichshafen waren es im vergangenen Jahr etwas mehr als 20.000 Fachbesucher, 2017 zählte die Messe Friedrichshafen immerhin 21.400 Fachbesucher.
"Der große Zuspruch aus der Branche beweist den Erfolg unseres neuen Konzepts. Wir konnten unsere Versprechen aus dem Vorfeld einlösen und sogar übertreffen. Gemeinsam mit der Branche sind wir in ein neues Zeitalter gestartet, in dem 'Outdoor' keine vorgegebene Definition der Industrie, sondern der Überbegriff für die individuelle Haltung eines jeden Einzelnen ist“, lautet das Fazit von Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführer der Messe München, über die neue OutDoor. Laut einer Befragung der Messe München bezeichneten 87 Prozent aller Besucher die Erstveranstaltung als gut bis ausgezeichnet. In den weiträumigen und offen gestalteten Hallen habe spürbare „Aufbruchstimmung“, geherrscht, hört man von den Organisatoren: Die 18 themenspezifischen Focus Areas in-  und außerhalb der Hallen sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm hätten die Messe zu einer Erlebnisplattform für ein modernes Outdoor-Verständnis werden lassen.
Die Messe München meldet Redkordzahlen: 1.068 Aussteller und insgesamt 22. Fachbesucher aus rund 90 Ländern hätten die OutDoor by ISPO vom 30. Juni bis zum 3. Juli 2019 besucht.
Quelle: Solveig Schneider

Auch die von SAZsport befragten Aussteller ziehen ein positives Resümee der neuen Messe. „Unsere Erwartungen sind voll erfüllt. Wir schätzen das professionelle Arbeitsklima, um unsere Produkte zu präsentieren. Die Besucher an unserem Stand waren zahlreich und vor allem hochwertig. Unsere Kunden finden die schnelle Erreichbarkeit von München ideal“, lautet das Urteil von Lukas Meindl, Geschäftsführer des gleichnamigen bayerischen Outdoor-Schusters. „Für Ortlieb ist die OutDoor by ISPO eine der zwei wichtigen Leitmessen. Der Verlauf für uns war positiv. Nach dem Umzug an den neuen Standort und die damit verbundenen Neuerungen wurde der Sonntag erst einmal für alle als Tag der Orientierung genutzt, Montag und Dienstag waren gut besucht, am Mittwoch verlief es erwartungsgemäß“, sagt Jürgen Siegwarth, Geschäftsführer von Outdoor-Taschen-Spezialist Ortlieb. „Die erste OutDoor by ISPO präsentiert sich mit einem tollen offenen Format – eine sehr ansprechende Wirkung mit Platz und Raum für Entwicklung. Das erweiterte Outdoor-Konzept bietet viele Möglichkeiten: Eine starke Plattform für die Branche um neue, zukunftsträchtige Wege zu gehen“, so Nicole Espey, Geschäftsführerin des Bundesverbands der deutschen Sportartikel-Industrie (BSI).
Erstmalig wurde auf der OutDoor das Thema Bike integriert: Eine Teststrecke lud zum Testen von Gravel-, Mountain- und E-Bikes ein.
Quelle: Messe München

Neues Hallenkonzept kommt an

Mit mehr Raum und offenen Mittelgängen wollte die Messe mehr Freifläche für die individuelle Inszenierung der einzelnen Marken schaffen. Dazu gibt es von den Ausstellern Lob: „Das Konzept der Hallengestaltung finde ich erfolgreich umgesetzt – auch mit viel Liebe zum Detail. Der breite Mittelgang hat bei uns in der Halle B5 super gut funktioniert – obwohl wir im hinteren Bereich der Halle standen, war der Besucherfluss gut“, erklärt Antje von Dewitz, Geschäftsführerin vom Tettnanger Outdoor-Ausrüster Vaude. Auch Günter Klein, verantwortlich für den Vertrieb der US-Sockenmarke Wrightsock gefällt das Konzept. „Die offene Hallengestaltung mit einer nicht wie sonst üblichen hohen Stand-Bauweise hat uns gut gefallen.“ Das Shoe Village und der Test-Track sind seiner Meinung nach ein guter Ansatz – allerdings „mit noch erheblichem Optimierungspotential“. „Einfach großartig. Das ist der 100 Prozent richtige Weg. Die Messe ist luftiger, großzügiger und vor allem innovativer geworden. Vor allem die Borderland-Ecken sind unglaublich kreativ. Das ist die Chance für die Marken, sich den bei den Trends der Zukunft einzubringen“, lautet das Urteil von Roland Auschel, Vorstandsmitglied von Adias.
 
Das neue Hallenkonzept bot viel Platz zum regen Austausch zwischen Ausstellern und Fachbesuchern.
Quelle: Messe München

Neben den klassischen Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Klettern, Trailrunning, Wassersport und Urban Outdoor wurden erstmalig auch die Bereiche Adventure Travel und Bike integriert. „Mit dieser Ausweitung des klassischen Outdoor-Verständnisses gelang es OutDoor by ISPO zahlreiche neue Aussteller zu gewinnen“, so die Messe München. Im Rahmen des Bike Test Tracks präsentierten sich die Komplettradmarken Husqvarna, Scott, Raymon, BH Bikes, Cake, Ttici, Geos, HNF Nicolai sowie TQ Systems. Bei den Ausstellern kam diese Öffnung des Outdoor-Begriffs gut an: „Ich bin ein großer Fan von Messen. Die Branche braucht eine Erneuerung, deshalb ist es richtig, Outdoor breiter aufzustellen und Bereiche wie Beach oder Bike mitzudenken. Eine Messe ist dafür die beste Plattform. Ich glaube daran, dass es eine große Leitmesse auf der Welt geben kann und München hat das Potenzial dazu“, sagt Klaus Haas, CEO von Outdoor-Bekleider Maloja.

Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit

Da die Outdoor-Branche in der Industrie bereits eine Vorreiterrolle beim Bewusstsein für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung übernimmt, hatte die Messe diesem Thema einen deutlichen Fokus eingeräumt. Es ist ein Ziel der Messe, klimaneutral zu werden. Dafür wurde ein eigener „Code of Conduct“ eingeführt, ein Verhaltenskodex für umweltfreundliches und sozialverantwortliches Handeln: Er gab Organisatoren, Ausstellern und Besuchern der Messe konkrete Empfehlungen, klimaneutral und nachhaltig zu handeln. 100 Hersteller hätten den Code of Conduct unterzeichnet. Das Messe-Team achtete bei der Planung und Umsetzung der Veranstaltung ebenfalls darauf, ressourcensparend zu agieren. Die Branche habe auf diese Empfehlungen reagiert – rund 75 Prozent der Teilnehmer sollen mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist sein. „Das Nachhaltigkeitsthema wurde auf der Messe klasse umgesetzt mit tollen Feinheiten wie zum Beispiel den Wasser-Refill-Stationen in den Hallen“, betont Vaude-Geschäftsführerin von Dewitz. „Man spürt, dass das Thema mehr als nur ein Trend ist. Der CSR-Hub ist perfekt inszeniert – das Versprechen der Messe ist klar eingelöst.“, so Dewitz weiter. Insbesondere die neuen biologisch abbaubaren Holzfaser-Fleece der Tettnanger Marke hätten starkes Interesse bei den Besuchern erregt. „Wir freuen wir uns sehr über die gelungene Präsentation des Themas Nachhaltigkeit in all ihren Facetten. Hier konnten wir uns erfolgreich austauschen und neue Ideen mitnehmen, die wir in Zukunft weiter umsetzen werden“, sagt Markus Keckeisen, President von Blackroll.
Die Messe München will klimaneutraler werden und das Thema Nachhaltigkeit nahm viel Platz auf der OutDoor by ISPO ein.
Quelle: Solveig Schneider

Viel Aufmerksamkeit sei auch dem Gemeinschaftsstand von Grüezi-bag, Doghammer, Palgero und Bayonix zugekommen. Die vier jungen Marken waren mit ihren nachhaltig produzierten Produkten in Halle B6 in direkter Nachbarschaft zum CSR Hub angesiedelt. „Extrem gut“ fand Maximilian Hundhammer, Geschäftsführer von Outdoor-Sandalen-Hersteller Doghammer die Messe. Beim Gemeinschaftsstand sei „immer viel los gewesen“, allerdings hätten die Marken auch schon im Vorfeld viel Werbung gemacht und eine kollektive Einladung an Händler verschickt.   

Zu wenig „Outdoor-Flair“

Es gab jedoch auch Kritikpunkte an der Messe: Zum einen hätte das ursprüngliche „Outdoor-Feeling“ vom Bodensee gefehlt. Die Messe sei jetzt "down to business". Auch bei der Aufbaulogistik gebe es von der Beschilderung und Parkplatzsituation Verbesserungspotenzial. Zu Bedenken ist sicherlich auch die Konkurrenzsituation, die durch die Terminierung der Outdoor by ISPO zur Ordermesse der Sport 2000 vom 7. Juli bis zum 9. Juli in Mainhausen entstanden ist. Ob Zufall oder nicht – es ist sicher schwer für Händler, eine Woche lang am Stück auf Messen verbringen zu können.

Wie die Messe München mit den Erfahrungen dieser Erstauflage umgehen wird, zeigt sich spätestens in einem Jahr: die nächste OutDoor by ISPO Fachmesse findet vom 28. Juni bis 1. Juli 2020 in München statt.

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