Neue Outdoor-Bewegung 07.06.2019, 08:46 Uhr

Das erwartet Besucher auf der OutDoor by ISPO

Vom 30. Juni bis 3. Juli wird die Branche in München die erste OutDoor by ISPO erleben. Warum sich die Veranstalter im Vorlauf der Messe „extrem zufrieden“ zeigen und welche Neuerungen auf die Besucher warten.
(Quelle: Messe München )
Auf 25 Jahre OutDoor in Friedrichshafen folgt Ende dieses Monats die erste OutDoor by ISPO auf dem Messegelände München. Ihr Motto gibt Aufschluss darüber, wohin sich die Messe künftig entwickeln soll und will: „There’s a perfect outdoor for everyone.“ („Es gibt ein perfektes Outdoor für jeden.“) Bedeutet gleichzeitig: Die Kategorie Outdoor wird weiter definiert, als das bisher der Fall war. Dabei ist nicht mehr nur entscheidend, wie diese von der Industrie, sondern auch, wie sie vom Konsumenten gesehen wird.
Er könne sich an viele Diskussionen mit Herstellern und der EOG erinnern, wo es dann hieß: Ist diese oder jene Aktivität eigentlich noch oder schon Outdoor?, bemerkt Markus Hefter, Projektleiter der OutDoor by ISPO. Deshalb hat man bei der Konzeption der Messe auch Rückmeldungen von Konsumenten miteinbezogen, und daher gibt es die Dreiteilung Core Outdoor mit den Sportarten Camping, Wandern, Trekking, Klettern und Bergsteigen, Outdoor+ mit Urban Outdoor, Wassersport und Mountainbiken sowie X-Industry/Cross-Industry mit branchenfremden Unternehmen, die zum Beispiel Umwelttechnologien oder digitale Handels- und Technologielösungen präsentieren werden. Dadurch wollen die Veranstalter um Messechef Klaus Dittrich, Head of ISPO Tobias Gröber und Projektleiter Markus Hefter sowie den Partner EOG mit der OutDoor by ISPO „eine neue Outdoor-Bewegung“ initiieren und der Branche somit neue Impulse geben. Als Zielgruppen sollen jetzt deutlich verstärkt junge, aber auch Menschen mit Bewegungsmangel ins Visier genommen werden.

Neun Hallen im östlichen Teil

In ihrer ersten OutDoor-Ausgabe ist es der Messe München gelungen, mehr als 950 Aussteller zu gewinnen, und fast alle namhaften Marken sind mit von der Partie. Eine Ausnahme stellen Columbia, Salomon und die Oberalp-Gruppe dar, wobei Letztere ihre ursprüngliche Zusage wieder zurückgenommen hat. Diese verteilen sich über insgesamt neun Hallen im östlichen Teil des Geländes auf über 96.000 Quadratmetern Fläche – A4 bis A6, B4 bis B6 und C4 bis C6. Vergleiche zur letzten Veranstaltung in Friedrichshafen liegen hier nahe, und so erklärt Markus Hefter: „Wir legen noch ordentlich einen drauf, was die Anzahl der Aussteller und die der beleg-ten Quadratmeter betrifft.“ Dementsprechend positiv fällt dann auch sein Fazit aus: „Wir sind extrem zufrieden mit der ersten Ausgabe, die übertrifft wirklich alle Erwartungen.“ Wenn ein Messestandort wechsele, dann bestehe natürlich immer auch ein Risiko, und es gebe keine Garantie dafür, dass da jede Marke mitgehe. „Bei unserer Premiere fehlt uns keine, die wir haben wollten. Insofern kann ich sagen, dass unser Konzept sehr gut angenommen wurde“, meint Hefter, der sich einen kleinen Seitenhieb dann doch nicht verkneifen kann: „Wenn die Oberalp-Gruppe unsere neu gestalteten vollen Hallen sieht, dann wird sie sich ärgern, dass sie nicht dabei ist.“
Jede einzelne Halle ist dabei mit einer eigenen Kategorie und Bezeichnung oder auch mal mit mehreren versehen: Die Halle 4 dient als Retail Lounge, wo es unter anderem Infos zum Thema Weiterbildung gibt. Dort sind die Verbände Intersport und Sport 2000 inklusive der Outdoor-Profis mit einem eigenen Stand vertreten. In A5 befindet sich das Shoe & Trailrunning Village, A6 widmet sich dem Thema Hallenklettern (Indoor Climbing Hub).
Unter der Überschrift The Boarderlands werden in Halle B4 Produkte aus der Welt der urbanen Outdoor-Fashion präsentiert, dazu zeigen dort ausgewählte Gewinner der vergangenen ISPO Brandnew Awards  ihre Erzeugnisse (Titel: Basecamp of Inspiration). Zudem gibt es hier auch das Tex-trends-Forum. B5 läuft unter den Kategorien Outstanding Outdoor – dahinter steht die OutDoor-Edition des ISPO Awards, deren Gewinner bei der ersten Ausgabe auf der gleichnamigen Ausstellungsfläche zu sehen sind –, Women in Outdoorbusiness Lounge sowie X-Industry (Bedeutung siehe oben). Halle B6 beheimatet den CSR Hub & Sustainability Kiosk, den Adventure, Tourism & Travel Hub und das Scandinavian Village.
Die C-Räumlichkeiten werden von den schon auf der ISPO Munich so bezeichneten Manufacturers & Suppliers (Zulieferer im Bereich Sporttextilien) eröffnet. In Halle C5 erwartet die Fachbesucher aus aller Welt eine Bike Test Track, dazu kommt eine Bikepacking Zone. Hier zeigt sich auch die Bloggers & Influencer Lounge. C6 wurde für das Thema Wassersport reserviert, das dortige River Lake Camp entstand in Kooperation mit der Paddle Expo.

Orientierung für die Besucher

„Wir haben breite Mittelgänge sowie eine themenspezifische Fokus-Area in jeder Halle und schaffen damit Orientierung für den Besucher. Das garantiert ihm einen bestmöglichen Überblick und eine zielgenaue Ausrichtung seines Messebesuchs. Er kann extrem davon profitieren, dass er alle themenspezifischen Inhalte auf einem Fleck bekommt“, erklärt Hefter. Innerhalb dieser Fokus- und Activation-Area gibt es zudem ein Vortrags- und Rahmenprogramm mit allen relevanten Infos zu der jeweiligen Hauptkategorie.
Quelle: SAZsport
Als ganzheitliche Ergänzung zu den verschiedenen Outdoor-Aktivitäten finden in vier der Fokus-Areas tägliche Yoga-Sessions statt, die das „Body & Mind“-Segment repräsentieren. Sie orientieren sich an den vier Elementen und umfassen jeweils passende Übungen: Feuer steht für das kletterspezifische Programm im Indoor Climbing Hub. Der natürliche Flow des Wassers ist Mittelpunkt der Session im River Lake Camp. Läufer stärken Körper und Geist unter dem Motto Erde im Shoe & Trailrunning Village und das Außen­gelände bietet den passenden Rahmen für die Übungen unter dem Motto Luft. Außerdem wird am Dienstag, den 2. Juli, die offizielle OutDoor-by-ISPO-Party ab 18 Uhr mit Livemusik im Atrium Ost über die Bühne gehen.
Wer seinen Besuch optimal planen möchte, hat die Möglichkeit, die OutDoor-by-ISPO-App zu nutzen. Durch den personalisierten Homescreen liefert sie einen Überblick über relevante Events und Aussteller inklusive Hallenplan. Im Community-Bereich können sich alle User zu aktuellen Themen austauschen und vernetzen. Auf dem Messegelände steht natürlich kostenloses Wi-Fi zur Verfügung.
Kurz entschlossene Händler können jetzt noch Tickets für 19 Euro erwerben. Die Buchung und Registrierung erfolgt unter Ispo.com/outdoor/fachbesucher/tickets. Andere Fachbesuchergruppen wie Produktmanager, Designer, Zubehörhersteller, Zulieferer oder auch Eventagenturen und Betreiber von Sporteinrichtungen starten hingegen bei einem Preis von 75 bzw. 79 Euro.

OutDays mit Schöffel und Co.

Das Bestreben der Messeverantwortlichen, die Konsumenten wie eingangs beschrieben miteinzubeziehen, geht in zwei Richtungen: Zum einen werden diese über die Plattform Ispo.com angesprochen. „Auf einer Fachhandelsmesse haben wir oft die Situation, dass Produkte präsentiert werden, die ein halbes Jahr später oder erst in der nächsten Saison in die Läden kommen. Das ist für den Endverbraucher nicht primär von Interesse. Nichtsdestotrotz schaffen wir es, den gleichen Inhalt, der bei uns im Sommer auf der Messe gezeigt wird, dann im nächsten Jahr im Februar/März wiederzuverwenden, anders darzustellen und online aufzuspielen – eben genau dann, wenn das Produkt im Handel ist“, beschreibt Hefter die Vorgehensweise.
Zum anderen lässt die Messe München wie bei der Winter-Ausgabe in diesem Jahr auch wieder zeitgleich zur B2B-Veranstaltung die OutDays stattfinden, die sich über eine ganze Woche, und zwar vom 29. Juni bis 6. Juli erstrecken werden. Diese Events, die zum Großteil in und rund um München über die Bühne gehen, richten sich an Endverbraucher. Noch ist das Programm mitten im Entstehen, der eine oder andere OutDay steht aber schon fest: Beispielsweise werden Hymer, Thule, Schöffel und Blackroll eine Campervan-Challenge ausrichten, Deuter wird ein Biwak-Camp auf dem Hintertuxer Gletscher aufschlagen und Leatherman einen Multitool-Test bei Globetrotter anbieten. Dazu soll es einen Night Hike in den Isarauen geben, der von der Organisation Outdoor against Cancer mitveranstaltet wird. „Wir haben damit ein Format geschaffen, um die Metropolregion München mit ins Boot zu holen und den Konsumenten damit anzusprechen“, erklärt Hefter. Das aktuelle Programm ist unter Ispo.com/events/outdays einzusehen.

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