Streit um Verbrennung von PTFE 03.07.2019, 10:49 Uhr

Gore kontert zur Sympatex-Studie

Im Zuge der Diskussion um die Verbrennung von Membranen weist Gore die Ergebnisse der Sympatex-Untersuchung zurück. Zugleich erklärt der Hersteller, dass es zu diesem Thema aus dem Hause Gore vor zwei Jahren eine Studie gab, die zu deutlich anderen Ergebnissen kam.
In einem Gespräch anlässlich der OutDoor by ISPO bezog Bernhard Kiehl, Head of Sustainability bei Gore Fabrics, Stellung zur von Sympatex vor einigen Tagen veröffentlichten Untersuchung. Gore weist darauf hin, dass die älteste Studie zum Verbrennungsverhalten von ePTFE bereits 45 Jahre alt ist, und Gore vor zwei Jahren eine aktuelle Studie zusammen mit der Universität Karlsruhe durchgeführt hat. Diese Studie wurde durch die Gespräche mit Greenpeace angeregt und auch gemonitort. Die Studienergebnisse sind „Peer-reviewed“ und in „Science direct“, einem namhaften wissenschaftlichen Journal, erschienen.
Deshalb sagt Kiehl: „Wir weisen die Methodik und die von Sympatex gezogenen Schlussfolgerungen zur Verbrennung von PTFE auf das Schärfste zurück. Das ist keine Studie, sondern ein Labortest. Die Ergebnisse scheinen nicht durch andere Wissenschaftler geprüft worden zu sein, wie das für eine wissenschaftliche Studie üblich ist.“ Und: „Die offene Verbrennung von Bekleidung ist immer gefährlich, unabhängig davon, woraus sie gemacht ist. Zu suggerieren, gewisse Membranen würden daran etwas ändern, ist falsch und widerspricht den wissenschaftlichen Studien, die uns vorliegen."
Kiehl weist darauf hin, dass schon länger andere Ergebnisse vorliegen, die nicht nur auf der Gore-Website veröffentlicht sind, sondern auch in einem wissenschaftlichen Journal: "Die wissenschaftliche Studie, die Gore in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie – kurz KIT – und dem Input einiger Stakeholder, darunter Greenpeace, durchgeführt hat, kommt zum Ergebnis, dass die kontrollierte Verbrennung von PTFE in Verbrennungsanlagen – wie sie in Europa, Amerika, Russland oder China betrieben werden – für Gesundheit und Umwelt unbedenklich ist."
Dieser Punkt sei sehr wichtig, betont Kiehl, denn er bezweifelt, dass Wetterschutz-Bekleidung über Verwerter in Dritte-Welt-Länder geliefert wird. "Wir kennen keine Studie zum Verbleib von Wetterschutzbekleidung. Nach Gesprächen mit namhaften Experten gehen noch tragbare Regenjacken nach Osteuropa oder Russland. Von daher sollte Sympatex seine Behauptung belegen, dass wasserdichte Jacken in Entwicklungsländer weiterverkauft werden, und dort ohne entsprechende Sicherheitsstandards durch offene Verbrennung entsorgt werden."

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