SAZsport Experten 11.08.2017, 08:10 Uhr

Klimaschutzinitiativen in der Sportartikelindustrie

Das Thema Klimawandel ist nicht neu. Bereits seit 1990 weisen die Berichte des Weltklimarates (IPCC) regelmäßig auf die möglicherweise katastrophalen Folgen eines menschengemachten Klimawandels als zentrale Herausforderung der globalen Gesellschaft hin.
Stefan Seidel, Head of Corporate Sustainability bei Puma
Ebenso ist die Wissenschaft sich einig: 97 % aller wissenschaftlichen Artikel, die sich mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzen, bestätigen den Zusammenhang zwischen vom Menschen verursachten Emissionen und der globalen Erderwärmung.
Der große Durchbruch gelang bekanntlich 2015 beim Weltklimagipfel in Paris, wo sich erstmals alle führenden Industrie- und Schwellenländer auf das Ziel einigen konnten, die Erderwärmung auf „deutlich unter 2 Grad“ zu begrenzen. Die politische Debatte dazu ist allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen, wie die jüngsten Äußerungen der US-Regierung zeigen.

Was hat dies alles mit der Sportartikelindustrie zu tun?

Zum einen gibt es in der Sportartikelbranche Anbieter von Wintersportartikeln, für die es sicherlich wünschenswert ist, dass auch in Zukunft noch in gemäßigten Klimazonen in der Fläche Wintersport betrieben werden kann. Zum anderen haben wir eine Sportartikelindustrie, die hauptsächlich in Ländern produzieren lässt, wo die Standards im Hinblick auf Energieeffizienz und Nutzung von erneuerbarer Energie noch ausbaufähig sind. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Verbesserungen im Klimaschutz aktiv voran zu treiben und dabei bestenfalls sogar noch die Produktionskosten zu senken. Energieeffizienzprogramme für die Lieferkette von „Clean by Design" über CPI2 bis hin zu den Programmen der Weltbank (IFC) weisen allesamt hohe Einsparquoten auf, und das nicht nur in Bezug auf den Ausstoß von Klima-Gasen sondern auch in finanzieller Hinsicht.
Viele großen Marken und auch einige der größten Retailer haben sich bereits ambitionierte Ziele im Bereich Klimaschutz gesetzt, sei es als Teil der „WeMean Business: Science Based Targets“-Initiative, der „Climate Neutral Now“ Initiative der Vereinten Nationen oder auch der US-amerikanischen Initiative „Amercian Businesses Act on Climate Change“.
Einige große Sportartikelhersteller hatten darüber hinaus im Rahmen der aktuellen Debatte in den USA sogar eine gemeinsame unterstützende Erklärung für die Klimaziele von Paris veröffentlicht. Der Erstellung und Implementierung eines wissenschaftsbasierten Ziels für Klimaschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Mit anderen Worten – ein Ziel mit dem nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft unsere Industrie und damit auch die einzelnen Akteure ihren fairen Anteil daran erfüllen, dass weltweit akzeptierte Ziel von deutlich unter 2 Grad Erderwärmung zu erreichen.Daher hat kürzlich das World Ressource Institute, das gemeinsam mit dem WWF, dem Carbon Disclosure Project und dem Global Compact der Vereinten Nationen die „We mean Business“-Initiative betreibt, die Erstellung einer Guideline für „Science Based Targets“ im Textilsektor angekündigt.
Interessierte Unternehmen können sich also aus einer Reihe von Initiativen eine passende Alternative aussuchen, sollten aber dabei beachten, einen wissenschaftsbasierten Ansatz zu berücksichtigen und die Emissionen aus der Lieferkette in die Zielsetzung aufzunehmen. Hierbei gilt es in einer der gemeinschaftlichen Initiativen die Kräfte zu vereinen und den Hebel zu vergrößern. Die Dringlichkeit und Wichtigkeit eines entschlossenen Handelns ist unbestreitbar: Wir sind die letzte Generation, die dem Klimawandel ein Ende setzen kann (frei nach Ban-Ki moon, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen).




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