Sport 2000 18.06.2017, 14:08 Uhr

„Fakten ersetzen Bauchgefühl“

Bei Sport 2000 setzt man auf umfassende Datenanalyse und will Kundenwünsche exakter vorhersagen. Die Partner bekommen damit weniger Spielraum beim Wareneinkauf, sollen so aber mehr Zeit fürs Tagesgeschäft haben
Bei Sport 2000 sieht man sich bestens gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft (vlnr: Geschäftsführer Hans-Hermann Deters, Bereichsleiter Marketing Hans Allmendinger und Geschäftsführer Andreas Rudolf).
Nicht weniger als einen „umfassenderen Wandel als jemals zuvor“ sieht Sport-2000-Geschäftsführer Andreas Rudolf auf sein Unternehmen und die Handelspartner zukommen. In der Pressekonferenz am Eröffnungstag der OutDoor-Messe in Friedrichshafen benannte er deshalb vier Handlungsfelder, in denen man künftig noch aktiver werden muss. Allem voran steht dabei die Digitalisierung. Er sieht sich hierbei mit den bereits in den vergangenen Monaten gestarteten Initiativen wie etwa den Spezialisten-Portalen Dein-laufprofi.de und Dein-teamsportprofi.de gut aufgestellt.

Datenmanagement und Vertikalisierung

Ebenfalls als wichtigen Schritt, um auch künftig noch wettbewerbsfähig zu sein, sieht man bei Sport 2000 den effektiveren Einsatz von Datenmanagement an. Das bedeutet konkret, dass der Verband die Verkaufszahlen seiner Händler – auch der in den anderen Ländern – künftig noch genauer analysiert und so beim Einkauf von Ware exakter planen kann.
Unter dem Schlagwort der Vertikalisierung spricht Rudolf hier ein weiteres Handlungsfeld an: „Unsere Zuständigkeit als Verband wird sich dahingehend ändern, dass wir für den verbindlicheren Teil unserer Partner die Basissortimente und Bestseller einkaufen und unsere Flächenbewirtschaftungssysteme sowie Warenprogramme weiter ausbauen werden.“ Die sogenannten NoS-Produkte, die sofort automatisch nachbestellt werden, wenn sie verkauft wurden, machen künftig 25 % aus. Aktuell folgen mehr als 300 Händler diesem Konzept und können dabei auf mehr als 20 Marken zugreifen. Weitere 45 % des Sortiments bestehen aus saisonalen Produkten und Bestesellern, diese werden ebenfalls von Sport 2000 vorgegeben. Somit verbleiben dem Händler nur mehr 30 %, die er in Eigenregie einkaufen kann. Mehr als genug, um sich lokal zu differenzieren, ist sich der für die Spezialisten-Einheiten zuständige Geschäftsführer Hans-Hermann Deters sicher. „Fakten ersetzen Bauchgefühl  – zwar nicht immer – aber durch die Analyse der Daten unserer vielen, vielen Händler wissen wir einfach, welche Produkte gut laufen und welche eher nicht. Der Partner hat so deutlich mehr Zeit, sich auf wichtigere Dinge zu konzentrieren als auf das Suchen nach der richtigen Ware“, so Deters weiter.
Als letzten Punkt nannten die beiden Geschäftsführer die erfolgreiche Positionierung der Partner und die Schärfung der individuellen Händler-Profile. „Sport-2000-Partner sind hyperlokal. Sie verfügen oft über eine Nähe zum Kunden, die sich die großen Online-Player wünschen würden. Diese Nähe wollen wir stärken, zum Beispiel mit dem Ausbau unseres Gesundsport-Programms“, so Rudolf.

Positiver Rückblick auf die ersten Monate des Jahres

Anlässlich der Pressekonferenz blickten Rudolf und Deters auch auf die ersten fünf Monate des Jahres zurück und konnten hier positive Zahlen – vor allem im mit 22 % Umsatzanteil wichtigsten Segment Outdoor – vermelden. Insgesamt legte der Bereich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 3 % zu, vor einem Jahr waren es jedoch noch 9 %. Die Hartware konnte sich um 8 % verbessern, Schuhe und Textil dagegen nur um 3 %.
Außerhalb des Outdoor-Segments entwickelten sich Multisport Textil (+12 %) und Running Textil (+3 %) gut, Running-Schuhe hingegen verbuchen, auch aufgrund des verhältnismäßig langen Winters, einen leichten Rückgang von 4 %. Im Fußball-Bereich machte sich das Fehlen eines Großereignisses erwartungsgemäß bemerkbar. Textilien verzeichnen ein Minus von 27 % und Hartware einen Rückgang um ein Viertel, lediglich das Schuh-Segment liegt auf dem selben Niveau wie im Vorjahr. 



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